Die Spieler von Eintracht Frankfurt jubeln

Im Jahr eins nach der Büffelherde muss Eintracht Frankfurt die eigenen Ambitionen überdenken und erneut einen Umbruch überstehen. Hoffnung machen drei Rückkehrer und die unbändige Lust der Fans. Es droht aber auch Unmut. Der Teamcheck.

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Mit dem Heimspiel von Meister Bayern München gegen Hertha BSC beginnt am Freitag (20.30 Uhr) die neue Saison der Fußball-Bundesliga. Eintracht Frankfurt startet am Sonntag (15.30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim. Eine Übersicht mit den anderen Teamchecks finden Sie bei sportschau.de.

So lief die vergangene Saison:

In einem Wort: atemberaubend. Obwohl das ganz große Happy End ausblieb, wird die vergangene Spielzeit wohl lange im Frankfurter Gedächtnis bleiben. In der Liga bewegten sich die Hessen im Dunstkreis der Champions-League-Plätze und spielten zeitweise wie ein Spitzenteam. In der Europa League produzierte die Eintracht auf und neben dem Platz Bilder, die um die Welt gingen. Internationale Top-Clubs wie Lazio Rom, Inter Mailand oder Benfica Lissabon wurden ausgeschaltet, Endstation war erst der FC Chelsea in einem an Dramatik nicht zu überbietenden Halbfinale.

"Wir haben unglaublich viele Sympathien in ganz Deutschland gewonnen", fasste Trainer Adi Hütter mit etwas Abstand nach der Saison zusammen. "Das war absolut positiv." Dass das Fazit des von Natur aus eher zurückhaltenden Österreichers nicht euphorischer ausfiel, lag vor allem am spürbaren Kräfteverschleiß im Endspurt. Die Eintracht rettete sich auf der Felge ins Ziel und durfte sich nur dank freundlicher Mithilfe des 1. FSV Mainz 05 über den Trostpreis Europa-League-Qualifikation freuen.

Wer kommt, wer geht:

Ohne das argumentative Pfund der Königsklasse konnten Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner die beiden Schwergewichte Luka Jovic (Real Madrid) und Sébastien Haller (West Ham) nicht zum Bleiben überreden. Die Zukunft von Ante Rebic ist zudem weiter offen. Das letztjährige Sturm-Prunkstück der Hessen, das wettbewerbsübergreifend 57 von 89 Toren erzielte, ist Vergangenheit und gleicht kurz vor dem Bundesliga-Start noch immer einer Baustelle.

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Mit dem 19-Jährigen Dejan Joveljic wurde bislang zwar zumindest namenstechnisch ein Jovic-Nachfolger verpflichtet. Mindestens ein weiterer Angreifer mit Tore-Garantie muss und wird aber kommen. Außerdem neu im Team: Die Mittelfeldspieler Djibril Sow (Bern) und Dominik Kohr (Leverkusen), Weltmeister und Außenverteidiger-Allrounder Erik Durm (Huddersfield) sowie das Rückkehrer-Trio Martin Hinteregger, Sebastian Rode und Kevin Trapp. Reservist Jetro Willems trägt inzwischen das Trikot von Newcastle United.

Kurzum: Der Kader der Eintracht ist breiter geworden und in Defensive und Mittelfeld womöglich sogar stärker als in der vergangenen Runde. Das Sorgenkind ist, Stand jetzt, der Sturm.

Der Trainer:

Trainer Hütter geht in sein zweites Jahr in Frankfurt und muss erneut einen Umbruch moderieren. Nachdem er im Vorjahr die Abgänge von Kevin-Prince Boateng, Omar Mascarell, Lukas Hradecky und Marius Wolf auffangen musste, ist ihm in dieser Spielzeit die erste Sturmreihe weggebrochen. Eine ordentliche Bürde, an seinen Ambitionen hat das jedoch erst einmal nichts verändert. "Wir wollen wieder dorthin kommen, wo wir zuletzt gewesen sind. Wir versuchen, uns weiterzuentwickeln", unterstrich Hütter zu Beginn der Vorbereitung.

Sein Zauberwort dabei ist Variabilität. Sein Ziel ist es, hin und wieder auf das in Bern beinahe in Perfektion zelebrierte 4-4-2-System zu wechseln. Noch mehr Pressing, noch mehr Tempo, aber auch: noch mehr Risiko. Eine Frankfurter Abwehr ohne Libero Makoto Hasebe ist derzeit nur schwer vorstellbar. "Wir wollen attraktiven und begeisternden Fußball spielen", so Hütter. Große Worte, an denen sich der Österreicher messen lassen muss.

Erwartungen an die Saison:

Die größte und wohl schwierigste Aufgabe wird es sein, die Erwartungen von Fans und Umfeld etwas zu bremsen. Nach zwei fetten Jahren mit Pokalsieg und grandioser Europareise kann es für die Eintracht in dieser Saison eigentlich nur schlechter werden. Ein Mittelfeldplatz und zumindest ein paar magische Abende auf internationaler Bühne sollten nicht als Misserfolg gewertet werden. Auch nach ein paar Niederlagen in Folge darf in Kurve und Führungsetage keine Unruhe ausbrechen. Sonst droht Ungemach.

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Gegen einen Einbruch spricht, dass die Euphorie der Anhänger selbst in der für viele ebenso lästigen wie bedeutungslosen Europacup-Qualifikation schon jetzt so groß ist, dass dieser Schub auch auf dem Spielfeld spür- und sichtbar sein wird. Die Rückholaktionen der Identifikationsfiguren Hinteregger, Trapp und Rode bringt zudem nicht nur sportlich, sondern auch emotional noch einmal einen Push.

"Es ist klar, dass wir bis Weihnachten 31 Spiele machen wollen", definierte Hütter das kurzfristige Ziel. Heißt: Im Pokal möglichst weit kommen und in die Gruppenphase der Europa League einziehen. Was dann alles passieren kann, haben die Hessen in den vergangenen beiden Jahren ja eindrucksvoll bewiesen.