Jubel von Eintracht Frankfurt bei Union Berlin

Eintracht Frankfurt sichert sich in Berlin den ersten Auswärtssieg und beweist dabei - sorry, Marco Reus - Mentalität. Zwei Stürmer sind zudem richtig angekommen. Die Analyse in fünf Punkten.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Ich bin sehr glücklich heute"

Eintracht-Trainer Adi Hütter
Ende des Audiobeitrags

Eintracht Frankfurt hat in der Bundesliga den ersten Auswärtssieg der Saison eingefahren. Beim 2:1 (0:0)-Erfolg bei Aufsteiger Union Berlin erzielten Bas Dost (48. Minute) und André Silva (62.) die Tore für die Hessen, Anthony Ujah gelang für den Hauptstadt-Club nur der Anschlusstreffer.

1. Endlich die ersten Auswärtspunkte

Beinahe ein halbes Jahr war er her, der letzte Bundesliga-Auswärtssieg von Eintracht Frankfurt. Beim FC Schalke 04 gewannen die Hessen Anfang April mit 2:1. Lange ist's her. Seitdem wartete die Elf von Trainer Adi Hütter auf den nächsten Erfolg in der Fremde. Der Sieg bei Union beendete diese Durststrecke.

Durch diesen Erfolg können die Frankfurter zudem endgültig ein positives Fazit zum Saisonstart ziehen. Sechs Spiele in der Bundesliga, zehn Punkte - die Eintracht ist auf Kurs. "Der erste Auswärtssieg ist sehr wichtig für das Selbstvertrauen", bestätigte Hütter nach der Partie. "Diesmal treten wir mit drei Punkten die Rückreise an und liegen im Soll."

2. Dost ist da - und Silva auch

Was wurde nicht alles über den Fitness-Zustand von Sommer-Neuzugang Bas Dost getratscht und gerätselt. Hält der Stürmer überhaupt ein ganzes Bundesliga-Spiel durch? Hat der 30-Jährige in Lissabon nur Däumchen gedreht? Auch Eintracht-Coach Hütter musste irgendwann zugeben, dass Dost noch nicht das Level hat, das man hierzulande braucht.

Gegen Union Berlin zeigte der Knipser nun zum ersten Mal von Beginn an, dass er, erstens, die Fitness für ein umkämpftes Spiel wie bei den Eisernen hat, und zweitens, spielerisch eine absolute Bereicherung sein kann - nicht nur wegen seines Treffers. Der Niederländer und Sturm-Kollege André Silva, der den zweiten Treffer per Kopf beisteuerte und ein ständiger Unruheherd war, deuteten erstmals ihr Potenzial als Angriffs-Duo an. Ein erstes Zwischenfazit: Ja, das könnte was werden.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Dost: "Das ist mein Job"

sgef95
Ende des Audiobeitrags

3. Eintracht kann Mentalität

Auch wenn BVB-Star Marco Reus das ungern hören wird, aber die Eintracht hat - wie schon gegen Borussia Dortmund - bewiesen, dass sie Mentalität kann. Drehten die Hessen gegen den BVB besonders zum Ende der Partie nochmal auf, zeigte die Hütter-Elf an der Alten Försterei nach einem verpatzen Start die richtige Einstellung.

Berlin rannte, ackerte und fightete. Und die Eintracht? Hielt nach schläfriger Anfangsphase dagegen. Die Hessen ließen sich ab der zehnten Minute nicht mehr von der Stimmung in Berlin-Köpenick beeindrucken und zeigten dem Gegner mehrmals, wer die besseren Fußballer in den Reihen hat. Auch nachdem der Anschlusstreffer fiel und eine hektische Schlussphase drohte, behielten die Hessen einen kühlen Kopf - und kassierten, im Gegensatz zum BVB vor wenigen Tagen in Frankfurt, keinen späten zweiten Treffer.

4. Schon wieder ein Gegentor

Apropos Gegentreffer: So ganz ohne gegnerisches Tor geht es bei der Eintracht aktuell aber nicht. Nur gegen die TSG Hoffenheim am ersten Bundesliga-Spieltag blieben die Frankfurter in dieser Spielzeit ohne Gegentreffer. Seitdem klingelt es immer mindestens einmal im Kasten der Hessen - so auch in Berlin.

"Das Gegentor ärgert uns natürlich, so ein Spiel können wir auch mit 2:0 gewinnen", monierte daher auch Mittelfeld-Renner und Vorlagengeber Djibril Sow. Komplett sattelfest ist die Eintracht-Abwehr immer noch nicht. Der starke Torhüter Kevin Trapp musste mehr als nur einmal weitere Treffer verhindern. Viel Zeit zum weiteren Einspielen bleibt den Frankfurtern aber nicht. Denn...

5. Guimaraes kann kommen

... am Donnerstag geht es direkt weiter. In der Europa League wartet der zweite Gruppengegner Vitoria Guimaraes auf die Eintracht. Von der Ausgangssituation her ein vergleichbares Spiel. Ähnlich wie gegen Berlin müssen die Frankfurter unbedingt gewinnen, um nach der Pleite gegen Arsenal nicht an Boden in der Gruppe zu verlieren.

"Dieser Sieg in Berlin gibt uns Selbstvertrauen. Bei Union kann man nicht schön spielen und gewinnen. Hier muss man hart arbeiten. Jetzt wollen wir auch am Donnerstag punkten", gab Sow direkt nach Abpfiff die Marschrichtung für das Spiel in Portugal vor. Zwar bangt die Eintracht nach einem Zusammenprall im eigenen Strafraum um Trapp und Abwehrchef Makoto Hasebe. Dennoch gilt: Wenn die Eintracht wieder eine solche Mentalität und ein solches Sturm-Duo mitbringt, sollte ein Erfolgserlebnis in Guimaraes absolut möglich sein.