Eintracht-Frust in Leverkusen
Bayer Leverkusen zerlegt die Eintracht. Bild © Imago Images

Herber Rückschlag für Eintracht Frankfurt im Kampf um die Champions League. Die Hessen erleben einen rabenschwarzen Tag und gehen bei Bayer Leverkusen komplett unter. Eine taktische Umstellung geht in die Hose.

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PK Leverkusen

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Ein Riesenschritt in Richtung Champions League sollte es werden, ein Debakel mit historischem Ausmaß wurde es. Eintracht Frankfurt hat am Sonntag mit 1:6 (1:6) beim direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen verloren und muss zwei Spieltage vor Saisonende um die Teilnahme am europäischen Wettbewerb bangen. Die fünftplatzierte Werkself ist nun punktgleich mit den Hessen (54). Gladbach und Wolfsburg (52) sowie Hoffenheim (51) lauern in Schlagdistanz.

Hütter baut die Startelf um

Trainer Adi Hütter hatte die Eintracht extrem defensiv aufgestellt und erst einmal die Absicherung des eigenen Tores als vorderste Aufgabe ausgegeben. Vor einer Fünferkette mit vier gelernten Innenverteidigern und Libero Makoto Hasebe agierten mit Gelson Fernandes und Jetro Willems zwei Sechser. Einzige nominelle Offensiv-Kraft war Ante Rebic. Der Plan, möglichste lange die Null zu halten, funktionierte jedoch nicht mal zwei Minuten.

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Adi Hütter

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Das war ein rabenschwarzer Tag"

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Die neu formierte Frankfurter Defensive wirkte unsortiert und heillos überfordert. Die zahlreichen Umstellungen führten eher zu Verunsicherung statt zu zusätzlicher Absicherung. Kurzum: Es klappte nichts.

Leverkusen macht kurzen Prozess

Kai Havertz (2. Minute), Julian Brandt mit einem Doppelpack (13./23.), Charles Aranguiz (28.) und Lucas Alario (34.) nutzten die Lücken und die schweren Beine eiskalt aus und entschieden das Spiel schon in der ersten Hälfte. Ein Eigentor von Martin Hinteregger (36.) machte das Debakel und den Eintrag in die Geschichtsbücher perfekt. In keinem Bundesliga-Spiel hatte jemals eine Mannschaft so schnell sechs Gegentore gefangen.

Ein weiteres Eigentor von Jonathan Tah (14.) entpuppte sich derweil nur als ganz kurzer Frankfurter Hoffnungsschimmer.

Nach so viel Negativerlebnissen reagierte Coach Hütter und revidierte seine System-Umstellung. Für Jetro Willems und Evan N’Dicka kamen Luka Jovic und Mijat Gacinovic – und mit ihnen eine Rückkehr zur gewohnten Taktik (37.). Kurzfristiger Erfolg: Bis zur Pause musste Keeper Trapp nicht mehr hinter sich greifen.

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Leverkusen verschont die Eintracht

Der zweite Durchgang ist dann schnell erzählt: Leverkusen schaltete mehrere Gänge runter und verschonte die Eintracht vor einer noch größeren Blamage. Die Gastgeber dominierten zwar weiterhin die Partie und hatten weitere Möglichkeiten. Da vor dem Tor aber die letzte Zielstrebigkeit fehlte, gelang es der Eintracht, weitere Einschläge zu verhindern.

Und am Ende eines katastrophalen Abends gab es dann sogar noch Grund zur Freude bei allen mitgereisten und durchweg feiernden Frankfurter Fans: Timothy Chandler feierte sein Comeback nach langer Verletzung und durfte erstmals in dieser Saison ein Bundesliga-Spiel bestreiten.

Weiter geht es für die Eintracht bereits am Donnerstag. Dann steht das Halbfinal-Rückspiel in der Europa League beim FC Chelsea auf dem Programm.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 05.05.19, 22.05 Uhr

Weitere Informationen

Bayer Leverkusen - Eintracht Frankfurt 6:1 (6:1)

Leverkusen: Hradecky - Tah, S.Bender (60. Dragovic), Wendell - Baumgartlinger, Aranguiz - L.Bender (67. Weiser), Volland - Havertz, Brandt - Alario (83. Paulinho)                             
Frankfurt: Trapp - N'Dicka (37. Jovic), Hinteregger, Abraham, Toure - Hasebe - Willems (37. Gacinovic), Fernandes - Kostic, da Costa (74. Chandler) - Rebic

Tore: 1:0 Havertz (2.), 2:0 Brandt (13.), 2:1 Tah (14./ET), 3:1 Alario (23.), 4:1 Aranguiz (28.), 5:1 Alario (34.), 6:1 Hinteregger (36./ET)       
Gelbe Karten: - / Hinteregger, Abraham, Toure  

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen)
Zuschauer: 30.210

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