Timothy Chandler März 2020

Seit neun Monaten spielt die Eintracht ohne Fans. Eintracht-Dauerbrenner Timothy Chandler vermisst dieses "unglaubliche Gefühl". Mitte August sollen die Fans wieder ins Stadion strömen. Ganz sicher ist sich Chandler aber nicht.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Chandler: "Im Stadion endlich wieder nicht nur die eigenen Stimmen hören"

Timothy Chandler Saison 2021/22
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Schweißüberströmt steht Eintracht-Außenspieler Timothy Chandler am Rande des Trainingsplatzes. Die Einheit unter dem neuen Trainer Oliver Glasner war mal wieder ziemlich intensiv. Chandler freut sich über die Spielideen von Glasner, über die neuen Einflüsse und die neuen Spieler. Der gebürtige Frankfurter hat solche Neuanfänge bei der Eintracht schon oft mitgemacht, schließlich geht er in seine neunte Profi-Saison bei den Adlerträgern.

Doch eines ist anders. Die Hoffnung, dass in der neuen Saison nach neun Monaten endlich wieder Fans ins Stadion dürfen, lassen die Augen von Chandler glänzen. Die Landespolitik in Deutschland hatte Anfang der Woche verkündet, dass die Bundesliga-Stadien zum Saisonbeginn Mitte August unter bestimmten Voraussetzungen wieder mit maximal 25.000 Fans gefüllt sein dürfen.

Chandler gerät bei dem Thema regelrecht ins Schwärmen: "Es wird irgendwann wieder ein unglaubliches Gefühl sein, wenn das Stadion wieder voll ist, der Kessel brennt, man hört wieder Leute schreien, da fängt dann das erste Mal wieder das Herz an zu schlagen", sagte der 31-Jährige. Ein Spiel mit Fans sei für ihn wie das erste Bundesliga-Spiel.

EM mit Zuschauern hat Chandler Lust gemacht

Wie das mit Fans im Stadion aussehen kann, haben Chandler und die anderen Eintracht-Spieler in den vergangenen Wochen bei der Fußball-EM mitverfolgen können. "Das war einfach unglaublich". Die Hoffnung ist da. Nur gut 200 Meter vom Trainingsplatz entfernt, registrieren sich seit Donnerstagvormittag die Eintracht-Fans, um als Geimpfte oder Genesene möglicherweise zu den Glücklichen zu gehören, die schon beim ersten Heimspiel gegen Augsburg wieder im Stadion sein zu dürfen.

Etwas gewundert hatte sich Chandler schon über die Unterschiede in Sachen Fans schon. Neidisch sei er nicht gewesen, höchstens ein wenig geschockt. "Wir haben die vergangene Saison bis zum Ende ohne Fans gespielt und dann sind da bei EM-Spielen bis zu Siebzigtausend Zuschauer. Da denkst Du natürlich, ok, wie geht das? Aber es ist am Ende natürlich wunderschön, weil das zum Fußball dazugehört".

Restzweifel in Sachen Fans bleiben

Dass die Fans beim ersten Eintracht-Heimspiel am 21. August gegen den FC Augsburg auch wirklich ins Stadion dürfen, will Chandler aber noch mal abwarten. "Also ich warte bis zum Spieltag und wenn um 15.30 Uhr 25.000 Fans drin sind, dann sage ich: Ok, sie haben es geschafft", sagt Chandler und muss lachen. Zum Hintergrund: Auch zum Ende der vergangenen Saison gab es immer wieder den Hoffnungsschimmer, die Spielzeit vielleicht doch mit Fans zu Ende spielen zu können. Am Ende machten die Corona-Pandemie und die Vorgaben der Politik dem jedoch einen Strich durch die Rechnung.

Chandler freut sich unbändig auf den Lärm der Massen: "Dieses Feeling, dass es endlich wieder laut im Stadion ist und man auf dem Platz nicht immer nur die eigenen Stimmen hört, die man eh jeden Tag in der Kabine hört." Schon am ersten Bundesliga-Spieltag am 14. August könnte es soweit sein. Und das obwohl die Eintracht auswärts bei Borussia Dortmund spielt.

Denn auch wenn sich Chandler und Co. natürlich lieber von den eigenen Fans anfeuern lassen wollen, ist die Sehnsucht nach jeder Form von Stadion-Lärm groß. "Da ist es dann auch mal egal, ob es dann positiv oder von Seiten der gegnerischen Fans negativ ist, aber es wäre einfach mal wieder toll, Emotionen im Stadion mitzubekommen", so Chandler. Diesmal muss es einfach klappen.