Choreo der Eintracht-Fans

Eintracht Frankfurt ist mit einem blauen Auge davongekommen: Die Hessen dürfen zum Europa-League-Viertelfinale in Lissabon ihre Fans mitbringen. Ein Urteil, das man so kaum für möglich gehalten hatte.

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Patrick Stricker
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Als die Eintracht-Fans vor zwei Wochen das ehrwürdige San Siro in Mailand verließen, taten sie das eigentlich als Sieger: Gerade hatte das Team mit 1:0 bei Inter gewonnen und war ins Viertelfinale der Europa League eingezogen. Und dennoch war die Stimmung getrübt. Denn nach den Leuchtraketen, die in einen anderen Block sowie auf das Spielfeld geschossen wurden, war jedem klar: Zum Viertelfinale würde die Eintracht wohl ohne Fans reisen müssen. Doch jetzt kam alles anders.

Die UEFA ließ Milde walten und verurteilte die Frankfurter nur zu einer Geldstrafe von 50.000 Euro. Zudem wurde die Bewährungsstrafe, die seit den Verfehlungen der Anhänger in Rom bestand, um ein Jahr auf nun drei Jahre verlängert. Eine allerletzte Warnung, das ist allen klar. Die allerdings auch bedeutet: Die Eintracht darf ihre Fans mit nach Lissabon zum Viertelfinal-Hinspiel am 11. April nehmen.

Schickhardt: "Verbürge mich für diese Fans"

Der Verein hatte alles getan, um diese kaum für möglich gehaltene Urteil zu erreichen: "Ich verbürge mich für diese Fans, dass in Lissabon nichts passiert", hatte Eintracht-Anwalt Christoph Schickhardt im hr-heimspiel! gesagt. Und sich dabei auch auf die Stellungnahme der Ultras berufen, die die Vorfälle in Mailand auf ihre Kappe genommen und interne Konsequenzen angekündigt hatten.

"Wir können uns glücklich schätzen, dass man uns noch diese letzte Chance gelassen hat", sagte Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann auf der Homepage des Vereins. "Wir werden nach Abschluss dieses Wettbewerbs intern gemeinsam mit der Fanszene diskutieren, wie es mit Blick auf zukünftige europäische Wettbewerbe weitergeht, um nicht wieder vor einem Zuschauerausschluss zu stehen."

3.200 Tickets für die Eintracht

"Man konnte ganz klar sehen, dass das in Mailand keine organisierte Pyro-Show war. Das waren drei Vollhonks, die rumgeballert haben", sagt Ina Kobuschinski, Vorsitzende des Eintracht Frankfurt Fanclubverbandes, im Interview mit hr-iNFO. "Das ist ein klarer Unterschied zu den Vorfällen in Rom und das hat die UEFA ja auch honoriert."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kobuschinski: "Werden nach Lissabon reisen, werden das zelebrieren"

kobuschinski
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3.200 Tickets bekommt die Eintracht von Lissabon - die in der Europa League üblichen fünf Prozent, die dem Auswärtsteam zustehen. Die Eintracht verkauft sie ab dem 1. April vorzugsweise an Dauerkarteninhaber, Vielfahrer und Mitglieder. Im Ticketshop von Benfica Lissabon ist der Kauf von Tickets für das Spiel ausschließlich Vereinsmitgliedern des portugiesischen Rekordmeisters vorbehalten.

"Viele haben sich schon mit anderen Karten eingedeckt"

Dennoch dürften auch dieses Mal deutlich mehr Fans die Reise nach Portugal antreten. Und womöglich schafft es der ein oder andere, der über die Eintracht leer ausgeht, noch auf kreativem Wege, ein Ticket für das Spiel zu ergattern. Im Achtelfinale gegen Zagreb war das knapp 66.000 Fans fassende Estadio da Luz mit knapp 48.000 Zuschauern weit vom Status "ausverkauft" entfernt. "Viele haben sich schon mit anderen Karten eingedeckt. Ich gehe schon davon aus, dass der ein oder andere im Nachbarblock sitzen wird und wir mehr als die 3.200 sein werden", sagt auch Kobuschinski.

Zumindest für einige der reisefreudigen Eintracht-Fans geht der Trip durch Europa nun also weiter - und die Sorgen nach dem Spiel in Mailand sind erst mal verflogen.