Goncalo Paciencia und Bas Dost von Eintracht Frankfurt

Nach der Verpflichtung von André Silva hat Adi Hütter in der Offensive von Eintracht Frankfurt die Qual der Wahl. Für die Zusammenstellung des Angriffs gibt es diverse Optionen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found André Silva: eleganter Superstar

Eintracht-Neuzugang Andre Silva bei der Pressekonferenz
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Von der Dreier-Büffelherde zum Zweiersturm – das scheint angesichts der Transfers der Plan von Eintracht-Coach Adi Hütter. Das Trio Jovic-Haller-Rebic ist Geschichte, im Gegenzug kamen Bas Dost und André Silva sowie Sturmtalent Dejan Joveljic, der aber ganz offensichtlich noch Zeit braucht. Und dann wären da noch Rückkehrer Daichi Kamada sowie Goncalo Paciencia. Wie also spielen? Klar ist: Hütter hat fortan die Qual der Wahl.

Kamada – Dost – Paciencia

Was genau Bas Dost und Goncalo Paciencia kurz vor Anpfiff der zweiten Halbzeit im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf am Mittelkreis so angeregt besprachen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Nicht jedoch, dass das Zusammenspiel des neuen Frankfurter Sturmduos keine zwölf Minuten später bereits Früchte trug: Flanke Paciencia, Kopfball Dost, Ausgleich Eintracht.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Dost: "Das soll nur der Anfang sein"

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Nicht die einzige Szene des Spiels, die andeutete, dass Dost und Paciencia gut harmonieren könnten. Paciencia, der später noch den Siegtreffer markierte, kann seine Stärken viel besser ausspielen, wenn er seine Arbeit um einen zweiten Stürmer herum verrichtet und auch mal auf die Außen ausweicht. Mit seiner Technik und seinem Spielverständnis passt er gut zu einem Zielspieler wie Dost, der seinerseits die langen Bälle pflückt, weiterleitet oder abtropfen lässt, um dann den direkten Weg ins Zentrum zu suchen.

Plötzlich mit Spielmacher

Was nicht bedeutet, dass Paciencia eine hängende Spitze oder gar verkappter Außenspieler ist. Ganz im Gegenteil: Vor allem mit dem Kopf ist der Portugiese im Strafraum enorm torgefährlich, was das Duo Dost-Paciencia auch als mögliche Brechstangen-Option in engen Spielen interessant macht.

Zumal ein Fallenlassen, wie es in der Vorsaison von Rebic, Jovic oder Haller des Öfteren zu sehen war, im neuen System gar nicht notwendig ist. Schließlich steht mit Kamada ein Spielmachertyp auf dem Platz, den es 2018/19 so bei den Hessen nicht gab. Kamada ist mit seinem Spielwitz die Entdeckung der noch jungen Saison, einzig an seiner Effektivität muss der Japaner noch arbeiten.

Kamada – Dost – Silva

Mit Andre Silva ist ein Stürmertyp an den Main gewechselt, der Paciencia nicht unähnlich ist: technisch beschlagen, gutes Spielverständnis, Blick für den Nebenmann. Anders als Paciencia weicht Silva aber seltener auf die Flügel aus. "Er kann mit links, rechts und dem Kopf abschließen, er ist richtig stark in der Box", zeigte sich Hütter nach dem Transfer erfreut.

Silvas Skill-Set macht ihn ebenfalls zu einer passenden Ergänzung zu Dost, was das mögliche Sturmduo Silva-Paciencia eher zu einer B-Lösung macht, ginge der Eintracht so das körperliche Element ab, das Dost viel eher als seine neuen Kollegen auf den Platz bringt. Dost und Silva in der Spitze - mit Kamada dahinter - könnte hingegen die kommende A-Lösung sein, wenn sich Silva eingelebt hat und sein allseits beschworenes großes Potential auf die Strecke bringt. Das aber ginge zuungunsten von Paciencia, der in der noch jungen Saison den Anschein macht, als könne auch er den nächsten Schritt gehen.

Silva – Dost - Paciencia

Oder eben doch alle drei? Unwahrscheinlich. Denn im Vorjahr hatte die Eintracht mit Rebic noch einen Spieler, der sich immer wieder zurückfallen ließ oder über die Außen kam. Beim etwaigen Dreiersturm Silva-Dost-Paciencia bestünde die Gefahr, dass sich die drei zu sehr auf den Füßen stehen. Zudem fehlte den Hessen ohne Kamada das kreative Element, wenngleich einem wie Silva durchaus auch Spielmacherqualitäten zuzutrauen sind.

Und so darf sich Hütter über einen Angriff freuen, der zwar weniger brachial daherkommt als jener aus der Vorsaison, dafür aber ein größeres spielerisches Element verspricht. Kamada, Silva und Paciencia sind allesamt Techniker, die sich um den Brecher Dost herum gruppieren lassen. Und Djibril Sow haben die Hessen ja auch noch in der Hinterhand. Nun muss Hütter nur noch herausfinden, in welcher Zusammensetzung das am vielversprechendsten ist. Die gute Nachricht: Durch die geschaffte Qualifikation zur Europa-League-Gruppenphase hat er genügend Zeit, sämtliche Varianten auszuprobieren.