Eintracht Frankfurt feiert einen überraschenden Auswärtssieg in Wolfsburg und verschafft sich Luft im Abstiegskampf. Dank des neuen Torjägers Daichi Kamada sieht die Welt im Tabellenkeller wieder etwas besser aus.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht siegt in Wolfsburg

Eintracht Jubel Kamada
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Ein Elfmetertor von André Silva und das zweite Saisontor von Daichi Kamada haben Eintracht Frankfurt am Samstag den ersten Geisterspiel-Sieg in dieser Spielzeit beschert. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter setzte sich mit 2:1 (1:0) beim VfL Wolfsburg durch und sprang in der Tabelle vorübergehend auf Platz zwölf. Vor dem Nachholspiel am Mittwoch (20.30 Uhr) bei Werder Bremen beträgt der Vorsprung der Hessen auf die Abstiegszone fünf Punkte.

Den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Kevin Mbabu (58.), der eingewechselte Lucas Torro flog in der Nachspielzeit vom Platz.

Hütter wechselt erneut durch

Hütter hatte die Startelf erneut auf vier Positionen umgestellt. Für den gesperrten Stefan Ilsanker rückte David Abraham zurück in die Dreierkette, Mijat Gacinovic  ersetzte Bas Dost und agierte gemeinsam mit Daichi Kamada in einem 3-4-3-System hinter der einzigen Spitze André Silva. Außerdem neu dabei: Timothy Chandler für Almamy Touré und Dominik Kohr für Lucas Torro.

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Adi Hütter bei der Pressekonferenz
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Im Gegensatz zur turbulenten Partie gegen den SC Freiburg dauerte es in Wolfsburg jedoch eine ganz Weile bis zu einem echten Highlight. Beide Teams schenkten sich nichts und verbrauchten viel Energie in Mittelfeld-Zweikämpfen. Während die etwas aktiveren Gastgeber ihre Angriffe vor allem über den starken Linksverteidiger Jerome Roussillon initiierten, wartete die Eintracht eher ab und beschränkte sich zunächst auf die Absicherung des eigenen Tors und schnelles Umschaltspiel.

Silva bleibt eiskalt

Mit Kohr und Sebastian Rode sowie den stets anlaufenden Gacinovic und Kamada in der Zentrale standen die Hessen kompakter als noch in den Spielen zuvor. Komplett sattelfest war die Abwehr zwar erneut nicht, bis auf einen Schuss von Josip Brekalo (20.), den Kevin Trapp glänzend parierte, sowie einer Doppelchance von Wout Weghorst (42.) brachten die Wölfe in der Offensive aber nicht viel zustande.

Da auf der Gegenseite Silva bei einem der wenigen Frankfurter Angriffe von Gegenspieler Marin Pongracic elfmeterreif umgerissen wurde und anschließend vom Punkt aus cool blieb (27. Minute), ging es mit einer schmeichelhaften, aber nicht unverdienten Eintracht-Führung in die Pause.

Kamada trifft schon wieder

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Wolfsburg mit Ball, die Eintracht mit Kämpferherz. Anders als im ersten Durchgang gelang es den Hessen zunächst jedoch nicht mehr, für ausreichend Entlastung zu sorgen. Die Wolfsburger erhöhten den Druck immer mehr und wurden folgerichtig nach einem Freistoß belohnt: Arnold bediente Mbabu, der zum Ausgleich einköpfte.

Die Eintracht steckte auch in der Folgezeit nicht auf und bewies, dass sie den Abstiegskampf angenommen hat. Anders als noch gegen Gladbach oder München stimmten Einstellung und Wille. Die Rückkehr von Libero Makoto Hasebe und die systematische Rolle rückwärts zur Dreierkette haben dem Team zudem sichtlich gutgetan.

Und als sich fast alle bereits auf ein Remis eingestellt hatten, tauchte dann plötzlich Kamada frei vor VfL-Keeper Koen Casteels auf und erzielte im zweiten Spiel in Folge einen Treffer kurz vor dem Schlusspfiff. Vier Tage vor dem Gastspiel bei Werder Bremen, das Torro nach einer rekordverdächtigen Gelb-Roten Karte in der Nachspielzeit verpassen wird, kann die Eintracht im Abstiegskampf etwas durchatmen.

Weitere Informationen

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt 1:2 (0:1)

Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Pongracic, Brooks, Roussillon - Schlager, Arnold - Steffen, Joao Victor (61. Mehmedi) - Brekalo - Weghorst (75. Ginczek)
Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, Hinteregger - Kohr (77. Torro), Rode (77. Fernandes) - Chandler, Kamada (89. De Guzman), Gacinovic (84. Sow), Kostic - Silva (77. Dost)

Tore: 0:1 Silva (27./FE), 1:1 Mbabu (58.), 1:2 Kamada (85.)

Gelbe Karten: Pongracic, Steffen, Joao Victor, Roussillon / Rode, Kamada, Gacinovic, De Guzman
Gelb-Rot: Torro

Schiedsrichter: Winkmann
Zuschauer: keine

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Sendung: hr1, heimspiel!, 30.05.20, 15.15 Uhr