Paciencia

Eintracht Frankfurt muss gegen RB Leipzig ohne Sebastian Rode und Goncalo Paciencia auskommen. Der Ausfall des Duos trifft die Hessen hart und dämpft die ohnehin niedrigen Erwartungen. Hoffnung gibt es bei Kristijan Jakic.

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zum Video Eintracht erlebt schlaflose Nächte - hessenschau Sport vom 28.10.2021

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In der Vorbereitung auf das schwere Heimspiel gegen RB Leipzig wurde bei Eintracht Frankfurt viel ferngesehen. Trainer Oliver Glasner bat sein Team am Mittwoch zu einer ausgedehnten Video-Analyse und zeigte dabei die Fehler gegen Hertha BSC (1:2), Olympiakos Piräus (3:1) und den VfL Bochum (0:2) auf. Dass sich der Start der anschließend angesetzten Trainingseinheit um eine knappe halbe Stunde verzögerte, verwundert da nicht. "Ihr habt ja gemerkt, dass wir etwas später rausgekommen sind", versuchte sich Glasner auf der Pressekonferenz am Donnerstag schon in einer Art Galgenhumor.

Was genau bei der Ursachenforschung der derzeitigen Krise herauskam und wie es gegen Leipzig am Samstag zur Topspiel-Zeit (18.30 Uhr) besser werden soll, verriet Glasner dann zwar nur in Ansätzen. Jeder müsse sich auf seine Aufgaben konzentrieren und dürfe sich nicht zu viel Druck machen. Die Mannschaft sei engagiert und guter Dinge. Definitiv klar ist aber, dass Kapitän Sebastian Rode und Stürmer Goncalo Paciencia ausfallen und ersetzt werden müssen. Der nächste Stimmungs-Dämpfer.

Rodes Körper streikt schon wieder

Dass es ein eher schlechtes Zeichen für den körperlichen Zustand von Rode ist, dass er nach zwei Einwechslungen aus Gründen der Belastungssteuerung schon wieder eine Pause braucht, ist dabei die eine Sache. Genauso besorgniserregend ist jedoch, dass ausgerechnet Rode und Paciencia zwei der Spieler waren, die zuletzt zumindest etwas Hoffnung auf Besserung machten.

Rode wird auf und neben dem Rasen als Antreiber und Mahner dringend benötigt. Seine deutlichen Worte nach der blamablen Leistung in Bochum gehören zu den besten Einzelleistungen eines Eintracht-Profis in dieser Spielzeit. Paciencia ist zudem trotz seines verschossenen Elfmeters in Bochum aktuell der beste Angreifer und in der lahmenden Offensive wohl nur schwer zu ersetzen.

Der Portugiese, der eigentlich schon aussortiert war, wird wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel bis zur Länderspielpause ausfallen und den Hessen in dieser Zeit sehr fehlen. "Wir sind trotzdem guter Dinge und freuen uns auf das Spiel", so Glasner. Etwas anderes bleibt ihm wohl auch nicht übrig.

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Glasner muss die Offensive umbauen

Wie der Ausfall der beiden unpässlichen Hoffnungsträger rein sportlich aufgefangen wird, erklärt sich aufgrund des dünnen Kaders wohl von selbst. Sollte Kristijan Jakic, der nach einer Hüftprellung am Donnerstag wieder weitgehend schmerzfrei trainieren konnte, keinen Rückschlag erleiden, wird sich an der Doppelsechs mit Djibril Sow und dem Kroaten nichts ändern. "Wir müssen schauen, ob sein Körper eine Reaktion zeigt", so Glasner. "Wir gehen aber davon aus, dass er spielen kann." Wenn nicht, würden sich die Probleme noch einmal drastisch vergrößern. Als Alternativen stünden dann nur noch Ajdin Hrustic oder Makoto Hasebe bereit. Beide haben ihre Stärken auf anderen Positionen.

Im Sturm bieten sich Glasner derweil wohl zwei Möglichkeiten. Die wahrscheinlichere ist, dass der bislang sehr unglücklich und harmlos agierende Sam Lammers beginnen und an der Seite von Rafael Borré seine nächste Chance erhalten wird. Der Niederländer ist den Beweis seiner Bundesligatauglichkeit bislang zwar schuldig geblieben, für ihn spricht aber zumindest seine Körperlichkeit. Die zweite Option ist, dass Glasner ähnlich wie in München rein aufs Kontern setzt und Borré allein in der Spitze aufbietet. So oder so: Die Favoritenrolle liegt klar bei RB.

Eintracht gegen Topteams besser?

Doch genau das könnte für die Eintracht eine Chance sein. Die Hessen haben gegen die neureichen Sachsen, so das im Abstiegskampf möglich ist, nichts zu verlieren und können eigentlich nur Bonuspunkte einfahren. Alles andere als eine Niederlage wäre in der aktuellen Verfassung eine Überraschung, richtig ernst wird es erst am kommenden Wochenende bei Tabellenschlusslicht Greuther Fürth. Die Eintracht muss das Spiel nutzen, um wieder etwas mehr Sicherheit und Stabilität zu finden, auch ein Remis wäre ein Erfolg.

"Es ist offensichtlich nicht ganz neu, dass wir uns gegen stärkere Mannschaften etwas leichter tun", fasste dann auch Glasner seine Hoffnungen zusammen. Es liegt nun an der Mannschaft, dass dieser Satz nicht jetzt schon als Durchhalteparole interpretiert werden muss.

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