Dominik Kohr und Sebastian Rode von Eintracht Frankfurt

Seit vier Wochen bereitet sich Eintracht Frankfurt auf die neue Saison vor, mittendrin auch fünf Neuzugänge und drei prominente Rückkehrer. Wer drängt sich auf? Wer muss sich strecken? Ein Zwischenfazit.

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Oli Mayer moderiert einen Beitrag über Sebastian Rode
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Abgeschlossen, das betonen Trainer Adi Hütter und Sportvorstand Fredi Bobic unisono, sind die Transferaktivitäten von Eintracht Frankfurt in diesem Sommer noch lange nicht. Mindestens ein Stürmer muss noch her, ein Innenverteidiger wird gesucht, und die neue Nummer eins ist auch noch nicht gefunden. Ein paar neue Gesichter sind aber schon da, mit unterschiedlichsten Ambitionen und ersten Eindrücken. Eine Zusammenfassung:

Dejan Joveljic

Den wohl schwersten Job hat Dejan Joveljic angetreten. Der schon qua seines Namens als designierter Nachfolger von Luka Jovic angesehene Serbe verkörpert die Hoffnungen aller Eintracht-Fans auf den nächsten Kracher im Sturm. Abgezockt, treffsicher, torgefährlich. All diese Attribute bringt der Juniorennationalspieler mit, auch im Trainingslager in Windischgarsten und im Testspiel gegen Wels stellte er seine Torjägerqualitäten unter Beweis. Joveljic hängt sich rein, seine Körpersprache zeigt, dass er will. Alleine: Der Junge ist erst 19.

Prognose: Joveljic hat Potenzial, braucht aber Zeit und möglichst wenig Druck von außen. Mit etwas Geduld könnte er aber tatsächlich einen ähnlichen Weg einschlagen wie sein Vorgänger. Der spielt bekanntlich inzwischen bei Real Madrid.

Djibril Sow

Der Rekord-Neuzugang von Eintracht Frankfurt ist der Pechvogel der Vorbereitung. Djibril Sow, der für rund zehn Millionen Euro verpflichtet wurde, verletzte sich nach nur einer Woche bei seinem neuen Verein am Oberschenkel und schuftet seitdem in der Reha. Der Sehneneinriss im Oberschenkel ist zwar inzwischen verheilt, und Sow drehte im Trainingslager bereits erste Runden um den Platz. Eindruck konnte er bislang allerdings noch nicht hinterlassen. "Er ist ein richtig guter Achter, kann überall im Mittelfeld spielen, muss nur mehr Tore schießen", warb Gelson Fernandes am Montag für seinen Landsmann.

Prognose: Aus dem klassischen Fehlstart könnte und sollte langfristig dennoch eine Erfolgsgeschichte werden. Sow ist bislang der Königstransfer der Eintracht, im September kann der Schweizer beginnen zurückzuzahlen.

Dominik Kohr

Nur etwas billiger, nämlich wohl knapp eine Million Euro, war Dominik Kohr. Der Ex-Leverkusener wird auf neufußballdeutsch gerne als klassischer Box-zu-Box-Spieler beschrieben und ist als verbindendes Element zwischen Abwehr und Angriff vorgesehen: Heißt: Hinten abräumen, vorne auflegen. Im Training und im Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Tallinn machte er das souverän und unaufgeregt, richtig glänzen konnte Kohr bislang allerdings nicht. Etwas mehr Mut könnte ihm guttun.

Prognose: Dominik Kohr wird in den ersten Pflichtspielen in der Startelf stehen. Sobald Sebastian Rode komplett fit, Sow wiederhergestellt und auch Lucas Torro in Form ist, könnte es allerdings eng werden.

Sebastian Rode

Das Stehaufmännchen aus Südhessen ist seit Samstag zurück bei der Eintracht und völlig überraschend direkt voll ins Training eingestiegen. Die Knieverletzung ist ausgeheilt, Sebastian Rode wohl für den Rest seiner Karriere, so ist der Plan, ein Frankfurter. Dass das die Mannschaft von Trainer Hütter nur besser machen kann, bewiesen schon die ersten Einheiten in Windischgarsten. Der 28-Jährige kann nicht nur kämpfen, er überzeugt auch mit Ruhe am Ball und einer enormen Spielintelligenz. Einen Spieler wie Rode gibt es in dieser Qualität und in dieser Mischung im Frankfurter Mittelfeld tatsächlich nur einmal.

Prognose: Wenn der Körper mitspielt, ist Rode Führungsspieler und Leistungsträger. Angesichts seiner Verletzungsanfälligkeit wird er wohl aber regelmäßig Pausen einlegen müssen.

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Sebastian Rode jubelt.
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Erik Durm

Ein echter Weltmeister in Reihen der Eintracht, das hat es lange nicht gegeben. Ein Weltmeister, der als Ergänzungsspieler geholt wurde und voraussichtlich erst einmal auf der Bank Platz nehmen wird, erst recht nicht. Erik Durm spielt im Training mal links, mal rechts, im Testspiel gegen Wels bereitete er einen Treffer mustergültig vor. Extravagant ist Durm nicht, dafür aber genau das, was die Eintracht auf der Außenverteidiger-Position braucht: solide und erfahren.

Prognose: An der Stamm-Flügelzange Filip Kostic und Danny da Costa führt für Durm kein Weg vorbei. Sollte einer der beiden Dauerbrenner eine Verschnaufpause brauchen oder anderweitig fehlen, ist der Ex-Dortmunder aber genau der richtige Backup.

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Daichi Kamada (war ausgeliehen)

In Belgien war Daichi Kamada für eine Saison eine große Nummer, eine zu große Nummer ist nach wie vor aber auch Eintracht Frankfurt für ihn. Der Japaner hat sich zwar körperlich entwickelt und zeigt in der Vorbereitung gute Ansätze. Ob der Durchbruch aber tatsächlich gelingt, bleibt abzuwarten.

Prognose: Eine weitere Leihe wäre für alle Beteiligte das Beste.

Nicolai Müller (war ausgeliehen)

Im letzten Jahr Königstransfer, im diesem Jahr chancenlos. Nicolai Müller fällt im Training trotz aller Bemühungen ab, ihm gelang selbst gegen den drittklassigen FC Wels nur sehr wenig.

Prognose: Müller hat keine Zukunft in Frankfurt.

Felix Wiedwald  (war ausgeliehen)

Die derzeitige Nummer eins von Eintracht Frankfurt, ja das klingt komisch, heißt Felix Wiedwald. Da Frederik Rönnow verletzt ist, Kevin Trapp noch in Paris weilt und Jan Zimmermann wegen der Geburt seiner Tochter einige Trainingseinheiten verpasste, durfte Wiedwald Europa-League-Luft schnuppern. Einen Fehler machte er nicht, trotzdem ist ein Abgang in Richtung Hannover im Gespräch.

Prognose: Wiedwald wurde schon in der vergangenen Saison und in seiner ersten Zeit bei Eintracht Frankfurt irgendwann aussortiert. Das gleiche Schicksal droht ihm auch in dieser Saison.