Huebner Hütter

Viererkette? Und wenn ja: Wie viele? Die mögliche Systemumstellung bringt Spekulationen über das Startelfpersonal von Eintracht Frankfurt mit sich. Wir verraten Ihnen, welche Formation sich vor dem Spiel bei 1899 Hoffenheim abzeichnet.

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Eintracht Adi Hütter HR still
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Seien wir ehrlich: Bei dem, was die TSG 1899 Hoffenheim in der Hinrunde offensiv auf den Platz gebracht hat, muss keinem Bundesligisten ernsthaft angst und bange werden. 25 Tore in 17 Spielen stehen da beispielsweise zu Buche, das sind im Durchschnitt gerade einmal 1,5 Treffer pro Partie.

Vor allem über die Außenbahnen war bislang nicht wirklich viel zu erwarten, schließlich schlagen die Kraichgauer Stand jetzt die viertwenigsten Flanken aller Erstligisten. Nach dem von Ex-Coach Julian Nagelsmann vorgegebenen Powerfußball muss die TSG, dieser Eindruck drängte sich während der ersten Halbserie phasenweise auf, ihren Offensivstil unter Alfred Schreuder erst noch finden.

Viererkette ins Portfolio

Vielleicht ist es genau diese Erkenntnis, die der Frankfurter Eintracht den Rückrundenstart in Sinsheim (Samstag, 15.30 Uhr) erleichtern könnte. Die angestrebte und in den vergangenen Tagen heiß diskutierte Umstellung auf eine Vierer-Abwehrkette – mit allen daraus resultierenden Konsequenzen – soll das taktische Portfolio der Hessen erweitern.

Und im Bestfall eine individuelle Vorbereitung auf jeden einzelnen Gegner ermöglichen. Bei der TSG, das ist kein Geheimnis, sind allen voran die (Mittel-) Stürmer wie Andrej Kramaric oder Jürgen Locadia fürs Toreschießen zuständig. Ob dieser Spielweise mit einer Vierer- genauso gut beizukommen ist wie mit einer Dreierkette? Nicht ausgeschlossen.

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Simulation und Stresstest

Dass die Eintracht-Formation bereits im ersten Pflichtauftritt des Jahres 2020 grundlegend anders aussieht als zuletzt, dafür spricht auch eine Ankündigung Adi Hütters. "Wir lassen die Viererkette stärker einfließen, die Dreierkette kennen wir grundsätzlich", sagte der Trainer jüngst im kicker-Interview. Im Trainingslager in Florida war es zuvor rund zehn Einheiten und ein Testspiel lang um mögliche Ausprägungen des neuen Systems gegangen.

Hütter simulierte Aufbauspiel, Passwege, Laufwege – und natürlich suchte er dabei auch das passende Personal. Mit dem Ergebnis, dass es noch kein handfestes Ergebnis gibt. Unabhängig von der Testkick-Niederlage gegen Hertha BSC (1:2) setzte der Coach an jenem Mittwochabend im Al Lang Stadium in Saint Petersburg die vermeintliche Nummer-eins-Viererkette einem eher überschaubaren Stresstest gegen eine Berliner B-Elf aus.

Nach größtenteils ereignislosen 45 Minuten war die Zusammenarbeit des Quartetts Danny da Costa, David Abraham, Martin Hinteregger und Evan N'Dicka (v. r.) schon wieder beendet. Erst in der zweiten Halbzeit – und mit der Hereinnahme von Makoto Hasebe und Almamy Touré – hatten sich individuelle Fehler eingeschlichen.

Wer spielt gegen Hoffenheim?

Zurück auf dem heimischen Trainingsplatz im Frankfurter Stadtwald zeichnete sich unter der Woche schließlich eine Lösung fürs Hoffenheim-Spiel ab. Das Innenverteidiger-Pärchen Abraham/Hinteregger scheint gesetzt, auf der linken Seite dürfte N'Dicka die besten Karten haben, auf rechts da Costa. Für Kapitän Abraham, der nach seiner siebenwöchigen Sperre am Ende des Jahres auf seine Rückkehr brennt, ist die Frage nach der Grundausrichtung allerdings nicht entscheidend. "Wir müssen zu den Tugenden, unserer Spielfreude und dieser Griffigkeit zurückfinden, die uns ausgezeichnet haben. Im Endeffekt ist das System dann gar nicht mal vorrangig", sagte der Argentinier am Donnerstag in einem vereinseigenen Interview.

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Taktisch bestehe zwischen Dreier- und Viererkette "natürlich ein großer Unterschied", so Abraham, der versicherte: "Ich komme aber mit beiden Systemen sehr gut klar und mag auch beide. Natürlich ist es so, dass ich aus einer Dreierkette heraus als halbrechter Innenverteidiger ab und zu den Gang nach vorne suche, während du dich in einer Viererkette doch eher auf das Abwehrzentrum konzentrierst und es weniger häufig verlässt. Daran haben wir gearbeitet."

Und vor der Vierekette?

Vor dem Auswärtsspiel in Sinsheim ist allerdings nicht nur die Besetzung einer möglichen Viererkette spannend, sondern auch der Positionen davor. Im Testspiel gegen die Hertha ließ Hütter ein 4-2-3-1 auflaufen, für das mit Daichi Kamada (Bänderriss) zumindest kurzfristig der kreative Part im offensiven Mittelfeld fehlt.

Ein 4-4-2 könnte daher eher die Formation der Wahl sein, wobei auch in diesem Fall im defensiven Mittelfeld mit Sebastian Rode und Djibril Sow ein Pärchen als gesetzt gilt. Gleiches gilt auf der linken Außenbahn für Filip Kostic, auf der anderen Seite könnte abermals Mijat Gacinovic trotz zuletzt einiger Fehler im Spielaufbau eine Chance erhalten.

Im Sturm dürften nach den Trainingseindrücken der vor allem verbal angriffslustige Bas Dost ("Ich habe jetzt keine Ausrede mehr") sowie Gonçalo Paciência die Spitze bilden, André Silva lauert dahinter. Mit zwei Stürmern gegen die TSG 1899 Hoffenheim? Warum nicht. Knapp zwei Tore kassieren die Kraichgauer im Schnitt pro Bundesligapartie. Auch bei der Defensivleistung muss also, wenn wir ehrlich sind, niemandem angst und bange werden.

So könnte Eintracht Frankfurt gegen Hoffenheim spielen:

Aufstellung TSG SGE