Kevin Trapp hält einen Elfmeter.
Die entscheidende Szene: Kevin Trapp hält einen Elfmeter von Mailands Marcelo Brozović. Bild © Imago

Die Frankfurter Eintracht darf weiter vom Einzug ins Viertelfinale der Europa League träumen. Im Achtelfinal-Hinspiel gegen Inter Mailand brauchen die Hessen zwar eine Warm-Up-Halbzeit, danach sind sie aber näher am Sieg dran als der italienische Traditionsclub.

Stimmungsvoller Rahmen, umkämpfte Partie, keine Tore: Das Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League zwischen Eintracht Frankfurt und Inter Mailand am Donnerstag endete 0:0. Damit haben die Hessen im Rückspiel in Mailand in einer Woche das Weiterkommen in der eigenen Hand und mit der Auswärtstorregel möglicherweise einen Joker im Ärmel. Dafür kann sich der Fußball-Bundesligist auch bei Torwart Kevin Trapp bedanken, der einen Foulelfmeter hielt.

"In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, da war Inter besser", gab Frankfurts Mittelfeldmotor Sebastian Rode zu. "Aber in der Halbzeitpause hat uns der Trainer wachgerüttelt. Jetzt haben wir alles in der Hand." (Mehr Stimmen zum Spiel gibt es hier.)

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Sebastian Rode

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Trapp hält Brozović-Elfer

Dann muss die Eintracht allerdings hoffen, dass sich Inter nicht wieder an die Anfangsphase in Frankfurt erinnert. Denn dort waren die Italiener giftig in den Zweikämpfen, nervig im Pressing und immer gefährlich im schnellen Spiel nach vorne. Mailand präsentierte sich zunächst als der härteste Brocken, auf den die Eintracht in der bisherigen Europapokal-Saison getroffen ist. Die Folge: Während Frankfurt noch die Eingangstür zu dieser Partie suchte, verbuchten die Gäste neben viel Ballbesitz auch die ersten Torchancen. Danilo D'Ambrosio prüfte Trapp nach gerade einmal drei Minuten mit dem ersten Schuss.

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Eintracht in der hessenschau

Szenen vom Spiel der Eintracht zeigt die hr-hessenschau am Donnerstag ab 22.30 Uhr

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Mitte der ersten Halbzeit vergaben die Italiener in Person von Marcelo Brozović ihre dickste Möglichkeit. Einen von Gelson Fernandes an Lautaro Martínez verursachten Foulelfmeter brachte der Kroate zwar kraftvoll und einigermaßen platziert aufs Eintracht-Gehäuse, doch Keeper Trapp hechtete reaktionsstark ins untere linke Toreck und bewahrte seine Mannschaft vor einem Rückstand, der zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient gewesen wäre (22.).

Und der Rest der Frankfurter Mannschaft? Konnte das Spektakel, das die Fans auf den Rängen vor dem Anpfiff mit ihrer Choreografie anlässlich des 120-jährigen Vereinsjubiläums ablieferten, zunächst nicht mitgehen. Fernandes und Co. benötigten eine gute Viertelstunde, um zu erkennen: Die überraschend mutig auftretenden Mailänder sind am besten mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Nachdem die Hessen selbst ins Pressing und zu einer halbwegs brauchbaren Passquote gekommen waren, vergaben Luka Jovic (15.) sowie Mijat Gacinovic (16.) die besten Chancen.

Hütter muss auf die Tribüne

Nach der Halbzeitpause kam die Eintracht besser – weil gieriger – aus der Kabine. Die Angriffsrichtung auf die eigenen Fans in der Nordwestkurve beflügelte den Pokalsieger und verhalf beinahe zum schnellen Führungstor: Nach einem Eckball und einem Abschluss von Evan N'Dicka war Sébastien Haller die letzte Station in der Angriffskette, doch der Franzose stand bei seinem Treffer im Abseits (51.). Frankfurt war nun voll im Spiel, Trainer Adi Hütter kurz darauf aber nicht mehr.

Bei einem der nächsten Vorstöße brachte Mailands D'Ambrosio Haller im eigenen Strafraum zu Fall, ein erneuter Elfmeterpfiff durch Schiedsrichter William Collum aus Schottland blieb aber aus (53.). Tendenz: Fehlentscheidung, weil diese Szene der aus der ersten Halbzeit ähnelte und bei gleicher Bewertung ebenfalls mit einem Strafstoß hätte geahndet werden müssen. Hütter sah das wohl auch so, voller Wut und Wucht trat der sonst so besonnene Österreicher an der Seitenlinie eine Wasserflasche um und wurde daraufhin von Collum auf die Tribüne verbannt.

Gute Chancen, keine Tore

Neben Sportvorstand Fredi Bobic sah der Coach anschließend, wie Inter kaum noch Zugriff auf die Partie fand und seine eigene Mannschaft weitere gute Möglichkeiten zum Siegtreffer vergab. Doch weder Jovic (55., 87.) noch Danny da Costa (61.) und gleich zwei Mal Martin Hinteregger (70., 72.) fanden den Weg ins gegnerische Tor. 0:0 nach 90 Minuten – die Ausgangslage der Frankfurter Eintracht vor dem Rückspiel in Mailand (14. März, 21 Uhr) könnte trotzdem schlechter sein.

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Eintracht Frankfurt - Inter Mailand 0:0

Frankfurt: Trapp - Hinteregger, Hasebe, N'Dicka - da Costa, Rode (77. Willems), Fernandes, Kostic - Gacinovic - Haller (80. Paciencia), Jovic

Mailand: Handanovic - D'Ambrosio, de Vrij, Skriniar, Asamoah - Vecino, Brozovic - Valero (80. Cedric) - Politano, Martinez,  Perisic (59. Candreva)

Tore: Fehlanzeige
Gelbe Karten: Hasebe, Fernandes, Kostic / Asamoah, Marinez, Candreva
Besondere Vorkommnisse: Trapp hält Foulelfmeter von Brozovic (22.)

Schiedsrichter: Collum (Schottland)
Zuschauer: 48.000 (ausverkauft)

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Sendung: hr-iNFO, 7.3.2019, 18.55 Uhr