Kostic jubelt

Eintracht Frankfurt ohne die Büffelherde? Scheint zu funktionieren. Eintracht Frankfurt ohne Filip Kostic? Würde wohl eher nicht klappen. Der Flügelspieler überzeugt gegen Leverkusen und hat schon jetzt einige Top-Werte zu bieten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Kostic hat Weiser an die Wand gespielt"

Adi Hütter und Filip Kostic von Eintracht Frankfurt.
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Gonçalo Paciência? Sieggarant, da Doppeltorschütze. Bas Dost? Vorbild, weil spätestens beim 3:0 Mentalitätsmonster. Und Frederik Rönnow? Ist – im wahrsten Sinne des Wortes – der Vater des Erfolgs. Im Schatten dieses Matchwinner-Trios, das einen Löwenanteil am beeindruckend herausgespielten Heimsieg gegen Bayer 04 Leverkusen hatte, ackerte sich noch ein weiterer Fußballprofi von Eintracht Frankfurt ins Rampenlicht: Filip Kostic.

Der Flügelflitzer von der linken Außenbahn machte seiner Berufsbezeichnung einmal mehr alle Ehre, und das nicht nur während der stärksten Phase der Hessen zwischen An- und Halbzeitpfiff. 31 Sprints, 65 Ballbesitzphasen und 20 gewonnene Zweikämpfe nach 90 Minuten sind Top-Werte, die Belohnung folgte am Montagmorgen: sportschau.de wählte Kostic zusammen mit Rönnow und Paciência verdientermaßen in die Elf des achten Bundesliga-Spieltags.

Kostic spielt Weiser schwindelig

"Er hat sich auf dieses Spiel gefreut", sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter im Nachgang der Partie gegen die Werkself – und er schwärmte: "Wie er sich durchsetzt, wie er seinen Körper reinbringt, rauf und runter marschiert… Das ist schon beeindruckend." Leverkusens Mitchell Weiser kann davon vermutlich immer noch ein Liedchen singen.

Schließlich war der 25-Jährige am Freitagabend jener Gegenspieler, der es mit Kostic aufnehmen sollte, aber nicht konnte. Der Frankfurter verwickelte Weiser in jeden möglichen Zweikampf und zeigte seinem rund ein Jahr jüngeren Kontrahenten in sämtlichen Mann-gegen-Mann-Duellen die Grenzen auf. Oder wie Hütter es beschrieb: "Kostic hat Weiser an die Wand gespielt." Zumindest solange, bis Bayer-Coach Peter Bosz genug gesehen hatte.

"Die anderen waren genauso schlecht"

Nach 30 Minuten nahm er den Rechtsaußen vom Platz und bot den zumindest offensiv auffälligeren Karim Bellarabi auf. "Ich darf nur drei Mal wechseln, sonst hätte ich die anderen auch ausgewechselt", stellte Bosz hinterher klar. "Es war nicht nur das Problem von Mitchell Weiser. Die anderen Spieler waren am Anfang genauso schlecht."

Vor solchen Bewertungen muss sich Filip Kostic gegenwärtig nicht fürchten. Im Gegenteil, er ist mal wieder genau da, wo ihn Eintracht-Fans und -Verantwortliche gleichermaßen am liebsten sehen: auf einem sehr hohen Niveau. Nach einer bestechenden Frühform vor zwei Monaten und trotz einer zuletzt nicht ganz so starken Phase zählt der Serbe auch in dieser Saison zu den Frankfurter Leistungsträgern.

Top-Werte dank Top-Leistungen

38 Hereingaben nach acht Spieltagen machen ihn vor Teamkollege Danny da Costa (31) und Düsseldorfs Matthias Zimmermann (29) zum bundesligaweit besten Flankengeber. Zudem sind 22 Torschüsse ein Top-10- und 196 Sprints ein Top-20-Wert. Der Name Kostic steht auch in dieser Spielzeit für Einsatz, harte Arbeit sowie Zug zum Tor.

Drei Vorlagen hat ihm das bislang eingebracht, ein eigener Treffer, zumindest in der Liga, war noch nicht dabei. Gegen Leverkusen konnte er den ehemaligen Frankfurter Torwart Lukas Hradecky zwar überwinden, stand dabei aber im Abseits (22. Spielminute).

Weitere Informationen

Zur Person

Filip Kostic wechselte im Sommer 2018 auf Leihbasis vom Hamburger SV zu Eintracht Frankfurt. Im Mai dieses Jahres zogen die Hessen eine Kaufoption und statteten den Serben mit einem Vertrag bis 2023 aus.

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Der Einfluss, den der 26-Jährige auf den Spielverlauf nehmen kann, ist dennoch nicht zu unterschätzen. Ob per Kurzpass oder Seitenverlagerung: Kostic ist so gut wie immer anspielbar, gierig auf Zweikämpfe und ausgestattet mit einer Idee, die seinem Team entweder einen gefährlichen Angriff, mindestens aber einen Eckball oder Einwurf in aussichtsreicher Position beschert. Das war in der vergangenen Saison so, als die Mitspieler beispielsweise noch Ante Rebic hießen.

Kostic kann's mit Rebic und mit Dost

Und das ist – Stand jetzt – auch in dieser Runde im Zusammenspiel mit Paciência und Dost der Fall. Dem Handspiel von Leverkusens Aleksandar Dragovic, das Paciências Elfmeter zum 2:0 verursacht hatte, ging unmittelbar ein Schuss von Kostic voraus, Dosts Mentalitäts-Treffer das entscheidende Zuspiel. Sieggarant, Vorbild, Vater des Erfolgs: Irgendwie ist Filip Kostic alles in einem.