Ante Rebic im Zweikampf mit Joshua Kimmich
Bayern-Schreck Ante Rebic (im Zweikampf mit Joshua Kimmich) braucht noch einen Zähler mit der Eintracht. Bild © Imago Images

Alles Nichts Oder?! Im Saisonfinale der Frankfurter Eintracht am Samstag beim FC Bayern geht es um Meisterschaft, Champions League, Europa League oder den Sturz ins Niemandsland. Vielleicht passiert aber auch einfach gar nichts.

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Ein Remis am Samstag (15.30 Uhr) in der Münchner Allianz würde allen Beteiligten reichen: Der FC Bayern München wäre zum gefühlt hundertsten Mal deutscher Meister und die Frankfurter Eintracht hätte sich zum zweiten Mal hintereinander den Einzug in den Europapokal gesichert. Ist also alles angerichtet für einen Nichtangriffspakt mit anschließender Weißbierdusche?

"Wenn es zehn Minuten vor Schluss unentschieden steht, weiß ich nicht, was passieren wird", räumt Eintracht-Trainer Adi Hütter ein. Ein reines Taktieren à la Gijón, quasi eine Schande von Fröttmaning, das stellt der Österreicher klar, werde es aber sicherlich nicht geben. "Es werden beide Mannschaften versuchen, nach vorne zu spielen", verspricht der Coach.

Ein Hauch von Chelsea

Immerhin könnte die Eintracht bei einem dreifachen Punktgewinn in München nicht nur dem Bayern-Rivalen Borussia Dortmund - und damit dem depressiven Fußball-Deutschland - die Meisterschaft ermöglichen, sondern zugleich auch die eigenen Chancen an einer Teilnahme an der Champions League erhöhen. Mit 54 Punkten rangiert Frankfurt einen Zähler hinter Leverkusen (in Berlin) und Mönchengladbach (gegen Dortmund) auf Rang sechs. Bei einer Niederlage droht indes ein Abrutschen aus den internationalen Rängen.

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Alle Gästetickets weg

Auf die Unterstützung ihrer Fans kann sich die Eintracht auch in München verlassen. Alle 7.512 Auswärtstickets sind nach Frankfurt verkauft worden.

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"Bei uns ist die Bandbreite am größten: Von Platz vier bis Platz acht ist alles möglich", weiß Hütter. Damit es am Ende einer kräftezehrenden Saison aber zumindest für ein Happy End in der Europa League reicht, brauchen die Hessen noch einmal eine Energieleistung. Ein Hauch von Chelsea sollte die zuletzt in der Bundesliga so schlappen Eurofighter also umwehen - "dann können wir auch in München bestehen", betont ihr Übungsleiter. Ansonsten werde es sehr, sehr schwer. "Wir brauchen ein unglaublich gutes Spiel", so Hütter.

Die "Büffelherde" feiert Ausstand

Wie es die Frankfurter als klarer Außenseiter angehen wollen, ließ der Trainer gewohnt offen. Hinter verschlossenen Türen bereitete sich das Team in der zurückliegenden Woche auf den Showdown vor. Kräfte sammeln, die vergebenen Chancen aus dem Kopf bekommen, noch einmal volle Konzentration auf die finalen 90 Minuten dieser langen Spielzeit legen – die Anforderungen für den "heißen Tanz" (Hütter) sind klar.

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"Wir müssen über unsere Grenzen gehen. Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen können", sagt der Coach, der personell bis auf den frisch operierten Sebastian Rode aus dem Vollen schöpfen kann. Größere Experimente an Taktik oder Spielweise wird der 49-Jährige nicht eingehen. Die Hoffnungsträger heißen einmal mehr Ante Rebic und Luka Jovic sowie Sébastien Haller, der nach ausgeheilter Bauchmuskelblessur ein heißer Kandidat für die Startelf ist.

Es dürfte zugleich das letzte Mal sein, dass die "Büffelherde" gemeinsame Sache tun könnte. Vor allem der Abschied des heiß umworbenen Jovic rückt immer näher. "Wenn es sein letztes Spiel sein sollte, wird er sich nochmal komplett ins Zeug hängen und zeigen, wie wichtig er in diesem Jahr für uns war", betont Hütter.

Hütter schraubt an Punktebilanz

Auch Hütter selbst kann gegen München noch seine persönliche Erfolgsbilanz krönen: In seiner Premierensaison konnte der Österreicher bislang gegen jeden Bundesligisten punkten – außer gegen die Bayern. "Wir brauchen diesen einen Punkt", fordert er entsprechend eindringlich. Manchmal kann auch ein 0:0 reizvoll sein.