Fans von Flora Tallinn beim Hinspiel gegen die Eintracht. Ein paar Dutzend begleiten die Esten auch nach Frankfurt.
Fans von Flora Tallinn beim Hinspiel gegen die Eintracht. Ein paar Dutzend begleiten die Esten auch nach Frankfurt. Bild © Imago Images

Wenn Eintracht Frankfurt am Donnerstagabend Flora Tallinn empfängt, kommt ein Gästefan auf knapp 1.000 Anhänger der Hessen. Die Esten werden herzlich empfangen, auf dem Rasen gibt es aber keine Freunde.

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hs

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Dass die Frankfurter Fans in einem Fußballstadion den Ton angeben, kommt häufiger vor – ob auswärts oder zuhause. Wenn die Eintracht am Donnerstag den FC Flora Tallinn zum Rückspiel in der Europa-League-Qualifikation empfängt (20.30 Uhr, live im Social Radio), dürften die Kräfteverhältnisse aber noch einmal deutlich klarer sein als sonst. Unter die 48.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena werden sich nämlich nur etwa 50 Tallinn-Fans mischen. Heißt frei nach Adam Riese: Auf einen Esten kommen knapp 1.000 Hessen.

Unbehagen, Sorge oder gar Angst? Derartige Gefühle kommen bei den Gästen im Vorfeld der Begegnung nicht auf. Im Gegenteil: Man kennt sich (seit vergangener Woche), man schätzt sich. In den Reihen der Frankfurter Anhänger kursieren bereits Pläne, die mitgereisten Esten auf das eine oder andere Kaltgetränk einzuladen. Tallinn zu Gast bei Freunden.

"Wir werden richtig kämpfen"

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684 Menschen haben im vergangenen Jahr durchschnittlich die Ligaspiele des estnischen Rekordmeisters besucht. Das ist Vereinsrekord. Kein Wunder also, dass die erwarteten Rahmenbedingungen in Frankfurt die Gäste nicht kalt lassen. "Es ist sehr beeindruckend für uns", sagte der erst 32 Jahre alte Cheftrainer Jürgen Henn. Stürmer Frank Liivak frohlockte: "Für uns Spieler ist das ein Spiel, von dem jeder träumt. Die Atmosphäre wird großartig sein."

Neutrale Zuschauer müssen allerdings keine Sorge haben, dass die Gäste nur zum Staunen und Trikottausch nach Frankfurt gereist sind. Wie schon beim Hinspiel, das die Eintracht mit 2:1 gewann, will Tallinn dem großen Favoriten ein Bein oder auch zwei stellen. "Wir haben natürlich nur eine ganz kleine Chance auf das Weiterkommen. Aber wir werden richtig kämpfen, um Frankfurt ins Schwitzen zu bringen", sagte Henn.

Tallinns 50: Verwandte und ein paar Fans

Der Trainer empfahl dem mitgereisten Anhang, "alles rauszuholen, was drin ist". Die 50 treuen Esten, viele darunter Verwandte des Teams, werden sich nach diesem Appell sicher die Kehle aus dem Hals schreien. Und vielleicht, ganz vielleicht, ist davon am Donnerstagabend ja sogar etwas zu hören. Den Frankfurter Fans würde ein bisschen Widerstand vermutlich nichts ausmachen.