Die Frankfurter Mannschaft lässt sich nach dem Sieg in Rom feiern.
Die Frankfurter Mannschaft lässt sich nach dem Sieg in Rom feiern. Bild © Imago Images

Nach dem Sieg bei Lazio Rom herrscht bei der Eintracht Freude über die makellose Bilanz in Europa. Nach dem Spiel gibt es erste fromme Wünsche zur kommenden Auslosung. Fan-Ausschreitungen dämpfen die Stimmung.

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Eintracht Frankfurt hat auch das letzte Gruppenspiel in der Europa League gewonnen und damit als erste deutsche Mannschaft dieses Kunststück geschafft. Die Hessen setzten sich am Donnerstag mit 2:1 (0:0) bei Lazio Rom durch und schließen die Gruppe H mit makelloser Bilanz vor den ebenfalls für die K.o.-Phase qualifizierten Italienern ab. Die Stimmen zum Spiel.

Bruno Hübner (Sportdirektor): Heute haben wir Geschichte geschrieben. Der Rekord war einfach eine super Leistung. Das wird jetzt immer in Verbindung mit Eintracht Frankfurt bleiben. Es macht einfach Spaß zu sehen, was für eine Reaktion die Mannschaft gezeigt hat – trotz neuer Zusammenstellung. Bei Makoto Hasebe ist es so, dass er einen Stich im rechten Oberschenkel gespürt hat. Ich hoffe, dass es nur eine leichte Zerrung ist. Die weiteren Untersuchungen werden da Aufschluss geben. Für die K.o.-Runde wünsche ich mir einen guten Gegner, aber keine weite Reise.

Adi Hütter (Trainer): Kompliment an die Mannschaft. Es war heute ein verdienter Sieg. In einer derart schweren Gruppe diesen Rekord aufzustellen, ist schon stark. Wir wollten von vorneherein mit Mentalität in das Spiel gehen. Das Team hat die Vorgaben perfekt umgesetzt und auch nach dem Rückstand weitergemacht.

Axel Hellmann (Vorstandsmitglied): Es gibt eine kleine Gruppe, die dieses Spiel missbraucht hat, um eine private Auseinandersetzung mit Lazio zu führen. Der überwiegende Teil der Fans wollte das nicht, das schadet Eintracht Frankfurt und der Fanszene. Das hat mich sehr betrübt und traurig gemacht. Es gab über das ganze Spiel hinaus immer wieder Böller. Und wir haben ja immer gesagt, dass alle unsere Energie dem Kampf gegen Dinge, die die Hand verlassen, gilt. Das war heute ein Rückschlag. Was mir gefällt und Mut macht, war die Reaktion der restlichen Fans. "Und ihr wollt Eintracht Frankfurt sein", schallte es durch das Rund. Das war eine klare Aussage, aber es ändert nichts daran, dass wir kein gutes Bild abgegeben haben.

Marco Russ: Es ging mit dem Willen, den wir haben, der individuellen Klasse, dem Herz und der Leidenschaft, mit der wir die ganze Saison über spielen. Man sieht, dass wir auch mit der vermeintlichen B-Elf Lazio schlagen können. Wir haben über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht und auch verdient gewonnen. Am Montag ist Auslosung, wir werden das alle verfolgen, weil wir auf eine tolle Mannschaft wie etwa aus Istanbul oder Celtic Glasgow hoffen, wo die Stimmung toll ist. Andererseits hofft man vielleicht auf einen etwas leichteren Gegner. Wir nehmen es, wie es kommt.

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Danny da Costa: Es war wie auch in den fünf Spielen zuvor etwas ganz Besonderes heute. Es ist wichtig für die Moral, zu sehen, dass wir Rückstände drehen können. Was die Fans im wahrsten Sinne des Wortes für ein Feuerwerk abgebrannt haben – das ist einfach etwas Besonderes. Es waren wieder 8.000, 9.000 Fans da. Da ist so viel positive Energie. Einen richtigen Wunschgegner habe ich eigentlich nicht. Wir nehmen es einfach so, wie es kommt.

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Heribert Bruchhagen (Ex-Vorstandschef): Es ist sensationell. Bei der Gruppenauslosung war ich doch etwas erschrocken über die Gegner. Dass man sechs Spiele gewinnt, war ja völlig unerwartet. Heute war es kein großes Spiel, aber die Eintracht hatte die bessere Physis und hat am Ende auch verdient gewonnen. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung mit dem kleinen Wehmut, dass die Fans, die sich so toll in der Vorbereitung verhalten haben, am Ende dieses Szenario an den Tag gelegt haben. Ich versteh's nicht, zumal jetzt möglicherweise auch Strafen drohen, über die ich auch gar nicht reden will.