Szene aus der Partie Eintracht gegen Basel

Der FC Basel hat in der Liga "den Anschluss verloren", im Club brodelt es. Kann Eintracht Frankfurt gegen die Schweizer die Sensation schaffen?

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Adi Hütter in der Pressekonferenz vor dem Spiel in Basel
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Es ist noch gar nicht so lange her, da war der FC Basel so etwas wie der Schweizerische FC Bayern München. Sieben ihrer insgesamt 20 Meistertitel holten die Basler zwischen 2010 und 2017 in Folge, Stammgast in der Champions League waren sie sowieso – wie in Deutschland führte auch in der Schweiz am FCB kein Weg vorbei.

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Liveticker und Audiostream

Das Spiel der Eintracht in Basel gibt es ab 21 Uhr in der Vollreportage bei hr-iNFO. Außerdem berichtet hr1 im "heimspiel!" ab 19 Uhr immer wieder aus Basel. Live und in voller Länge hören Sie das Spiel in unserem Audiostream, dazu gibt es einen Liveticker.

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Den Nimbus der Unbesiegbarkeit haben die Basler allerdings 2018 verloren, als ausgerechnet Adi Hütter, damals Trainer von Young Boys Bern und heutiger Eintracht-Coach, die Berner zum ersten Meistertitel seit 32 Jahren führte. Seither ist YB der neue Serienmeister, "der FC Basel hat den Anschluss verloren", titelte zuletzt die Basler Zeitung. Die am vergangenen Montag beendete Saison schlossen die Basler auf Rang drei ab, so "schlecht" war man seit elf Jahren nicht.

"Eine Handschrift des Trainers war selten zu erkennen"

In der eigenartigen Saison 2019/20 haben die Basler zwar lange noch um den Titel mitgespielt, konnten zu selten aber wirklich überzeugen – vor allem gegen tiefstehende Gegner taten sie sich schwer. "Variationen, Überraschungen, Tempowechsel oder gar eine Handschrift des Trainers waren in der Liga nur selten zu erkennen", urteilte die BaZ, zu oft sei die Mannschaft "rat- und ideenlos" aufgetreten.

Das unterstreichen auch die müden Vorstellungen in den letzten Saisonspielen. 0:0 gegen Luzern, 0:0 gegen Thun – nach fußballerischen Leckerbissen klingt das nicht. Auch, weil Cheftrainer Marcel Koller Kräfte fürs Eintracht-Spiel schonte, sagt Jan Weisstanner, Sportredakteur beim Schweizer Rundfunk und Fernsehen. "Man hat Kräfte gespart, um am Donnerstag fit zu sein. Die Stammspieler Valentin Stocker, Taulant Xhaka, Silvan Widmer und Samuele Campo wurden komplett geschont, auch Fabian Frei, Raoul Petretta und Eray Cömert spielten nur eine Halbzeit."

"Die Saison wird Spuren hinterlassen haben"

Rotation fürs Rückspiel also, doch Weisstanner betont: "Die lange Super-League-Saison, sie dauerte 385 Tage, wird auch bei den geschonten Spielern Spuren hinterlassen haben." Während sich die Eintracht seit Ende Juni im Urlaub befand, hatten die Schweizer satte elf Spiele zu bestreiten, und das teils unter chaotischen Zuständen.

Wie ausgeruht beziehungsweise überspielt die Basler sind, wird man am Donnerstag (21 Uhr) sehen. Müde oder nicht: Aufpassen muss die Eintracht in jedem Fall auf Top-Torjäger Arthur Cabral, der in 26 Ligaspielen 14 Treffer erzielte. Auch Widmer sollten die Hessen im Auge behalten, der 27-Jährige "gehört zu den besten Außenverteidgern der Liga", so Weisstanner.

Baustellen gibt es genug

Beide sollen mithelfen, die Saison noch zu einem versöhnlichen Abschluss zu bringen. Denn auch abseits des Sportlichen brodelt es im und um den Club. "Es gibt Gräben zwischen Fans und Führung, und auch in der sportlichen Leitung", so Weisstannner. "Und durch geschrumpfte Reserven droht auch ein Liquiditätsengpass." Baustellen gibt es also genug. Immerhin: Die besten Spiele zeigte der FCB auf europäischer Ebene, gegen Eindhoven, Getafe oder eben Eintracht Frankfurt. Ein gutes Omen für die Hessen hingegen: Wenn einer weiß, wie man den FC Basel in die Schranken weist, dann Adi Hütter.

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Goncalo Paciencia trifft gegen Monaco zum 1:0.
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