Eintracht-Training in Windischgarsten

Eintracht Frankfurt bereitet sich im österreichischen Windischgarsten auf die kommende Saison vor. Gestört werden die Trainingseinheiten durch einen ungewöhnlichen Kurztrip, im Laufe der Woche werden neue Spieler erwartet.

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Vor der malerischen Kulisse des Toten Gebirges holt sich die Frankfurter Eintracht seit Freitag den Feinschliff für die kommenden Aufgaben auf nationaler und internationaler Bühne. Dort, wo in dieser Sommerpause schon die Bundesliga-Konkurrenten Union Berlin und TSG Hoffenheim an Kondition und Taktik arbeiteten, will auch Trainer Adi Hütter sein Team in den Wettbewerbsmodus hieven. Die terminliche Hatz macht dieses Projekt jedoch deutlich komplizierter. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Frankfurter Trainingslager in Windischgarsten im Überblick.

Wie viele Spieler sind dabei?

Aus dem Mannschaftsbus stiegen am Freitag exakt 28 Frankfurter Profis. Zusätzlich zum Kader, der am Vortag bereits die Reise nach Tallinn angetreten hatte, mischten bei der ersten Einheit auch die Reservisten Jetro Willems, Marc Stendera, Tuta, Marijan Cavar, Nicolai Müller sowie Afrika-Cup-Rückkehrer Simon Falette wieder mit. Der an der Schulter verletzte Torhüter Frederik Rönnow drehte zudem einsam ein paar Runden, der ebenfalls länger ausfallende Neuzugang Djibril Sow weilt zu Behandlungen im Teamhotel. Gelson Fernandes fehlte hingegen entschuldigt: Der Schweizer ist Vater einer Tochter geworden und wird am Samstag nachreisen.

Wie lief der erste Tag?

Gemächlich. Die zehn Startelf-Feldspieler des 2:1-Erfolgs von Tallinn absolvierten ein lockeres Regenerations-Programm, der Rest brachte sich in Pass- und Spielformen auf Betriebstemperatur. Arbeitsbeginn 18 Uhr, Feierabend 19.15 Uhr.

Was steht auf dem Programm?

Von Freitag (26. Juli) bis Sonntag (4. August) hat Trainer Adi Hütter in zehn Tagen insgesamt 13 Trainingseinheiten angesetzt, am Sonntagabend (18 Uhr) steigt zudem ein Testspiel gegen den österreichischen Regionalligisten FC Wels. Und dann wäre da natürlich noch das Rückspiel in der Europa-League-Qualifikation am kommenden Donnerstag in Frankfurt. Eine logistische Meisterleistung und ein Novum in der Geschichte der Eintracht. Ein Trainingslager mit Pause gab es so noch nie. 

Wie läuft die Reise zum Quali-Rückspiel?

Stressig. Der Eintracht-Tross wird am Mittwoch nach einem vormittäglichen Training von Linz nach Frankfurt fliegen, dort im Hotel übernachten, das Rückspiel gegen Flora Tallinn bestreiten und dann im Eiltempo den Rückweg antreten. "Wir fliegen direkt nach dem Spiel von Mannheim aus zurück", verriet Hütter. Heißt: nächtliche Ankunft in Windischgarsten und eine extrem kurze Nacht. Der komplette Kader wird diesen Kurztrip übrigens nicht mitmachen. Auf die Reservisten wartet in Abwesenheit der Stammkräfte ein Extra-Training mit dem Athletik-Coach.

Werden Neuzugänge kommen?

Ja, und zwar am Samstagnachmittag: Nachdem der Club um Punkt 13 Uhr die feste Verpflichtung von Sebastian Rode bekanntgegeben hatte, reiste der Mittelfeldspieler in die Alpenrepublik nach. "Es ist jeden Tag möglich, dass noch der eine oder andere Neuzugang dazu stößt", hatte Hütter bereits am Freitag angedeutet. Besonderes Augenmerk liege zudem auf einer weiteren Verstärkung für den Sturm, bei Innenverteidiger Martin Hinteregger sind die Fronten hingegen wohl weiter verhärtet.

Gibt es jetzt schon Auffälligkeiten?

Für ein Zwischenfazit ist es nach einer Einheit sicherlich zu früh, ein erster Eindruck hat sich aber bereits gefestigt. Abwehrkante Falette wirkt nach Afrika Cup und Sonderurlaub hochmotiviert und hinterließ am Freitag von allen trainierenden Innenverteidigern den mit Abstand besten Eindruck. Almamy Touré, Marco Russ und vor allem der überfordert wirkende Tuta werden sich strecken müssen, um am Nationalspieler Guineas vorbeizukommen. Evan N'Dicka und David Abraham sind freilich noch stärker einzuschätzen und erst einmal gesetzt. Schwer wird es zudem für Jetro Willems und Nicolai Müller.

Und in Windischgarsten so?

In der beschaulichen 2.500-Einwohner-Gemeinde ist in diesen Tagen die Hölle los. Neben den zum Trainingsplatz schlendernden Fußball-Profis und rund 80 mitgereisten Fans bestimmen vor allem Freunde von Tracht, Blasmusik und Frischgezapftem das Straßenbild von Windischgarsten. Der Grund: das 37. Internationale Lederhosentreffen lockt wie jedes Jahr rund 25.000 Besucher an und verwandelt das kleine Städtchen für ein Wochenende in einen Party-Ort. Ob die Eintracht-Spieler am Samstag dem Schuhplattler (18 Uhr) oder doch erst dem Auftritt der Damberglumpen (20.30 Uhr) beiwohnen, bleibt abzuwarten.