Niko Kovac
Niko Kovac Bild © picture-alliance/dpa

Am Donnerstag ist Niko Kovac auf den Tag genau zwei Jahre Trainer der Frankfurter Eintracht. Wir blicken auf die bislang wichtigsten Tage seiner Amtszeit – und solche, die es werden könnten.

Wer etwas mit Eintracht Frankfurt am Hut hat, der wird Makoto Hasebes Einschätzung uneingeschränkt teilen. "Er hat hier bislang super gearbeitet", sagt der japanische Profi über Trainer Niko Kovac, der am Donnerstag auf den Tag genau zwei Jahre bei der Eintracht im Amt ist. Am 8. März 2016 hatte ihn der Club offiziell vorgestellt.

"Als er kam, waren wir fast abgestiegen. Dann haben wir den Klassenerhalt geschafft. Und jetzt sind wir Vierter." Der Aufschwung der Hessen ist untrennbar mit Kovacs Namen verbunden – und mit entscheidenden Tagen, an denen sich die erfolgreiche Arbeit des Kroaten besonders bemerkbar gemacht hat. Eine Chronologie.

23. Mai 2016: Klassenerhalt in der Relegation

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In 76 Tagen gelingt Feuerwehrmann Kovac, wofür er geholt wird: den Abstiegskampf-Brand löschen und den Absturz in die Zweitklassigkeit verhindern. Als Nachfolger des zuvor entlassenen Armin Veh dirigiert er den Club im Saisonendspurt 2015/16 zu Siegen unter anderem gegen Mainz (2:1), in Darmstadt (2:1) und gegen Dortmund (1:0). In der abschließenden Relegation gegen Nürnberg sind noch einmal Nerven gefragt, am Ende setzt sich Frankfurt aber in zwei Spielen durch (1:1, 1:0). Und der Trainer darf sich zu Recht als Retter feiern lassen.

8. Dezember 2016: Vertragsverlängerung bis 2019

Niko Kovac und Fredi Bobic
Kovac mit Sportvorstand Fredi Bobic (re.) Bild © Rhode/Storch

Gute Arbeit zahlt sich aus: Nach diesem Motto geben sich Kovac und die Eintracht frühzeitig das Ja-Wort für eine langfristige Zusammenarbeit. Sein auslaufender Vertrag wird exakt neun Monate nach seinem Amtsantritt um zwei Jahre bis 2019 verlängert. Er habe bei der Eintracht intensive Erfahrungen gemacht, sagt der heute 46-Jährige damals. "Das schweißt zusammen und macht Lust auf mehr."

16. März 2017: Fair Play Preis des Deutschen Sports

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Auch fernab jeglicher Trainingsplätze und Bundesliga-Arenen macht Kovac Schlagzeilen. Den Fair Play Preis des Deutschen Sports erhält er für sein Verhalten nach dem Relegations-Irrsinn in Nürnberg: Statt umgehend ausgelassen zu feiern, geht der Trainer in den Minuten nach Abpfiff zu Nürnberger Spielern, tröstet sie, spendet ihnen Mut und Kraft. Ein Verhalten, das die Jury damals als "ehrliche Empathie für den sportlichen Gegner gerade im Angesicht des eigenen, wichtigen Sieges" bewertet.  

27. Mai 2017: Pokalfinale in Berlin

Die Choreographie der Eintracht-Fans beim Pokal-Finale in Berlin
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Der sportliche und emotionale Höhepunkt der vergangenen Eintracht-Jahre. Dass die Hessen das Endspiel gegen Borussia Dortmund knapp mit 1:2 verlieren ist schade, tut angesichts ihrer enormen Entwicklung unter Kovac aber nicht lange weh. Binnen 14 Monaten formt der Kroate aus einem Fast-Absteiger einen Pokalfinalisten. Eine Trainerleistung, die es so in Fußball-Deutschland nicht oft gibt.

18. August 2017: Boateng wechselt zur Eintracht

Kovac und Boateng beim Training
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Doch die Weiterentwicklung der Eintracht hört mit der Abreise aus dem Olympiastadion nicht auf. Die Verpflichtung von Prince Boateng ist ein Paukenschlag – und eng mit Kovac verbunden. "Wir kommen aus dem gleichen Bezirk, fast aus der gleichen Straße", erzählte der 31-Jährige jüngst über die gemeinsame Berliner Zeit. Bei Hertha BSC sind beide einst für eine Weile Teamkollegen. "Wir sind auf dem gleichen Level gewesen, obwohl ich jünger war. Aber er hat mich geführt – und das macht er heute genauso", so der Profi weiter. Trainer Kovac und Leader Boateng: ein Duo mit Vergangenheit, Gegenwart und, so die Hoffnung vieler Fans, auch Eintracht-Zukunft.

28. Januar 2018: Kovac wird lebenslanges Vereinsmitglied

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"Irgendwann werde ich nicht mehr leben, aber bis dahin werde ich immer den Adler in der Brust tragen", sagt Kovac, als während der Mitgliederversammlung Ende Januar seine lebenslange Mitgliedschaft bei Eintracht Frankfurt bekanntgegeben wird. Ein Statement, das in eine Zeit fällt, in der der erfolgreiche Trainer Niko Kovac gerüchteweise mit anderen Bundesliga-Clubs in Verbindung gebracht wird. Ja, sogar der große FC Bayern soll interessiert sein. Eine Situation, die Präsident Peter Fischer überhaupt nicht gefällt. Die Gerüchte "stinken uns total", sagt er deshalb Ende Januar bei hr-iNFO. Und seitdem ist Ruhe.

12. Mai 2018: Zurück in die europäische Zukunft?

Zugegeben: Ein Datum, das in der Zukunft liegt, hat nichts mit Kovacs bisheriger Schaffenszeit zu tun. Noch nicht. Denn dieser Samstag, der 34. Bundesliga-Spieltag, könnte ein weiterer Meilenstein in der Ära Kovac werden. Von Spieltag zu Spieltag und von Sieg zu Sieg wird es immer wahrscheinlicher, dass sich die Eintracht am Ende der Saison für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert.

Nicht nur die Europa League, sogar die Champions League scheint aktuell als Tabellenvierter möglich zu sein. Und apropos möglich: Über eine erneute Teilnahme am Pokalfinale in Berlin haben wir bis hierhin noch gar nicht gesprochen. Den 19. Mai 2018 sollte man sich also auch vormerken.

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