Wie geht es weiter mit Ante Rebic?Wie geht es weiter mit Ante Rebic?

Das letztjährige Prunkstück von Eintracht Frankfurt ist derzeit die größte Baustelle. Nach den Abgängen von Luka Jovic und Sébasten Haller ist Trainer Adi Hütter noch auf der Suche nach der Bestbesetzung im Sturm. Ante Rebic gibt Rätsel auf.

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Der vorerst letzte Torschuss von Ante Rebic für Eintracht Frankfurt liegt schon einige Tage zurück. Am vergangenen Samstag, der zweiten Einheit im Trainingslager der Hessen in Windischgarsten, zirkelte der Kroate einen Ball mit einer Mischung aus Lustlosig- und Lässigkeit halbhoch rechts am Tor vorbei. Es folgte ein schmerzverzerrtes Gesicht, ein schnell herbeieilender Physiotherapeut und die Krankmeldung: Wegen Rücken, so die offizielle Diagnose.

Rebic-Rückkehr aktuell nicht absehbar

Seitdem fehlte Rebic und verpasste auch das Qualifikations-Rückspiel gegen Flora Tallinn. "Wenn er nicht fit ist, bringt er uns nichts", begründete Trainer Adi Hütter nach dem 2:1-Sieg die Nichtberücksichtigung. Auch in den Trainingseinheiten am Freitag und Samstag war Rebic nicht zu sehen. Rückkehr: erst einmal ungewiss. Genau wie seine Zukunft und die künftige Besetzung des Frankfurter Angriffs. Wer tritt das Erbe der Büffelherde an?

Nach dem Abschied von Luka Jovic in Richtung Madrid und dem Wechsel von Sébastien Haller zu West Ham United ist aus dem so erfolgreichen Sturmtriumvirat nur noch die Ein-Mann-Herde Rebic übrig geblieben. Dazu kommen Neuzugang Dejan Joveljic und Goncalo Paciencia, der nach langer Verletzungspause in seinem ersten Frankfurter Jahr nun richtig durchstarten will. Seine Ambitionen unterstrich er sowohl im Trainingslager als auch mit einem Geburtstags-Doppelpack gegen Tallinn noch einmal. Paciencia ist heiß: "Das ist mein Job: rennen und treffen."

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Reicht das Paciencia-Gesamtpaket aus?

Die Frage ist nur, ob das reicht. Paciencia, dem der unbedingte Wille selbst im Testspiel gegen Wels (7:0) anzumerken war, als er trotz eines Schlags auf den Knöchel in den Anfangsminuten und sichtlicher Schmerzen bis zur Halbzeit durchhielt und einen Dreierpack schnürte, reicht fußballerisch nicht an Haller heran.

Der Portugiese hat Spielverständnis, Mentalität und ein beachtliches Kopfballspiel. Sein Gesamtpaket ist aber letztlich schwächer als das seiner ehemaligen Mitspieler. Selbst gegen Tallinn unterliefen ihm zu viele leichte Fehler. "Er hat die Tore gut gemacht", hielt sich Hütter entsprechend mit Lob zurück.

Joveljic braucht noch Zeit

An der Seite von Paciencia stürmte gegen die sympathischen, aber letztlich limitierten Esten der 19 Jahre alte Joveljic. Der designierte Nachfolger von Fast-Namensvetter Jovic stellte bislang in allen Auftritten seine Torgefährlichkeit unter Beweis und zeigte auch gegen Tallinn, dass er das gewisse Extra hat.

In seiner ersten Bundesliga-Saison direkt Wunderdinge von ihm zu erwarten, wäre aber vermessen. Ein paar Einsätze von Beginn an, hin und wieder als Joker Spielpraxis sammeln, mehr sollte man dem Youngster wohl vorerst nicht zumuten. Seine Zeit wird kommen, er wird aber auch noch etwas Zeit brauchen.

Rebic-Zukunft weiter offen

Bliebe Wundertüte Rebic. Der Vizeweltmeister galt zu Beginn der Vorbereitung als Wechselkandidat Nummer eins und untermauerte seine Abschiedsambitionen mit einem unmotivierten Auftritt beim 1:5 gegen Bern. Es folgte eine klare Steigerung im Test gegen Luzern (3:1), eine ordentliche Leistung in Tallinn und dann das abgebrochene Trainingslager.

Aus dem Umfeld des Kroaten ist nun zwar zu vernehmen, dass Rebic durchaus doch in Frankfurt bleiben könnte. Die vergangenen Wochen haben aber gezeigt: Sollte doch noch ein großer Verein wie Inter Mailand anklopfen und mit Geldscheinen wedeln, kann alles ganz schnell gehen.

Hütter fordert Verstärkung für den Sturm

Die Frankfurter Verantwortlichen werden deshalb nicht müde zu betonen, dass im Angriff noch etwas passieren muss. "Wir müssen im Sturm noch etwas tun", sagte Coach Hütter direkt zu Beginn des Trainingslagers. Die Wunschkandidaten Max Kruse (Fenerbahce) und Kevin-Prince Boateng (Florenz) haben sich zum Bedauern der Hessen für andere Vereine entschieden, die Pläne für weitere Kandidaten dürften aber in der Schublade liegen. "Es kann jeden Tag etwas passieren", so Hütter. Klar ist: Je früher, desto besser für die Eintracht. Langsam drängt die Zeit.