Jubel Eintracht Frankfurt André Silva Union Berlin

Eintracht Frankfurt hat ein wildes Bundesliga-Spektakel gegen Union Berlin gewonnen. Von Minute eins an war es eine rasante Fahrt im Stadtwald, den Sieg der Hessen leitete dabei ein kurioses Eigentor ein.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Eintracht besiegt Union Berlin

Eigentor Union Berlin Andrich Eintracht Frankfurt
Ende des Audiobeitrags

Eintracht Frankfurt hat die kurze sieglose Serie in der Bundesliga beendet. Gegen Union Berlin gewannen die Hessen am Samstag in einer spektakulären Partie mit 5:2 (4:2). Die Tore für die Eintracht erzielten André Silva (2./41. Minute), Filip Kostic (39.) und Timothy Chandler (90.+2), Robert Andrich unterlief zudem ein kurioses Eigentor (35.). Für die Gäste aus der Hauptstadt traf Max Kruse doppelt (7./45.+3).

Mit dem Erfolg und dank des Remis von Borussia Dortmund in Köln baut die Eintracht ihren Vorsprung auf Platz fünf auf vier Punkte aus. Der Traum von der Champions League ist für die Eintracht damit weiter möglich. "Es waren extrem wichtige drei Punkte heute - vor allem vor der Länderspielpause", sagte Mittelfeldspieler Djibril Sow. "Wir können mit Elan aus der Pause kommen und haben dann direkt ein Topspiel gegen Dortmund." (Mehr Stimmen zum Spiel gibt es hier.)

Eintracht im Rausch nach Andrich-Eigentor

Dass diese Bundesliga-Partie eine besondere werden wird, war vom Start weg klar. Die Eintracht, seit langem mal wieder mit Doppelspitze unterwegs, und auch Union legten los wie die Feuerwehr. Kevin Trapp musste direkt in der ersten Minute in höchster Not nach einem Kopfball von Robin Knoche retten, das erste Tor fiel nur eine Zeigerumdrehung später. Nach einer schönen Hereingabe von Kostic traf Silva zur frühen Eintracht-Führung (2.).

Nur: Lange hatte diese nicht Bestand. Nach einem weiten Ball musste Makoto Hasebe gegen Julian Ryerson in den Zweikampf und wurde unsanft zu Fall gebracht, was Kruse ohne großes Zögern zum 1:1 ausnutzte. Alle (berechtigten) Frankfurter Einwände halfen nichts: Der Treffer zählte (7.). Die wilde Fahrt ging im Anschluss munter weiter. Luka Jovic probierte es zweimal (16./26.), Union blieb besonders nach Ecken brandgefährlich (20./33.).

Makoto Hasebe Eintracht Frankfurt Union Berlin

Und gerade als diese Partie die erste kleinere Verschnaufpause eingelegt hatte, wurde es richtig wild. In der 35. Minute stand es aus heiterem Himmel 2:1 für die Eintracht. Der Grund: ein kurioses Slapstick-Eigentor von Andrich. Der Berliner brachte das Kunststück fertig, den Ball per Rückpass aus gut und gerne 25 Metern im eigenen Tor unterzubringen. Keeper Andreas Luthe stand neben dem Tor, rutschte weg und hatte die beste Sicht auf das Berliner Unglück.

Kruse trifft per Kopf

Die Frankfurter nahmen das Geschenk gerne an und drehten jetzt richtig auf. Innerhalb von nur zwei Minuten überrollten die Hessen die Gäste und machten frühzeitig den Deckel drauf auf diese Partie. Nach einem Konter traf Kostic zum 3:1 (39.), direkt danach erhöhte Silva nach mustergültiger Kombination über Jovic und Daichi Kamada zum 4:1 (41.). Trotz hoher Führung blieb die Eintracht-Defensive weiter wacklig. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte traf Kruse per Kopf zum 2:4.

Eigentor Union Berlin Andrich Eintracht Frankfurt

Durch diesen Treffer wurde die Eintracht im zweiten Abschnitt etwas vorsichtiger. Die Fahrt war ein klein wenig raus, die Hessen schauten sich nun an, was vom Gegner aus der Hauptstadt noch so kommt. Erst in der 60. Minute versuchte es Kamada mit einer Torannäherung. Sein Schuss ging aber knapp am Berliner Kasten vorbei. Auf der anderen Seite unterstrich im direkten Gegenzug Joel Pohjanpalo, dass die Berliner sich nicht kampflos aufgeben würden. Trapp war jedoch zur Stelle.

Viel Ballbesitz, Union bleibt aber gefährlich

Die Eintracht hatte nun eine Menge Ballbesitz und kontrollierte die Begegnung. Das verhinderte aber nicht, dass die Eisernen punktuell immer wieder zu Chancen kamen. Der eingewechselte Keita Endo war der nächste, der es versuchte. Sein Kopfball ging nur knapp am Kasten von Trapp vorbei (69.). Adi Hütter sah die drohende Gefahr, reagiert und wechselte seine Doppelspitze aus.

Das Motto der Schlussphase hieß nun: verteidigen und nichts mehr anbrennen lassen. Die Berliner erhöhten ein wenig den Druck, Eigentor-Schütze Andrich traf kurz vor Schluss noch die Latte (88.). Den einzigen Treffer im zweiten Abschnitt erzielten aber kurz vor dem Abpfiff die Frankfurter: Der eingewechselte Chandler setzte in der Nachspielzeit nach einer schönen Kombinationen den Schlusspunkt in dieser erinnerungswürdigen Bundesliga-Partie.

Videobeitrag

Video

zum Video Die Pressekonferenz nach dem Eintracht-Spiel gegen Union

Eintracht-Trainer Adi Hütter
Ende des Videobeitrags
Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt – Union Berlin 5:2 (4:2)

Frankfurt: Trapp - Ilsanker, Hasebe, Ndicka - Barkok (77. Ache), Sow, Rode, Kostic – Kamada (90.Hrustic) - Silva (77. Chandler), Jovic (77. Zuber)
Berlin: Luthe - Friedrich, Knoche, Schlotterbeck - Trimmel, Andrich, Ryerson (83. Bülter) – Prömel (71. Griesbeck), Ingvartsen (61. Endo) - Kruse, Pohjanpalo (61. Teuchert)

Tore: 1:0 Silva (2.), 1:1 Kruse (7.), 2:1 Andrich (35./ET), 3:1 Kostic (39.), 4:1 Silva (41.), 4:2 Kruse (45.), 5:2 Chandler (90.)
Gelbe Karten: Hasebe / Teuchert, Andrich

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, 20.03.2021, 17.30 Uhr