Bas Dost

Die Verletzung von Ragnar Ache macht schon jetzt deutlich, dass Eintracht Frankfurt im Sturm zu dünn besetzt ist. Auf Dauer könnte ein Systemwechsel Abhilfe verschaffen, viel hängt zudem an der Flexibilität der Neuzugänge.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Vorstellungs-PK mit Amin Younes in voller Länge

Amin Younes im Trikot des SSC Neapel
Ende des Audiobeitrags

Cristiano Ronaldo ist weit davon entfernt, mit Juventus Turin mal bei Eintracht Frankfurt zu spielen, und dennoch hätte der portugiesische Superstar die Hessen beinahe vor arge Probleme gestellt. Während der Länderspielreise der Portugiesen wurde CR7 nämlich positiv auf das Coronavirus getestet, entsprechend gefährdet waren auch seine Nationalmannschaftskollegen. Darunter: Eintrachts André Silva.

Ein positiver Befund Silvas wäre eine mittelschwere Katastrophe für die Eintracht gewesen, schließlich kehrte bereits Ragnar Ache mit einer Sehnenverletzung von der deutschen U21-Nationalmannschaft zurück. Neben Silva und Ache hat der Kader der Hessen mit Bas Dost (und Nachwuchskicker Jabez Makanda) ansonsten keine Stürmer mehr zu bieten, nachdem Stürmer Nummer vier, Goncalo Paciencia, zu Schalke 04 ausgeliehen wurde.

Systemwechsel für mehr Variabilität?

Nun ist es nicht so, dass sich Ache unbedingt für die Startelf empfohlen hätte, aber bei Hütters bevorzugter Doppelspitze gar keinen bundesligatauglichen Stürmer mehr in der Hinterhand zu haben, ist problematisch. So würde es etwa schwer werden, bei einem Rückstand nochmal offensive Impulse zu setzen, wenn sowohl Dost als auch Silva bereits auf dem Platz stehen.

Hütter muss sich also etwas einfallen lassen, und man kann davon ausgehen, dass er die dünne Personaldecke im Sturmzentrum über mehr taktische Variabilität auszugleichen versucht. Mit Ajdin Hrustic und Amin Younes stehen Hütter zwei offensiv denkende Mittelfeldspieler mehr zur Verfügung, die im Testspiel gegen Würzburg gemeinsam im offensiven Mittelfeld hinter einer einzigen Spitze (Makanda) um Akzente bemüht waren. Aus Hütters 3-5-2 wurde so eine Art 3-4-2-1, was im Test eher schlecht als recht klappte, zumindest in Teilen aber auch an der fehlenden Matchpraxis der beiden lag. Eine Art Doppel-Zehn Daichi Kamada/Younes hinter einer Spitze ist aber dennoch gut vorstellbar.

Kann Younes Stürmer?

Auch könnte Hütters Ansatz sein, zur Viererkette überzugehen und 4-2-3-1 bzw. 4-1-4-1 spielen zu lassen, wenn nur ein Stürmer verfügbar ist. So könnten Filip Kostic als klassischer Links- und Younes als klassischer Rechtsaußen eingesetzt werden. Die Eintracht würde das Problem, mit nur einem Stürmer zu spielen, einfach dadurch lösen, dass sie dem Mittelstürmer zwei Außenstürmer an die Seite stellt.

Oder fehlt der Eintracht gar kein Stürmer? "Bei Ajax war ich klassischer Außenspieler, unter Carlo Ancelotti bei Neapel Zehner oder zweiter Stürmer. Ich sehe mich als Allrounder", sagte Younes bei seiner Vorstellung. Gut möglich also auch, dass Hütter an der Doppelspitze festhält und Younes als Option sieht, wenngleich dieser auch betonte, noch ein bisschen Zeit zu benötigen. Gut für die Eintracht also, dass Cristiano Ronaldo die allgemeinen Hygieneregeln anscheinend weitestgehend befolgt hat.