Hütter und Silva

Eintracht Frankfurt gewinnt gegen Schalke 04, hadert danach aber mit der eigenen Leistung in der Schlussphase. Am Ende überwiegt jedoch die Freude über das, was in dieser Saison noch möglich ist. Die Stimmen zum Spiel.

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zum Video Die Pressekonferenz nach dem Eintracht-Spiel gegen Schalke

Eintracht PK nach Schalke
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Mit einem überwiegend überzeugenden Auftritt gegen den FC Schalke 04 hat Eintracht Frankfurt die Mini-Chance auf das Erreichen der Europa League gewahrt und die Negativrekordserie der Knappen auf 14 sieglose Spiele am Stück verlängert. Beim verdienten 2:1 (1:0)-Erfolg der Hessen trafen am Dienstag André Silva in der 28. Minute und David Abraham (50.) für die über weite Strecken dominanten Hausherren. Das Tor von Weston McKennie (59.) war zu wenig für die biederen Gäste, die das Spiel nach einer Gelb-Roten Karte für Can Bozdogan (77.) in Unterzahl beendeten.

Adi Hütter (Eintracht-Trainer): "Es überwiegt auf alle Fälle, dass wir gewonnen haben, dass wir in Spiel 52 einen Heimsieg feiern konnten – den ersten Heimsieg nach Corona. Ich war absolut zufrieden mit der ersten Halbzeit. Wir hatten viele gute Lösungen. Mit den letzten 25 Minuten, so selbstkritisch sind wir, können wir nicht zufrieden sein. Aber in Summe – über 90 Minuten gesehen – ist der Sieg absolut verdient. Sechs Spiele, 13 Punkte: Das spricht eine deutliche Sprache. Es gibt fast keine Heim- und Auswärtsspiele mehr, weil es vom Gefühl her auf einem neutralen Boden ist. Es tut uns gut, dass wir auch nach der Corona-Pause zuhause gewinnen können. Wir versuchen jetzt, auch in Köln voll zu punkten."

Sebastian Rode (Eintracht-Mittelfeldspieler): "Für uns war es absolut das Ziel, zu gewinnen und die Chance zu wahren, irgendwie auf den siebten Platz zu kommen. Jetzt haben wir noch zwei Spiele, wir müssen unsere Hausaufgaben machen und die Spiele gewinnen. Das wird nicht einfach. Und der Rest? Da müssen wir hoffen. Viel spricht nicht dafür, weil die anderen auch noch zwei Spiele haben. Aber wir geben alles – bis zur letzten Minute. So lange es möglich ist, wollen wir das Ziel im Auge behalten."

Szene aus dem SGE-Spiel gegen Schalke

Stefan Ilsanker (Eintracht-Abwehrspieler): "Die Stimmung in der Kabine ist ganz merkwürdig. Wir gewinnen 2:1 gegen Schalke, haben Chancen für vier, fünf Tore, spielen in der ersten Halbzeit sehr kontrolliert, sehr gut mit dem Ball, gegen den Ball, super im Umschaltspiel, haben ein gutes Gegenpressing, lassen die Schalker kaum aus der eigenen Hälfte. Aber in der zweiten Halbzeit laden wir sie dann immer mehr mit Unkonzentriertheiten ein, sind nicht mehr so sicher am Ball, und beim Spiel gegen den Ball auch nicht mehr so stark. Dann vergeben wir einfach die besten Chancen, um das Spiel frühzeitig klarzumachen. Wir haben einen anderen Anspruch an uns selbst. Aber wir haben drei Punkte geholt und sind an den Schalkern vorbeigezogen – und darüber sollten wir uns eigentlich freuen."

Martin Hinteregger (Eintracht-Abwehrspieler bei DAZN): "Bis zum 2:1 war das überragend von uns, da hat Schalke nicht eine Torchance gehabt. Das war ein sehr konzentriertes, sehr starkes Spiel von uns. Durch eine Standardsituation – durch ein unnötiges Foul, eine Unachtsamkeit im Strafraum – haben wir sie wieder aufgeweckt. Dann haben sie natürlich alles probiert. Wenn man 60 Minuten so dominant ist wie wir, und dann bekommt man noch das 1:2, das weckt den Gegner natürlich auf. Wir haben schon probiert, weiter Fußball zu spielen, die Kontrolle zu halten. Aber es haben sich Fehler eingeschlichen, die vorher nicht der Fall waren. Dadurch hat Schalke immer mehr an sich geglaubt, und dann kommt so ein Spiel bei raus. Unser Ziel kann jetzt nur sein: sechs Punkte. Wir haben die Chance vorne anzugreifen. Die wollen wir packen. Und natürlich hoffen wir, dass die anderen nicht so viel punkten."

David Wagner (Schalke-Trainer): "In der zweiten Halbzeit waren wir viel, viel mutiger und haben auch taktisch umgestellt. Wir konnten die Sechser von Frankfurt besser kontrollieren und sie dadurch mehr von unserem Tor weghalten. Wenn man mit so einer jungen Mannschaft auftritt, kann das mal passieren. Wichtig ist die Reaktion nach der Halbzeit – die war top. Die erste Halbzeit ging klar an Frankfurt, die zweite an uns. Dieser jungen Mannschaft gebührt Respekt."

Bastian Oczipka (Schalke-Kapitän): "Wir wollten daran ansetzen, wie wir es gegen Leverkusen gemacht haben. Da waren wir sehr giftig in der Partie, sehr aggressiv. Aber heute sind wir gar nicht reingekommen, weil Frankfurt das im Aufbau sehr gut gemacht und uns immer tiefer hinten reingedrängt hat, sodass wir gar keinen Zugriff bekommen haben. Das haben wir in der Halbzeit umgestellt und sind dann besser in die Partie gekommen. Am Ende hatten wir noch die Torchancen, dass wir noch den Ausgleich hätten machen können. Wir haben keine gute Bilanz, da brauchen wir gar nicht drumherum reden. Am Samstag haben wir wieder die Möglichkeit, es besser zu machen. Wir müssen direkt besser ins Spiel kommen."