Simon Falette (li.) und Kevin-Prince Boateng bejubeln den Führungstreffer der Eintracht gegen Leipzig.
Simon Falette (li.) und Kevin-Prince Boateng bejubeln den Führungstreffer der Eintracht gegen Leipzig. Bild © Imago

Bei allen Protesten gegen die Ansetzung des ersten geplanten Montagsspiels der Bundesliga-Historie: Es wurde auch Fußball gespielt zwischen Frankfurt und Leipzig. Und wie: Die Eintracht ballerte sich mit einem Sieg auf Rang drei der Tabelle.

Videobeitrag

Video

zum Video Pressekonferenz nach dem Eintracht-Heimsieg gegen Leipzig

Ende des Videobeitrags

Ein denkwürdiger Abend in Frankfurt: Die Eintracht hat im ersten regulären Montagsspiel der Bundesliga-Geschichte begleitet von zahlreichen Protesten der Fans im Stadion einen Sieg gegen RB Leipzig eingefahren. Timothy Chandler (22. Minute) und Kevin-Prince Boateng (26.) trafen zum 2:1 (2:1) gegen den ungeliebten Europacup-Rivalen. Durch den Erfolg bei einem Gegentor von Jean-Kevin Augustin (13.) zog die Eintracht in der Tabelle an Leipzig vorbei und steht nun auf Rang drei. Mit nunmehr 39 Zählern fehlt der Mannschaft von Trainer Niko Kovac nur noch ein Punkt auf den Zweiten Borussia Dortmund (40).

Wegen der Fan-Aktionen gegen die ungewohnte Anstoßzeit begann das Spiel mit rund fünfminütiger Verzögerung. Zahlreiche Protestbanner wurden aufgehängt, hunderte Anhänger drängten vor Anpfiff aus der Fankurve in den Innenbereich. Dort protestierten sie weitere zwei Minuten friedlich und zogen sich dann zurück. Wie angekündigt, verzichteten die Frankfurter Fans auf stimmungsvolle Anfeuerungsrufe, dafür wurde der gegnerische Ballbesitz stets mit einem ohrenbetäubenden Triller-Pfeifkonzert begleitet.

Ein Spiel wie eine Achterbahnfahrt

So sehr die Zuschauer auch bemüht waren, das "Premiumprodukt" Bundesliga-Fußball in den Schatten zu stellen – es gelang ihnen nur bedingt. Schuld daran waren die Spieler beider Mannschaften, die ein richtiges Spitzenspiel auf den Rasen zauberten. Viel Tempo, großer Offensivdrang und überschaubare defensive Disziplin waren die Zutaten für ein hochklassiges Montagabendspiel. Zunächst durften die Gäste in Person von Augustin jubeln, der eine blitzsaubere Kombination über die linke Frankfurter Abwehrseite zum 0:1 abschloss (13.).

Bildergalerie

Bildergalerie

zur Bildergalerie Protest gegen Montagsspiel: große Plakate und großes Tennis

Ende der Bildergalerie

Die Gastgeber, bei denen David Abraham nach zweimonatiger Verletzungspause zurückkehrte und Omar Mascarell angeschlagen fehlte, mussten sich kurz schütteln. Doch dann drehten sie das Spiel innerhalb von 240 Sekunden: Zunächst behielt Chandler im Anschluss an einen Eckball die Übersicht und vollendete aus wenigen Metern mit der Sohle zum Ausgleich (22.), ehe Rebic kurz darauf bis zur Grundlinie durchbrach und Boateng im Rückraum bediente – 2:1 für die Eintracht (26.).

Rebic blieb im Zentrum des Geschehens: In der 30. Minute foulte er Marcel Sabitzer elfmeterreif. Weil der Leipziger zuvor aus dem Toraus gekommen war, revidierte Schiedsrichter Felix Zwayer seinen Strafstoß-Pfiff jedoch nach Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter. Unmittelbar vor der Pause dann die Großchance zum 3:1: Rebic geriet auf dem langen Weg in Richtung RB-Tor aber scheinbar ins Grübeln und verpasste den richtigen Moment zum Abschluss, sodass Peter Gulacsi parieren konnte (45.).

Rebic und Haller haben zu viel Zeit

Nach verzögertem Wiederbeginn, die Eintracht-Fans hatten es zur Pause hunderte Tennisbälle aufs Feld regnen lassen, spielte die Eintracht weiter aggressiv nach vorne. Der einzige Vorwurf, den sich das Team gefallen lassen musste, war die Chancenverwertung. Nach Pass von Rebic war es diesmal Sébastien Haller, der auf dem Weg zum Tor den Ball verstolperte (67.). Bei der darauffolgenden Ecke hatte Haller sein Köpfchen im Spiel, der Ball rutschte am langen Pfosten vorbei.

Von den hochgehandelten Leipzigern, die das Dreigestirn Yussuf Poulsen, Emil Forsberg und Timo Werner erst nach der Pause brachten, kam erst aber der 70. Minute ein wenig mehr. Die 45.100 Zuschauer mussten aber nur selten wirklich die Luft anhalten. Lukas Hradecky im Tor der Hessen überstand die wenigen brenzligen Situationen unbeschadet und konnte nach einem langen Abend ausgelassen mit Mitspielern - und kurz darauf auch mit den Fans - jubeln.

Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt - RB Leipzig 2:1 (2:1)

Frankfurt: Hradecky - Salcedo, Abraham, Falette - da Costa, Hasebe, Boateng (68. Fernandes), Chandler - Wolf (82. Gacinovic), Haller, Rebic (80. Jovic)  

Leipzig: Gulacsi - Laimer, Orban, Upamecano, Klostermann - Ilsanker - Keita (61. Forsberg), Demme (46. Poulsen) - Sabitzer, Lookman (76. Werner) - Augustin                    

Tore: 0:1 Augustin (13.), 1:1 Chandler (22.), 2:1 Boateng (26.)

Gelbe Karten: Hasebe, Boateng, Falette, Chandler, Wolf, Haller, Rebic - Orban, Klostermann

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 45.100

Ende der weiteren Informationen
Externer Inhalt
Ende des externen Inhalts