Kevin-Prince Boateng
Kevin-Prince Boateng will nicht die Augen vor Rassimus verschließen. Bild © picture-alliance/dpa

Eintracht-Profi Kevin-Prince Boateng ist bekannt dafür, gegen Rassismus vorzugehen. Am Dienstag hatte er gleich doppelt Grund, sich zu äußern: zum Modekonzern H&M und zu den Beleidigungen gegen Juve-Profi Blaise Matuidi fand er deutliche Worte.

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Eigentlich hat Kevin-Prince Boateng überhaupt keine Lust, ständig über Rassismus zu sprechen. "Aber jeden Tag passiert was. Wir dürfen die Augen nicht zumachen", sagte er am Dienstag. Gleich zwei Ereignisse hatten den 30-Jährigen "sauer und traurig zugleich" gemacht: Die rassistischen Beleidigungen gegen Blaise Matuidi von Juventus Turin und eine fragwürdige Werbekampagne des schwedischen Modekonzerns H&M.

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H&M hatte ein Foto auf seine Homepage gestellt, das einen schwarzen Jungen in einem grünen Pullover gezeigt. Auf dem Pulli stand "Coolest Monkey in the Jungle" (Coolster Affe im Dschungel). "Dass so ein Riesenkonzern wie H&M sowas rausgibt, auch wenn es nicht mit Absicht ist, ist einfach nur traurig. Da soll mir keiner anfangen, dass es nichts mit Rassismus zu tun hat", echauffierte sich Boateng. Er selbst sei wegen seiner dunklen Hautfarbe bereits als "Affe" beschimpft worden. "Das ist einfach eine Frechheit." H&M hat das Bild inzwischen aus allen Medienkanälen entfernt und sich öffentlich entschuldigt.

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"Wir müssen eine Front bilden"

Im Falle des französischen Nationalspielers Matuidi hat Boateng seine Hilfe angeboten: "Matuidi, der Arme, wurde ausgebuht und beleidigt. Wie fühlt der sich nach dem Spiel? Der wurde zutiefst beleidigt, nur weil er eine andere Hautfarbe hat. Überlegt euch mal, wie sich das anfühlt", verdeutlichte Boateng die Situation des Franzosen. Schwarze Spieler bekämen ständig zu spüren, dass sie "anders sind". Und das im Jahr 2018. "Ich möchte mich gerne mit ihm austauschen. Wir müssen eine Front bilden und dagegen angehen", bot der Frankfurter Matuidi an.

Matuidi wurde während der Partie gegen Cagliari Calcio von Fans rassistisch beleidigt. Es war nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits im Duell mit Hellas Verona musste Matuidi rassistische Schmähgesänge über sich ergehen lassen. Der italienische Verband hatte Verona zu einer Geldstrafe über 20.000 Euro verurteilt. Zudem droht dem Club ein Geisterspiel sollte es im Laufe der Saison zu einem weiteren solchen Vorfall kommen.

Kevin-Prince #Boateng zu #hm Kampagne und Rassismus gegen @MATUIDIBlaise : „Dafür gibt’s keine Entschuldigung. Das tut einfach weh. Es reicht einfach. Bin sauer und traurig zugleich. Ich wurde selbst so beleidigt. Dürfen nicht mehr die Augen zumachen.“ #Eintracht @hessenschauDE

Boatengs steter Kampf

Kevin-Prince Boateng hatte sich in der Vergangenheit immer wieder gegen Rassismus stark gemacht. Im Oktober 2017 forderte er den Videobeweis bei Rassimus in Deutschlands Stadien. Anfang Dezember wurde er für sein Engagement mit dem "1Live Krone Award" ausgezeichnet.