Timothy Chandler und Gelson Fernandes von der Eintracht

Timothy Chandler brennt nach seiner Blitz-Vertragsverlängerung auf ein erfülltes Leben bei Eintracht Frankfurt und seine Europa-League-Premiere. Donnerstagabende vor dem Fernseher hat der Rechtsverteidiger satt.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Chandler: "Das ist das Wichtigste"

Timothy Chandler
Ende des Audiobeitrags

Rechts eine Tüte Chips, links ein Pils, das TV-Programm verspricht Europa League. Was für viele Frankfurter als durchaus gelungener Abend durchgehen würde, ist für Timothy Chandler ein Albtraum. "Ich habe in der vergangenen Saison viele Spiele vor dem Fernseher verfolgt", erzählte der Eintracht-Rechtsverteidiger am Mittwoch. Während seine Mitspieler europäischen Topclubs wie Benfica Lissabon, Inter Mailand oder dem FC Chelsea das Fürchten lehrten und nebenbei einige tolle Städte bereisten, saß Chandler wegen eines Knorpelschadens im Knie zu Hause. "Die ersten Tage und Wochen war das nicht einfach."

Eintracht bindet Chandler bis 2022

Da aus Tagen und Wochen letztlich Monate wurden und Chandler in der vergangenen Saison lediglich auf einen Kurzeinsatz bei der 1:6-Klatsche in Leverkusen kam, ist die Freude über das Erreichen der Gruppenphase umso größer. Chandler stand in seiner Karriere zwar schon 29 Mal für das US-Nationalteam und 110 Mal für Eintracht Frankfurt bei einem Pflichtspiel auf dem Rasen, eine Europa-League-Partie sucht man im Lebenslauf des 29-Jährigen aber vergeblich. "Ich freue mich, dieses Mal dabei zu sein."

Für zusätzliche gute Laune des ohnehin sonnigen Gemüts sorgte am Dienstag seine Vertragsverlängerung bis Sommer 2022. Chandler, der in Frankfurt geboren wurde und bereits 2001 in die Eintracht-Jugend wechselte, ist nach seiner langen Verletzungspause zwar noch immer ein gutes Stück von der Startelf entfernt. Sein Wert im Team ist aber immer noch enorm. "Er ist als Meinungsbildner und Identifikationsfigur auch für das Umfeld von großer Bedeutung", betonte Sportdirektor Bruno Hübner nach geleisteter Unterschrift. Die Eintracht ohne Chandler ist erst einmal nicht vorstellbar.

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Youtube (Video) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Youtube (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Chandler muss sich gedulden

Die Gespräche und Verhandlungen über die weitere Zusammenarbeit verliefen dementsprechend reibungslos. Chandler wollte unbedingt bleiben, die Eintracht wollte ihr Eigengewächs unbedingt halten. Die Vertrags-Unterzeichnung erfolgte im Eilverfahren. "Rein, raus. So kann man das sagen", beschrieb Chandler die Genese der Win-Win-Situation. Die Eintracht hat weiterhin einen perfekten Backup für die beiden Außenbahnen. Chandler, der seit einigen Monaten Vater einer Tochter ist, darf weiter in seiner Heimat- und Lieblingsstadt wohnen. "Ich habe mein Herz an Frankfurt verloren", hatte er bereits im Trainingslager in Windischgarsten und damit weit vor der möglichen Verlängerung betont.

Ob sich bei Chandler zusätzlich zu all diesen Glücksgefühlen auch bald wieder Freude über eigene sportliche Leistungen einstellt, ist jedoch weiter offen. Auf seinem Arbeitsnachweis der diesjährigen Saison stehen zwar bereits drei Einsätze, 105 Spielminuten und eine Torvorlage. Bei näherem Betrachten entpuppen sich diese Zahlen aber als zwei Einwechslungen und das Schaulaufen des B-Teams im Rückspiel gegen den FC Vaduz. "Ich kann nur versuchen, mehr Minuten zu bekommen", umriss Chandler seine Situation. An Dauerbrenner Danny da Costa kommt er derzeit nicht vorbei, mit Weltmeister Erik Durm steht seit dieser Saison zudem ein weiterer Bewerber für die Außenverteidiger-Position im Kader. Keine einfache Ausgangslage.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Chandler: "Ein paar Highlights dabei"

Timothy Chandler
Ende des Audiobeitrags

Hauptsache ein schöner Feierabend

Ungeduldig oder nervös wird Chandler angesichts der namhaften Konkurrenz und der eher bescheidenen Aussichten auf einen Stammplatz aber nicht. "Ich war sehr lange verletzt. Ich bin froh, dass ich trainieren kann und keine Probleme mit dem Knie habe." Alles weitere, so Chandler, komme dann von selbst. "Für mich ist wichtig, dass ich nach einem Arbeitstag zufrieden nach Hause gehe." Solange dann kein Europa-League-Spiel der Eintracht im Fernsehen läuft, ist erst einmal alles in bester Ordnung.