Der Eintracht-Nachwuchs muss um den Traum vom Profifußball hart kämpfen.
Der Eintracht-Nachwuchs muss um den Traum vom Profifußball hart kämpfen. Bild © Imago

Tausende Jugendliche träumen von einer Profikarriere. Der Weg in die großen Stadien ist allerdings steinig und endet meist in einer Enttäuschung. Der Sohn von Ex-Eintracht-Spieler Slobodan Komljenovic geht ihn trotzdem.

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Dass man nicht einfach so im Handumdrehen zum Fußballprofi wird, weiß Nikola Komljenovic ganz genau. Das Defensiv-Talent spielt aktuell für die U16 im Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Frankfurt. "Es ist immer ein gewisser Druck da. Wenn man einmal denkt, man ist gut genug, dann ist man auch ganz schnell wieder raus", sagte der Sohn des ehemaligen Eintracht-Profis Slobodan Komljenovic im hr-heimspiel! am Montag.     

Nach der Schule ist vor dem Training

Das tägliche Training ist die Grundlage, aber noch lange keine Erfolgs-Garantie. Deshalb muss Nikola auch noch auf die Schulbank: "Ich mache mein Abitur, um eine Absicherung zu haben, falls es mit dem Profifußball nicht klappt." Die Nachwuchs-Talente müssten sogar jedes Zeugnis im Nachwuchsleistungszentrum abgeben, so der 15-Jährige. Bei schlechten Noten heißt es schnell mal: Heute kein Training, stattdessen büffeln.

Bis 15:15 Uhr sitzt Nikola Komljenovic in der Schule, danach geht's ab zum Training. Da sind auch die Eltern gefragt. Nikolas Vater Slobodan, selbst einst Eintracht-Profi, unterstützt seinen Sohn, wo er nur kann. "Wir versuchen alles gut zu planen, um Nikola auch noch ein bisschen Freizeit zu verschaffen. Sonst sieht er seine Freunde gar nicht mehr." Komljenovic Junior hat keine Jugend wie jeder andere.

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Talente brauchen "besondere Waffen"

Hartes Training und gute Organisation sind das eine. Um es aber ganz nach oben zu schaffen, braucht man vor allem herausragende Fähigkeiten. Das weiß auch Ramon Berndroth, der Nachwuchskoordinator des SV Darmstadt 98: "Du brauchst eine besondere Waffe. Sei es eine gute Technik, ein super Taktikverständnis oder einen unbändigen Willen." Trotzdem sei es auch bei hochtalentierten Jungkickern mit hervorragenden Fähigkeiten schwierig eine Prognose abzugeben, ob sie es schaffen können.

Das kann Markus Hirte auch rechnerisch belegen. Der Leiter der DFB-Talentförderung weiß: "Pro Jahrgang schaffen es in den deutschen Nachwuchsleistungszentren rund 40 Jugendspieler in den Profibereich." Ein erlauchter Kreis also. Nach Hirtes Beobachtungen bedarf es vor allem einer Fähigkeit: "Bei dem enormen Konnkurrenzkampf müssen die jungen Spieler lernen, mit Rückschlägen umzugehen." Der Weg Richtung Profifußball gehe nunmal nicht immer geradeaus. "Es wird immer wichtiger, das zu begreifen."

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Vorbild Abraham

Früher jedenfalls sei es einfacher gewesen, den Schritt Richtung Profifußball zu gehen, findet Papa Komljenovic. "Wir hatten nicht die mediale Aufmerksamkeit wie heute. Wir konnten uns in Ruhe auch über die U23 ins Profigeschäft hinein entwickeln." Heute sei der Spitzenfußball keine Traumwelt, sondern harte Arbeit.

Den Traum vom Profifußball will sich Sohn Nikola trotz des hohen Stressfaktors nicht ausreden lassen. "Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht Bock aufs Fußball spielen habe." Dabei eifert der 15-Jährige vor allem einem Spieler nach: "Als Eintrachtfan und Innenverteidiger finde ich vor allem David Abraham gut. Er ist ein sehr guter Verteidiger und ein echter Leader." Ob Nikola einst in dessen Fußstapfen treten kann, ist ungewiss. Er ist aber fest entschlossen.