Peter Fischer mit der Europa-LeagueTrophäe

Alle Jahre wieder treffen sich die Mitglieder von Eintracht Frankfurt und wählen Peter Fischer zu ihrem Präsidenten. So auch an diesem Montag. Warum in diesem Jahr dennoch einiges anders ist? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Fischer vor Wiederwahl als Eintracht-Präsident

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Während die Profi-Fußballer von Eintracht Frankfurt wahlweise die letzte Pause vor dem Hinrunden-Endspurt genießen oder bei ihren Nationalteams weilen, steht am Montagabend wieder einmal der Kern des Vereins im Mittelpunkt. Am Riederwald, dort, wo früher die sportliche Heimat der Bundesliga-Spieler war und heute die Stars von morgen geformt werden, steht ab 18 Uhr die ordentliche Mitgliederversammlung auf dem Programm.

Um was geht es am Montagabend?

Erst einmal um die jährlich stattfindende – und in jedem Verein ebenso übliche wie vorgeschriebene – Mitgliederversammlung. Eingeladen sind alle 110.000 Mitglieder, kommen wird davon, alles andere wäre angesichts der Kapazitäten vor Ort auch schwierig, aber nur ein Bruchteil. Bei der viel beachteten Mitgliederversammlung 2018 waren rund 800 Mitglieder anwesend.

Was ist der Höhepunkt des Abends?

Neben allerlei Anträgen, Ehrungen und Geschäftsberichten steht natürlich die Wahl des Präsidenten im Mittelpunkt. Peter Fischer, der dieses Amt bereits seit 22 Jahren innehat, wurde vom Wahlausschuss und dem Verwaltungsrat einstimmig für den Posten vorgeschlagen und soll wiedergewählt werden. Es wäre dann Fischers siebte Amtszeit. Der ewige Peter.

Wird die Wahl spannend?

Naja. Dass Fischer in seinem Amt bestätigt wird, ist in etwa so sicher wie der Klassenerhalt des FC Bayern. Einen Gegenkandidaten gibt es ebenso wenig wie wirklichen Gegenwind. Komplett unumstritten, auch das gehört zur Wahrheit dazu, ist Fischer vor allem in Teilen der organisierten Fan-Szene aber nicht mehr. Ein Ergebnis wie 2018, als 99 Prozent der stimmberechtigten und anwesenden Mitglieder Fischer ihr Vertrauen aussprachen, wird es deshalb wohl nicht geben.

Wie brisant wird die Veranstaltung?

Die Diskussionen um die Fan-Vorfälle beim Spiel gegen Bayern und in Marseille sind auch bei der Mitgliederversammlung immanent. Zum Auftakt der Bundesliga hatten sich Anhänger eine Auseinandersetzung mit dem Ordnungsdienst auf dem Rasen geliefert. Zudem kam es gegen die Bayern und in Marseille zum massiven Einsatz von Pyrotechnik, in Marseille zeigten offensichtlich zwei Anhänger den Hitlergruß. Peter Fischer hatte schon beim Supercup-Spiel in Helsinki in einer Rede eindringlich vor weiteren Verfehlungen der Fans und möglichen Sanktionen der Uefa gewarnt. Seine Worte sollen Berichten zufolge in der aktiven Fanszene nicht ausschließlich gut angekommen sein. Gleichzeitig bemängeln andere Anhänger die Bevorteilung der Ultras und eine zu laxe Haltung des Vereins gegenüber Randalierern. Die Bild schreibt dazu: "Bei Eintracht brodelt es im Hintergrund." Fischer wird sich in seiner Rede wohl zu diesen Themen äußern müssen.

Gab es überhaupt schon mal einen Gegenkandidaten?

Diese Frage wäre eine gute Frage für ein Eintracht-Quiz. Und hier kommt die Antwort: ja. Im Jahr 2015 stellte sich Reiner Schäfer zur Wahl und kündigte an, dass die Zeit für Fischer abgelaufen sei. Kurz vor der Wahl zog Schäfer seine Kandidatur dann wegen akuter Aussichtlosigkeit jedoch zurück. Und Fischers Zeit, nun ja, die läuft bekanntlich immer noch.

Warum findet die Mitgliederversammlung im September statt?

Bei der Eintracht ist es eigentlich üblich und Tradition, dass sich die Mitglieder im Januar zusammenfinden und auf das vergangene Jahr zurückblicken. Dass die Versammlung nun bereits zum zweiten Mal im September stattfindet, liegt einzig und allein an Corona. Da im Januar 2021 keine größeren Zusammenkünfte in Innenräumen gestattet waren, wurde die Veranstaltung auf den 18. September verschoben und fand im Stadion an der frischen Luft statt.

Schon damals verkündete die Eintracht, dass auch die Mitgliederversammlung in diesem Jahr aufgrund des organisatorischen Aufwands wieder im Spätsommer stattfinden werde. Eine weitere Besonderheit: Dieses Mal werden gleich zwei Geschäftsjahre abgehandelt.

Wie lief die letzte Wahl ab?

Wie bereits kurz angerissen, war die vorerst letzte Wiederwahl von Fischer im Jahr 2018 die bislang wohl spektakulärste. Da sich der inzwischen 66-Jährige im Vorfeld mit der AfD angelegt hatte und betonte, keine AfD-Wähler im Verein haben zu wollen, rückte die Eintracht-Mitgliederversammlung bundesweit in den Fokus. Fischer nutzte die Vereinsbühne dann für einen flammenden Appell gegen die AfD und machte noch einmal klar, dass Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus bei der Eintracht keinen Platz haben. Eine Botschaft, die nach den Vorkommnissen von Marseille wichtiger denn je scheint.

Was passiert noch am Montagabend?

Ein nicht ganz unwichtiger Punkt ist sicherlich die geplante Ausgliederung des Nachwuchsleistungszentrums in die Eintracht Frankfurt Fußball AG. Räumlich würde sich durch diesen internen Umzug für die Eintracht-Talente zwar nichts ändern, die Nähe zu den Profis wäre aber zumindest formell etwas deutlicher spürbar.

Sind Promis vor Ort?

Na klar. Neben dem kompletten Vorstand der AG werden auch die Trainerteams der beiden Frankfurter Bundesliga-Teams erwartet. Sprich: Auch Niko Arnautis und Oliver Glasner werden vor Ort sein.

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