Sebastian Rode

Sebastian Rode hat die Teilnahme am internationalen Geschäft als Saisonziel der Frankfurter Eintracht ausgegeben. Während es kurzfristig über Straßburg nach Europa gehen soll, will der Mittelfeldspieler auch in der Bundesliga oben mitspielen.

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Sebastian Rode bei der PK
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Von Spiel zu Spiel denken: Die wohl beliebteste aller Fußballer-Weisheiten trifft auf Sebastian Rode derzeit in besonderem Maße zu. Der Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht kämpft sich nach seiner im Mai erlittenen schweren Knieverletzung gerade zurück auf den Platz. Schritt für Schritt.

Vergangene Woche im bereits entschiedenen Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Vaduz sammelte Rode seine ersten Pflichtspiel-Minuten. Beim Bundesliga-Auftaktsieg am Sonntag gegen Hoffenheim kamen noch ein paar weitere dazu. "Ich bin noch nicht ganz bei hundert Prozent", erklärt der 28-Jährige. Was er brauche, sei weitere Spielpraxis - am besten schon im Europacup-Playoffspiel am Donnerstag (20.30 Uhr) bei Racing Straßburg. "Ich bin heiß zu spielen", versichert Rode.

Blitz-Comeback statt Karriereende

Rode Verletzung

Dass der Antreiber in diesem Jahr, geschweige denn schon im Sommer, überhaupt noch einmal gegen den Ball wird treten können, galt unmittelbar nach seiner verletzungsbedingten Auswechselung im Europa-League-Halbfinale beim FC Chelsea beinahe als aussichtslos. "Direkt nach dem Spiel bin ich davon ausgegangen, dass es ein Knorpelschaden ist und es sechs bis neun Monate dauern wird", so Rode. Angesichts seiner langen Krankenakte wurde sogar über ein drohendes Karriereende spekuliert.

Doch es kam alles anders. Bereits kurz nach der Operation habe ihm der Arzt Mut gemacht, "dass es auch viel, viel schneller gehen kann". Mit dieser Hoffnung gab Rode in der folgenden Reha richtig Gas – auch, um seine endgültige Rückkehr zur Eintracht zu forcieren. Ende Juli folgte dann der Vollzug: Der gebürtige Südhesse, der zwischen 2010 und 2014 sowie als Leihgabe in der vorangegangenen Rückserie bereits für die Frankfurter aktiv war, wechselte von Borussia Dortmund zurück in die Heimat. Rode unterschrieb einen Fünfjahresvertrag und stieg tags darauf ins Mannschaftstraining ein.

Europacup als Saisonziel

Mit seiner Eintracht will der Blondschopf nun an die jüngste Erfolgsgeschichte des Clubs anknüpfen. "Wir wollen in der Bundesliga wieder um die internationalen Plätze mitspielen. Wir haben eine gute Mannschaft und alle Möglichkeiten dazu", sagt er unumwunden. Eine Wiederholung des Triumphzugs durch Europa, der im Vorjahr erst im Elfmeterschießen gegen Chelsea endete, sei als Saisonziel allerdings noch zu vermessen. Zunächst gehe es darum, die Gruppenphase zu erreichen.

Da wartet als letzter verbliebener Kontrahent für dieses Zwischenziel der französische Ligapokal-Sieger aus Straßburg. "Es ist schon wie ein Achtelfinale", sagt Rode vor dem Hinspiel am Donnerstag und dem Rückspiel eine Woche später in Frankfurt: "Es geht darum, sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Aber es gibt auch die Möglichkeit, dass man Ernüchterung erleidet und rausfliegt."  

Vorsicht vor Sturm-Hüne Ajorque

Ludovic Ajorque am Ball

In Sachen Gegneranalyse erwarten Rode und die Eintracht eine körperlich robuste Mannschaft und eine aufgeheizte Atmosphäre im Stade de la Meinau. Besonderes Augenmerk liege dabei auf Straßburgs 1,97-Meter-Sturmhünen Ludovic Ajorque, der zuletzt auch mit den Hessen in Verbindung gebracht worden war. "Ein hervorragender Zielspieler, den sie mit Flanken füttern", warnt Rode.

Nichtsdestotrotz müsse man sich vor den Franzosen keineswegs verstecken, sondern mit Ruhe und kühlem Kopf den Grundstein zum Weiterkommen legen. Am Sonntag wartet dann schon in der Bundesliga die nächste schwere Auswärtsaufgabe bei RB Leipzig, ehe es zum Wiedersehen mit Straßburg kommt. "Kurzfristig müssen wir die einzelnen Spiele gewinnen", fordert Rode. Schritt für Schritt, von Spiel zu Spiel.