Goncalo Paciencia jubelt

Blitzstart, Handelfmeter und zwei Stürmer in Torlaune: Eintracht Frankfurt zeigt gegen Bayer Leverkusen die beste Saisonleistung und schließt zur Spitzengruppe auf. Frederik Rönnow wird zum heimlichen Matchwinner.

Eintracht Frankfurt hat die Länderspielpause am Freitagabend mit einem Feuerwerk beendet. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter präsentierte sich beim 3:0 (2:0)-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen giftig, torhungrig und am Ende auch noch abgezockt. Goncalo Paciencia (4./16.) und Bas Dost (81.) sorgten für die Tore und katapultierten ihr Team damit vorbei an den Gästen auf Platz sieben. Die Tabellenspitze ist zumindest über Nacht nur zwei Punkte entfernt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Coach Hütter: "Wir dürfen uns bei Frederik Rönnow bedanken"

Eintracht-Trainer Adi Hütter
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Silva muss passen

Eine entscheidende Szene der Partie ereignete sich schon einige Stunden vor Anpfiff: Stürmer André Silva meldete sich verletzungsbedingt ab und machte damit den Weg frei für Paciencia. Der Portugiese, der ohne Silvas Fußprobleme womöglich gar nicht in der Startelf gestanden hätte, durfte von Beginn an ran und avancierte prompt zum Mann der Anfangsphase: Nach vier Minuten verwertete er einen Traumpass von Danny da Costa zur frühen Führung, wenig später verwandelte er einen von ihm erzwungenen Handelfmeter zum 2:0.

Zwei frühe Tore, die sich die Eintracht mit permanentem Pressing und viel Tempo über die Außen redlich verdiente. Wie schon beim Heimspiel gegen Werder Bremen (2:2) ließen die Hessen die Abtastphase ausfallen und setzten die ebenso überrascht wie überfordert wirkenden Leverkusener früh unter Druck. Ein Sonderlob verdiente sich dabei vor allem Filip Kostic, der seinen Gegenspieler Mitchell Weiser gleich mehrmals überspielte und zahlreiche gefährliche Angriffe einleitete. Die Quittung für Weiser: Der Rechtsverteidiger wurde nach nur 30 Minuten völlig entnervt und mit Knoten in den Beinen ausgewechselt.

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Touré muss verletzt raus

Und was kam von Leverkusen? Herzlich wenig. Kai Havertz (5.) und Lucas Alario (42.) tauchten jeweils einmal vor dem Frankfurter Tor auf. Einmal rettete Martin Hinteregger, einmal parierte Frederik Rönnow. Auf Seiten der Eintracht vergaben Rode (8.) und Paciencia (9.) weitere gute Möglichkeiten, ein Tor von Kostic aus Abseitsposition (22.) zählte zu Recht nicht. Die einzige schlechte Nachricht des ersten Durchgangs produzierte Almamy Touré: Der Innenverteidiger musste wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel vom Feld, für ihn kam David Abraham (30.).

Nach dem Seitenwechsel schaltete die Eintracht zunächst etwas zurück und überließ den Gästen die Initiative. Während vorne weiterhin allen voran Kostic für einzelne Nadelstiche und gewonnene Mann-gegen-Mann-Duelle sorgte, rückte hinten immer mehr Keeper Rönnow in den Mittelpunkt. Leverkusen rannte an und wurde stärker, bei zwei gefährlichen Abschlüssen des eingewechselten Karim Bellarabi (53./56.), einem Kopfball aus kürzester Distanz von Alario (66.) und einem abgefälschten Schuss von Havertz (75.) reagierte der oft gescholtene Rönnow aber großartig und brachte die Werkself zunehmend zum Verzweifeln.

Der VAR hilft mit

Zwei besondere Auftritte hatte dann auch noch der Schiedsrichter: Zunächst verweigerte Christian Dingert der Eintracht die Krönung eines Bilderbuch-Konters. Nach 60-Meter-Sprint von Kostic und Hackenvorlage von Paciencia schob Bas Dost zur vermeintlichen 3:0-Führung ein, wurde dann aber zu Recht wegen Abseits zurückgepfiffen (66.).

Kurze Zeit später zeigte der Unparteiische dann zur Verwunderung der 50.800 Zuschauer auf den Elfmeterpunkt. Nach Eingreifen des VAR wurde das angebliche Handspiel von Gelson Fernandes jedoch korrekterweise als Schuss gegen den Kopf gewertet und der Elfmeter für Leverkusen zurückgenommen (73.).

Und als wäre das alles nicht schon genug Spektakel, belohnte sich in der Schlussphase auch noch Dost mit einem eigenen Treffer. Nach einem Doppelpass mit Kostic bewies der Holländer seinen Torinstinkt und entschied die Partie (81.), ehe in der Schlussminute erneut der heimliche Matchwinner sein Können unter Beweis stellte: Rönnow hielt einen letzten Schuss und damit den hochverdienten 3:0-Sieg fest.

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Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen 3:0 (2:0)

Frankfurt: Rönnow - Toure (30. Abraham), Hasebe, Hinteregger - da Costa, Fernandes, Rode, Kostic - Sow (84. Kohr) - Dost (85. Gacinovic), Paciencia  
Leverkusen: Hradecky - Dragovic, Bender Wendell (64. L.Bender) - Weiser (30. Bellarabi), Baumgartlinger, Demirbay - Havertz,  Amiri, Volland - Alario (82.Diaby)  

Tore: 1:0 Paciencia (4.), 2:0 Paciencia (16./HE), 3:0 Dost (81.)
Gelbe Karten: Fernandes / Dragovic  

Schiedsrichter: Dingert (Gries)
Zuschauer: 50.800

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