Was machen die Eintracht-Topstars Filip Kostic, Evan N'Dicka und Tuta?

Daichi Kamada, Filip Kostic, Evan N'Dicka und Tuta stehen nur noch bis 2023 bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag. Sportvorstand Markus Krösche muss möglicherweise schon diesen Sommer einen gewaltigen Umbruch meistern.

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Verträge laufen 2023 aus: Das sagt Krösche

Markus Krösche
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Sportvorstand Markus Krösche steht im Sommer vor einer Herkulesaufgabe. Daichi Kamada, Filip Kostic, Evan N'Dicka und Tuta sind Schlüsselspieler der Hessen. Ihre Verträge laufen zwar erst 2023 aus, die Frage, die sich aber schon in diesem Jahr stellt, ist: verlängern oder verkaufen?

Krösche kann Abgänge von Stars nicht ausschließen

Krösche selbst will einen Umbruch, die der Weggang der Achse nach sich ziehen würde, vermeiden. "Ich bin ein Freund von Kontinuität. Dadurch entstehen Automatismen, es sind weniger Leistungsschwankungen erwartbar", sagte der Eintracht-Sportvorstand bei einem Pressegespräch am Mittwoch.

Allerdings lässt sich dieses Szenario diesmal möglicherweise nicht vermeiden. "Es hängt davon ab, was die Spieler wollen. Kommt es zu einer Vertragsverlängerung? Wenn dem nicht der Fall ist, dann wird automatisch eine Situation eintreten, dass wir verkaufen müssen."

Entscheidungen sollen in den nächsten Wochen fallen

Bei dem Star-Quartett sollten die Entscheidungen bis spätestens 31. August fallen. Dann nämlich schließt das Sommer-Transferfenster seine Pforten. Bestenfalls können die Planungen schon früher vorangetrieben werden. "Wir werden in den nächsten Wochen sehen, wie sich die Gespräche entwickeln. Es kann aber sein, dass uns der eine oder andere Spieler verlässt", gab Krösche zu.

Bei Tuta ist der 41-Jährige optimistisch, was einen Verbleib angeht. "Wir befinden uns im engen Austausch mit seinem Berater und werden sehen, ob wir das finalisiert bekommen. Beide Parteien wollen verlängern und gemeinsam in die Zukunft gehen." Krösche fügte an: "Jetzt müssen wir schauen, dass wir das auf das Papier bringen."

Einnahmen können kaum re-investiert werden

Aber noch ist bei Tuta alles offen. Sollten der Brasilianer und die Schlüsselspieler Kamada, Kostic und N'Dicka am Ende tatsächlich gehen, dann kann die Eintracht das Geld in schwierigen Corona-Zeiten allerdings nicht vollumfänglich reinvestieren. "Vor allem die deutschen Vereine werden mit den Einnahmen ihre Schulden tilgen oder das Eigenkapital stärken", erklärte Krösche.

Aufsichtsratschef Philip Holzer ließ zuletzt in der FAZ durchblicken, dass von den 80 Millionen Euro Eigenkapital nicht mehr viel übrig sei. Es drohe corona-bedingt ein Verlust in Höhe von 70 bis 80 Millionen Euro. Die sicheren Abgänge von Aymen Barkok (Mainz 05), Danny Da Costa und Stefan Ilsanker, deren auslaufenden Verträge nicht verlängert werden, geben somit kaum neuen Spielraum.

Eintracht muss Transferstrategie verändern

Bei der Suche nach potenziellen Nachfolgern muss die Eintracht deshalb ihre Strategie anpassen. Bei einem Spieler wie Randal Kolo Muani, der zum Nulltarif aus Nantes kommt, lautet die Konkurrenz inzwischen AC Mailand oder Paris Saint-Germain. Mit Aurélio Buta, Jérome Onguéné und Hrvoje Smolcic wurde deshalb ebenfalls schon frühzeitig Einigung erzielt, Marcel Wenig und Faride Alidou kommen sicher. Da sein, bevor andere wach werden: So lautet das Motto.

Die Spitzenvereine schauen sich nämlich in Ländern und Tabellenbereichen um, die vor zehn Jahren in dieser Kategorie nicht interessant waren. "Wir müssen noch schneller und effizienter sein, um den Anforderungen gerecht zu werden und unsere Ziele zu erreichen. Es geht darum, die Spieler davon überzeugen, dass sie uns dabei helfen und wir sie besser machen können."

"Müssen Geschwindigkeit komplett erhöhen"

Krösche fordert: "Deshalb müssen wir die Geschwindigkeit komplett erhöhen." Damit drohende Abgänge, wie die von Kamada, Kostic, N'Dicka oder Tuta, auch bestmöglich kompensiert werden können und die Eintracht im Rennen um die internationalen Plätze konkurrenzfähig bleibt.