Timothy Chandler
Timothy Chandler Bild © Jan Huebner/Voigt

In Frankfurt geboren und zum Profi ausgebildet, dann vom Verletzungspech gebeutelt: Timothy Chandler gehört zum Eintracht-Inventar, hat es sportlich aber schwer. Er könnte in seine letzte Saison gehen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Profi Chandler: "Ich würde gerne meine Karriere hier beenden"

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Sobald es im Trainingslager von Eintracht Frankfurt lauter wurde und an irgendeiner Stelle des Platzes plötzlich jemand in schallendes Gelächter ausbrach, konnte Timothy Chandler nicht weit sein. Der 29-Jährige hat nach überstandener Knieverletzung wieder sichtlich Freude an seinem Job und fungierte im oberösterreichischen Windischgarsten als Spaßkanone auf und neben dem Rasen.

Gemeinsam mit Simon Falette stürzte er sich nach einer Einheit am Montag kopfüber eine Kinderseilbahn hinunter, nach einem verlorenen Abschlussspiel entledigte er sich kurzerhand seines Leibchens und mischte sich lauthals jubelnd unter das feiernde Gewinnerteam. "Ich bin einfach happy, wieder bei der Mannschaft zu sein", sagt Chandler im Gespräch mit dem hr-sport. "Ich mache gerade endlich wieder das, was mich glücklich macht." Und das sieht man.

Reha-Zentrum statt Stamford Bridge und Co.

Nachdem er die furiose Reise seiner Mitspieler durch Europa im vergangenen Jahr verpasste und die großen Stadien von Rom, Mailand oder London nur vor dem Fernseher erlebte, sprüht Chandler nun vor Tatendrang. "Das war natürlich sehr schlimm", berichtet der ehemalige US-Nationalspieler von Stunden im Reha-Zentrum, während seine Teamkollegen bis ins Europa-League-Halbfinale marschierten. Am Ende der Saison kam Chandler auf gerade einmal 16 Minuten Einsatzzeit, ausgerechnet beim 1:7 in Leverkusen. Das irgendwie passende Ende seiner persönlichen Horrorsaison.

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Kurz vor dem Start in die neue Bundesliga-Spielzeit ist Chandler nun wieder da und bietet sich im Training an. Ob es für den Rechtsverteidiger in den kommenden Wochen und Monaten zu mehr als nur Kurzeinsätzen reichen wird, muss jedoch bezweifelt werden. An Platzhirsch Danny da Costa wird er aller Voraussicht nach nicht vorbeikommen. Auch Neuzugang und Weltmeister Erik Durm, der auch links spielen kann, liegt in der Gunst von Trainer Adi Hütter wohl weiter vorne.

Geduldig sein und hoffen

Heißt: Chandler muss sich erst einmal hinten anstellen, gedulden und auf möglichst viele Englische Wochen hoffen. Seine Einwechslung in Tallinn zeigt aber zumindest, dass er nicht komplett außen vor ist. "Ich bin überglücklich, dass der Trainer mir diese Minuten geschenkt hat."

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Ob Sportvorstand Fredi Bobic, der nicht gerade für Sentimentalitäten bekannt ist, ihm auch einen neuen Vertrag schenkt, scheint offen. Chandlers aktuelles Arbeitspapier läuft im kommenden Sommer aus, Gespräche über eine Verlängerung hat es noch nicht gegeben. "Ich möchte natürlich am liebsten für immer Frankfurter bleiben und meine Karriere hier beenden", so Chandler, der in Frankfurt geboren wurde, seine Kindheit in der Wetterau verbrachte und bis auf einen kurzen Abstecher zum 1. FC Nürnberg immer in Hessen zu Hause war.

Alles außer Frankfurt ist für Chandler uninteressant

Für Chandler ist die Sache demnach klar: Frankfurt oder nix. "Ich bin gerne Frankfurter und habe in den letzten Jahren noch mehr mein Herz an diese Stadt verloren. Aber das kann ich nur sagen, entscheiden müssen das andere." Zumindest für die Stimmung im Team wäre ein Abschied ein herber Verlust.