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Almamy Touré

Almamy Touré hing bei Eintracht Frankfurt lange in der zweiten Reihe fest, in der neuen Viererkette ist er gesetzt. Dass diese Beförderung für beide Seiten ein Erfolg werden kann, wurde in Hoffenheim bereits deutlich.

Die frierenden Trainingsbesucher mussten am Dienstag mehr als 80 Minuten warten, ehe die Spieler von Eintracht Frankfurt endlich den Rasen vor der Arena betraten. Aufgrund einer ausgiebigen Videoanalyse des 2:1-Auftaktsiegs bei der TSG Hoffenheim begann die erste Einheit der Woche statt um 10.30 Uhr erst gegen 11.50 Uhr. Eine Verspätung im Deutsche-Bahn-Ausmaß, die nahezu perfekt zu Almamy Touré passt. Denn auch der Franzose kommt bei der Eintracht erst mit ordentlicher Verzögerung so richtig zum Zug.

Der 23-Jährige, der gemeinsam mit Martin Hinteregger und dem Brasilianer Tuta am letzten Tag der vergangenen Winter-Transferperiode zur Eintracht kam, pendelte in seinen ersten zwölf Monaten in Hessen stets zwischen Tribüne, Ersatzbank und Startelf hin und her.

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Mehr Optionen für Touré

Während Hinteregger direkt zum Stammspieler und Publikumsliebling durchstartete, hinkte Touré deutlich hinterher. In seiner ersten Rückrunde sammelte er sechs Startelf-Einsätze, in der vergangenen Hinrunde kamen dank der Abraham-Sperre acht weitere hinzu. Erste Wahl war Touré nie. Genau das scheint sich nun aber zu ändern.

Im Zuge der von Trainer Adi Hütter vorangetriebenen Umstellung von Dreier- auf Viererkette ist Touré als rechter Außenverteidiger erst einmal gesetzt. "Im neuen System gibt es mehr Optionen für mich", kommentierte der 23-Jährige am Dienstag seine Beförderung zum Stammspieler. Mit Timothy Chandler und Danny da Costa stehen zwar zwei namhafte Konkurrenten bereit. Da der eine derzeit jedoch weiter vorne und als Torschütze gebraucht wird und der andere etwas außer Form scheint, führt an Touré vorerst kein Weg vorbei. Und das in doppeltem Sinn.

Wie einst in der Champions League

Beim Rückrunden-Auftakt in Hoffenheim machte Touré, der bei seinem früheren Verein AS Monaco auf dieser Position sogar Champions League spielte, die rechte Seite komplett dicht und gewann 91 Prozent seiner Zweikämpfe. Der mit Abstand beste Wert aller Spieler.

"Ich muss das Vertrauen jetzt zurückzahlen", fasste Touré seinen Nachmittag, der neben aller Defensivarbeit auch gute Momente in der Offensive enthielt, eher zurückhaltend zusammen. Hinten abgeklärt und ohne Wackler, nach vorne mit einem klugen Pass auf Führungstor-Vorbereiter Mijat Gacinovic. Da wären etwas selbstbewusstere Töne durchaus angebracht. Die Zurückhaltung passt aber zur neuen Eintracht.

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Almamy Touré
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Touré verkörpert den neuen Eintracht-Stil

Nachdem die Hessen vor allem in der vergangenen Saison durch ihren Spektakel-Fußball für Aufsehen in ganz Europa sorgten, ist jetzt erst einmal Kompaktheit das neue Zauberwort. Frühes Pressing und aufreizend hoch stehende Verteidiger haben ausgedient, was nun zählt ist das Halten der Null und schnelles Umschalten nach Ballgewinnen. Allesamt Spezialitäten von Touré: "Ich kann Konter einleiten. Wenn das der Mannschaft hilft, umso besser." Win-Win-Situation Viererkette.

Dass der Auswärtssieg in Hoffenheim sowohl für die Eintracht als auch für Touré nur ein erster Schritt in bessere Zeiten gewesen sein kann, sollte aber auch klar sein. Das Team von Trainer Hütter, das zuvor aus sieben Spielen nur einen Punkt geholt hatte, ist noch lange nicht über den Berg. Touré, der in der Hinrunde immer wieder kleinere Fehler einstreute und vor allem die 0:1-Pleite auf Schalke nach einem Ballverlust auf seine Kappe nehmen musste, fehlte bislang noch die Konstanz, um das Bruder-Leichtfuß-Image abzulegen. "Da habe ich Luft nach oben, daran arbeite ich." Für ihn und die Eintracht kann das nur gut sein.