Geknickte Profis von Eintracht Frankfurt nach der Pleite gegen RB Leipzig

Eintrach Frankfurt verliert knapp bei RB Leipzig - und ärgert sich zurecht über den Ausgang der Partie. Die Schwachstelle im Kader kommt deutlich zu tragen, ein paar Spieler aus der zweiten Reihe empfehlen sich. Die Analyse in fünf Punkten.

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Adi Hütter, Eintracht Frankfurt
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Engagiert gespielt, aber keine Punkte geholt: Eintracht Frankfurt hat bei RB Leipzig am Sonntag mit 1:2 (0:1) verloren. Timo Werner (10. Minute) und Yussuf Poulsen (80.) brachten die Sachsen in Front, der Anschlusstreffer von Goncalo Paciencia in der 89. Minute kam zu spät.

1. Da war mehr drin

Eine knappe Niederlage in Leipzig ist eigentlich nichts, worüber man sich bei Eintracht Frankfurt lange ärgern müsste. Nach diesen 90 Minuten regierte bei den Hessen dennoch mindestens eine kleine Portion Frust. Allen Adlerträgern war nach der Partie in Leipzig klar: Da war mehr drin. Die Eintracht war mindestens ebenbürtig, ließ in der Defensive wenig zu und kontrollierte phasenweise die Partie.

Ein Szenario, das vorher so nicht zu erwarten war. Zwei Leipziger Treffer zum Auftakt und zum Ende der Begegnung entschieden am Ende diese ausgeglichene Bundesliga-Partie. Aus Frankfurter Sicht eine schmerzhafte Erkenntnis. "Meine Mannschaft hat ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht. Am Ende des Tages stört es mich, dass die Leistung nicht mit einem Punkt belohnt wurde", sagte ein enttäuschter Adi Hütter.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht"

Eintracht-Trainer Adi Hütter
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2. Vorne fehlt die Durchschlagskraft

Dass die Eintracht in Leipzig nach der Partie mit leeren Händen dastand, hatte aber auch seine Gründe. Die Hessen kombinierten sich immer wieder ansehnlich durch das Mittelfeld, nur um dann im Sturm ohne die letzte Durchschlagskraft zu bleiben. Der Eintracht-Schuh drückt weiter in der Offensive. Viele schön vorgetragene Angriffe versandeten beim Duo Dejan Joveljic und Goncalo Paciencia - obwohl der Portugiese zumindest den 1:2-Anschlusstreffer kurz vor Schluss erzielte.

Exemplarisch dafür stand eine Szene aus der fünften Minute, als sich Filip Kostic auf der linken Seite im Vollsprint durchgesetzt hatte und frei in den Strafraum der Leipziger kreuzte. Da er dort aber keine Anspielstation fand, musste der Serbe die Situation selbst lösen - und verfehlte das Tor aus spitzem Winkel. "Wenn da ein Stürmer steht, der am richtigen Ort ist, kann dieser den Ball ins Tor bringen", analysierte Hütter. Paciencia und Joveljic waren das aber offenkundig nicht. Bas Dost, der am Montag in Frankfurt den Medizincheck absolviert, soll da Abhilfe schaffen.

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Adi Hütter, Eintracht Frankfurt
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3. Aufstellung überrascht viele - auch Leipzig

Wer vor der Partie einen Blick auf die Aufstellung der Eintracht warf, sah eine im Gegensatz zur 0:1-Niederlage gegen Straßburg am Donnerstag runderneute Mannschaft. Gleich sechs Wechsel ordnete Hütter vor der Partie an. Für viele der Beweis, dass der Frankfurter Trainer vor dem enorm wichtigen Rückspiel gegen Straßburg rotieren lassen wollte.

Die Aufstellung hatte jedoch nicht alleine mit Straßburg zu tun. Ante Rebic, Mijat Gacinovic und Martin Hinteregger fielen - nach offizieller Lesart - wegen kleineren Beschwerden aus. Zudem wollte Hütter den Gegner aus Leipzig überraschen - was besonders durch die Mittelfeld-Formation gelang. "Wir haben eigentlich erwartet, dass der Gegner lange Bälle schlägt. Sie haben aber fast alles kurz gespielt", bekannte RB-Trainer Julian Nagelsmann. Der Plan ging durchaus auf. Ein wenig Straßburg dürfte aber dennoch in Hütters Gedanken vorhanden gewesen sein.

4. Spieler aus der zweiten Reihe nutzen ihre Chance

Durch die Rotation in der Startelf durften auch ein paar Spieler aus der zweiten Reihe von Beginn an ran. Und einige nutzten diese Chance. Zum einen waren das die beiden da-Costa-Vertreter Erik Durm und Timothy Chandler. Weltmeister Durm agierte enorm sicher und schaltete sich mehrmals ins Offensivspiel der Hessen ein. Chandler bereitete nach seiner Einwechselung den einzigen Frankfurter Treffer durch Paciencia vor.

Neben den Außen war es aber besonders die Mittelfeld-Achse aus Sebastian Rode und Dominik Kohr (beide in Straßburg zu Beginn auf der Bank) mit Daichi Kamada davor, die die Leipziger vor Probleme stellte. Die spielstarke Formation in der Frankfurter Zentrale bewies, dass auch eine mit mehr auf Ballkontrolle ausgerichtete Marschrichtung eine Lösung sein kann. Die Eintracht hatte auswärts in Leipzig am Ende 56 Prozent Ballbesitz. Das hätte zuvor sicher niemand erwartet.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kohr: "Wir sind als Team aufgetreten"

Dominik Kohr Eintracht Frankfurt still
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5. Das Thema Rebic geht so schnell nicht weg

Neben allen sportlichen Aspekten ging es am Sonntag aber auch wieder um eine Person, die gar nicht erst mit nach Leipzig gereist war: Ante Rebic. Immer mehr wird klar, dass die Eintracht das Thema Rebic nicht vor dem Ende der Transferperiode ad acta legen kann. Nach der Partie verkündete Sportvorstand Fredi Bobic am Sky-Mikrofon, dass es Anfragen von verschiedenen Vereinen für den Stürmer gebe, und dass Rebic den Wunsch habe, einmal "zu einem großen Club" zu gehen. "Wir werden jetzt sehen, was die Woche bringt", fügte Bobic noch hinzu.

Alles nicht unbedingt Anzeichen, dass der Kroate den Hessen über den August hinaus erhalten bleibt. Für die Partie am Donnerstag gegen Straßburg baut Hütter zumindest auf ihn. "Ante hätte uns heute beim Spiel in die Tiefe sehr gut getan. Wir hoffen, dass er am Donnerstag wieder dabei ist." Wenn nicht ein Transfer diesem Wunsch einen Strich durch die Rechnung macht.