Timothy Chandler jubelt gegen Freiburg

Eintracht Frankfurt zeigt sich gegen den SC Freiburg formverbessert, vergibt aber massenweise Chancen und kassiert zwei Nackenschläge. Joker Timothy Chandler belohnt die Leistungssteigerung zumindest mit einem Punkt.

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Eintracht PK nach Freiburg
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Eintracht Frankfurt hat am Dienstag die dritte Pleite im dritten Spiel nach der Corona-Pause gerade so abgewehrt. Das Team von Trainer Adi Hütter trennte sich in einer turbulenten Partie mit 3:3 (1:1) vom SC Freiburg. Die Abstiegsgefahr ist mit nur fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz aber weiter allgegenwärtig.

Nachdem Vincenzo Grifo (28. Minute) und André Silva vor der Pause getroffen hatten, brachten Nils Petersen (67.) und Lucas Höler (69.) die Gäste mit einem Doppelschlag wieder in Führung. Daichi Kamada (79.) und der eingewechselte Timothy Chandler (82.) belohnten die Aufholjagd mit einem Punkt. Auf dem Statistikzettel standen am Ende der 90 Minuten 35 hessische Torschüsse. Rekord.

Hütter stellt System um

Trainer Adi Hütter hatte die Startelf im Vergleich zur 2:5-Klatsche in München gleich auf vier Positionen verändert und zudem zweimal an der Taktikschraube gedreht. Erstmals in diesem Jahr lief die Eintracht wieder mit einer Dreierkette und Libero Makoto Hasebe auf, statt dem oft wirkungslosen Ein-Mann-Sturm setzte der Österreicher gegen die Breisgauer auf eine Doppelspitze mit Silva und Bas Dost.

Was sich dadurch änderte? Die Abwehr, die gegen den Ball zu einer Vierer- bis Fünferkette anwuchs, stand spürbar kompakter. Die Offensive wirkte dank Balleroberer Sebastian Rode, Ankurbler Filip Kostic und mehr Anspielstationen wieder etwas gefährlicher. Trainer und Mannschaft zeigten die geforderte Reaktion.

Die Abwehr patzt

Da im letzten Drittel jedoch die Genauigkeit fehlte und Almamy Touré und Stefan Ilsanker ihre fast schon traditionellen Patzer einstreuten, durfte Grifo nach rund einer halben Stunde von links in den Strafraum spazieren und zur Führung einnetzen. Echte Gegenwehr und bundesligataugliches Zweikampfverhalten: in dieser Szene Fehlanzeige.

Anders als noch gegen Gladbach, München, Basel oder Leverkusen ließen sich die Hessen vom Rückstand aber nicht verunsichern und hielten dagegen. Die zuletzt etwas abhanden gekommene Einstellung stimmte, Silva staubte nach einem strammen Schuss von Daichi Kamada zum verdienten Ausgleich ab.

Eintracht vergibt zu viele Chancen

Nach dem Seitenwechsel erhöhte die Eintracht dann merklich den Druck und ließ zumindest in Ansätzen die alte Offensivkraft aufblitzen. Vor allem Silva, der mit einem Spielmacher hinter sich und mit einem Sturmpartner an seiner Seite seine Qualitäten deutlich besser zur Geltung bringen kann, stellte die Freiburger immer wieder vor Probleme. Auch Kamada zeigte, dass er Tempo und Ideen hat. Das große Problem jedoch: die Chancenverwertung. Silva (47./54), Kamada (53.), Hinteregger (55.) und Dost (64.) ließen beinahe im Minutentakt gute Einschuss-Möglichkeiten liegen.

Und dann kam es, wie es kommen musste: Innerhalb von zwei Minuten tauchten die Gäste zweimal vor Eintracht-Keeper Kevin Trapp auf und stellten die Partie auf den Kopf. Petersen und Höler blieben im Gegensatz zu ihren Frankfurter Gegenspielern eiskalt und zogen der Eintracht vermeintlich den Stecker. Wer sie vorne nicht macht, kriegt sie hinten rein. Und wer solche Spiele verliert, steigt ab.

Dann kommt Chandler

All diese bereits geschriebenen Phrasen bewahrheiteten sich letztlich aber nicht. Die Eintracht bewies Moral und kam durch Kamada, der einen Fehler von Nationalverteidiger Robin Koch ausnutzte, und dem eingewechselten Chandler noch zum Punktgewinn. Die Krise wurde damit vorerst abgewehrt, angesichts der vielen Chancen ist das Remis letztlich aber zu wenig. Wie viel die Aufholjagd wert sein wird, könnte sich schon bald zeigen.

Für die Eintracht steht schon am Samstag (15.30 Uhr) mit dem Geister-Gastspiel beim VfL Wolfsburg die nächste Bundesliga-Partie auf dem Programm. Am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr) steigt dann der Keller-Knaller im Nachholspiel gegen Werder Bremen.

Weitere Informationen

EINTRACHT FRANKFURT - SC FREIBURG 3:3 (1:1)

Frankfurt: Trapp - Ilsanker, Hasebe, Hinteregger (90.N'Dicka) - Torro (46.Kohr), Rode  (74.de Guzman) - Toure (81.Chandler), Kamada, Kostic - Dost (74.Gacinovic) , Silva                
Freiburg: Schwolow - Schmid, Koch, Gulde, Günter - Abrashi (87.Frantz), Höfler - Sallai (59.Lienhart), Grifo (82.Kwon) - Höler, Waldschmidt (59.Petersen)   

Tore: 0:1 Grifo (28.), 1:1 Silva (35.), 1:2 Petersen (67.), 1:3 Höler (69.), 2:3 Kamada (79.), 3:3 Chandler (82.)                     

Gelbe Karten: Ilsanker (5./gesperrt), Hasebe, Rode/Waldschmidt
Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart)  

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