Kristijan Jakic von Eintracht Frankfurt

Kristijan Jakic zeigt bei seinem Startelf-Debüt, warum ein Typ wie er Eintracht Frankfurt gefehlt hat. Der Kroate nervt den Gegner mit Biss und Härte, spielt aber auch kluge Pässe. Trainer Oliver Glasner gefällt sogar sein Auftreten bei Rudelbildungen.

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Filip Kostic von Eintracht Frankfurt im Spiel gegen Fenerbahce
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Es lief bereits die Nachspielzeit, als Kristijan Jakic wieder einmal mit einem seiner Kontrahenten aneinandergeriet. Osayi-Samuel Bright wollte den Kroaten nach einem taktischen Foul im Mittelfeld zur Rede stellen und wurde mit Schaum vorm Mund bei Jakic vorstellig. Rempler hier, Rempler da, die üblichen netten Worte und schon entwickelte sich eine typische Massen-Schubserei unter erwachsenen Männern. Was willst du, was hast du gesagt. Kurzum: Rudelbildung.

"Es hat mir sehr gut gefallen, dass er sich auch mal mit den Gegenspielern angelegt hat. Er lässt sich nichts gefallen", fasste Eintracht-Trainer Oliver Glasner diesen eher handfesten Teilaspekt von Jakics gelungener Startelf-Premiere für Eintracht Frankfurt zusammen. Der Neuzugang von Dinamo Zagreb ging beim 1:1 (1:1) von Eintracht Frankfurt gegen Fenerbahce Istanbul direkt als Anführer vorneweg und verlieh der Eintracht etwas, das bislang gefehlt hatte: Härte, Biss, Aggressivität.

Jakic füllt die Aggressions-Lücke

"Ich gehe bis zum Ende und ich ziehe mein Bein nicht zurück", hatte Jakic bei seiner Vorstellung in Frankfurt angekündigt und seine Kampfschwein-Mentalität damit wohl perfekt selbst analysiert. Gegen Fenerbahce gewann er die klare Mehrheit seiner direkten Mann-gegen-Mann-Duelle und scheute keinen Zweikampf. Fünfmal foulte er selbst, dreimal wurde er gefoult. Dass Jakic eine Gelbe Karte sah, versteht sich fast schon von selbst.

Der 24-Jährige ist ein Draufgänger, und mit diesen Eigenschaften – in Abwesenheit von Kapitän Sebastian Rode – im Mittelfeld der Eintracht fast einmalig. Gute Fußballer gibt es einige, Körperlichkeit und Durchschlagskraft sind vor allem in der Offensive aber Mangelware. Jakic füllt diese Lücke nun aus. Ein Wellenbrecher unter Feingeistern.

Er kann auch kicken

Ihn einzig und allein auf sein Spiel gegen den Ball zu beschränken, wäre allerdings auch falsch. Zwar rannte sich Jakic hin und wieder etwas zu kopflos fest und entschied sich bei einer guten Kontergelegenheit für den völligen falschen Pass. Statt den mitgelaufenen Kostic zu bedienen versuchte er sich erfolglos an einem Traumzuspiel auf Kamada (18.). Insgesamt war aber klar erkennbar, dass Jakic nicht nur kratzen und beißen, sondern auch kicken kann. "Er war sehr präsent, das war ein sehr gutes Debüt", lobte Glasner.

Passend dazu war es auch Jakic, der den einzigen Frankfurter Treffer des Abends direkt mit einleitete. Nach einem Eckball von Fenerbahce schaltete die Eintracht schnell um und fuhr über Jakic einen Konter im eigenen Stadion. Der Kroate nahm einen Abwurf von Torhüter Kevin Tapp gut mit, drehte sich und schickte den gestarteten Kostic mit einem Traumpass über die Istanbuler Verteidigung hinweg in die Tiefe. Der Serbe setzte sich in Kostic-Art durch und bediente Sam Lammers, der zum Ausgleich einschob. Klingt einfach, vor allem der lange Ball von Jakic ist aber ein Zeichen von Qualität.

Jakic und Sow - das könnte passen

Insgesamt gibt es für die Eintracht weiter viel zu tun, die Besetzung der Doppelsechs kann von der Liste der zu bearbeitenden Baustellen im Team aber wohl erst einmal gestrichen werden. Stratege und Ballverteiler Djibril Sow an der Seite von Kämpfer und Aggressive Leader Jakic – das kann funktionieren. "Ich hebe ungern einen Spieler heraus, aber das war von Kristijan heute schon sehr, sehr positiv", fand auch Glasner. Fortsetzung schon am Sonntag (19.30 Uhr) gegen Wolfsburg dringend erforderlich.

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Oliver Glasner
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