Spielszene Eintracht gegen Bremen

Pokal ist Feiertag: Die Frankfurter Eintracht schickt sich an, heute die dritte Halbfinal-Teilnahme in den vergangenen vier Jahren perfekt zu machen. Gegner Werder Bremen heizt die Stimmung an. Alles Wichtige zum Spiel.

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zum Video Wettbewerbsnachteil? Adi Hütter watscht Werder-Trainer Kohfeldt ab

Florian Kohfeldt und Adi Hütter
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Flutlicht an, Pokalabend: Eintracht Frankfurt und Werder Bremen stehen sich am Mittwochabend (20.45 Uhr) im ausverkauften Frankfurter Stadion im Viertelfinale gegenüber. Die Partie verspricht nicht nur wegen möglicher Fan-Proteste in der Causa DFB/Dietmar Hopp besondere Brisanz. Auch sportlich darf ein heißer Tanz erwartet werden, für die nötige Betriebstemperatur sorgten beide Seiten schon im Vorfeld.

Die Ausgangslage

Wie immer im Pokal heißt es: Hopp oder Top – und dabei ist ausnahmsweise mal nicht der Dietmar gemeint. Der Sieger der Partie steht im Halbfinale und kann bei etwas Losglück (Regionalligist Saarbrücken ist noch im Topf) schon mal vorsichtshalber eine leichte Reisetasche für einen Hauptstadt-Trip Ende Mai nach Berlin packen. Kurzum: Es geht für beide Teams um ziemlich viel.

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Live und in voller Länge

Das Spiel gibt es ab 20.45 Uhr live und in voller Länge als Radioreportage in hr-iNFO. Reporter sind Dirk Schmitt und Martina Knief. hr1 sendet ab 20 Uhr zudem ein heimspiel extra.

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Kein Wunder also, dass die Giftpfeile vor dem Anpfiff munter zwischen Weser und Main hin- und herfliegen. Während die Bremer weiter über die abgesagte Bundesliga-Partie gegen die Hessen vom vergangenen Wochenende nörgeln, und Trainer Florian Kohfeldt darin recht exklusiv einen Wettbewerbsnachteil für sein Team auch im Pokal konstruiert, watschte Eintracht-Coach Adi Hütter seinen Kollegen tüchtig ab. "Was ich mir wünsche ist, dass man ein bisschen empathisch denkt", sagte Hütter angesichts des Frankfurter Spiele-Marathons: "Wir haben seit eineinhalb Jahren 28 internationale Spiele mehr als Werder Bremen." Werders europäische Auftritte in diesem Zeitraum? Genau: 0. Klatsch. Es ist angerichtet.

Das Personal

Die Eintracht kann die erwartete Pokal-Schlacht mehr oder weniger in Bestbesetzung angehen. Durch die zusätzliche Regenerationszeit nach dem Salzburg-Spiel dürften letzte Wehwehchen ausgeheilt sein, auch wenn hinter David Abraham und Mijat Gacinovic noch kleinere Fragezeichen stehen. Wird Abraham nicht rechtzeitig fit, könnte Stefan Ilsanker in die Abwehrkette rücken. Gacinovic liefert sich in der Offensive ohnehin ein enges Rennen mit Daichi Kamada. Ach ja, einen Ausfall gibt es dann doch zu vermelden: Bas Dost – die Älteren werden sich noch an ihn erinnern – fällt aus. Warum und wie lange, weiß man nicht so genau.

Weniger Grund zum Jammern hatte zuletzt selbst Werder-Coach Kohfeldt. Langzeitverletzte wie Theodor Gebre-Selassie kehrten zurück ins Team. Für das Pokalspiel hat auch Innenverteidiger Kevin Vogt seine Oberschenkelverletzung auskuriert. Stabilisator Philipp Bargfrede ist nach langer Zwangspause womöglich ebenfalls eine Option. Für Fin Bartels kommt ein Einsatz aber noch zu früh.

So könnte die Eintracht spielen:

Eintracht-Aufstellung

So könnte die Bremen spielen: Pavlenka - Veljkovic, Toprak, Moisander - Gebre Selassie, M. Eggestein, Klaassen, Augustinsson - Bittencourt, Selke, Rashica

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Wir haben die Chance, mit einem Sieg ins Halbfinale einzuziehen. Diese Möglichkeit wollen wir zu Hause nutzen, wissen aber auch um die Qualität von Werder: Sie haben auswärts eine bessere Bilanz als zu Hause und sind in Deutschland die zweiterfolgreichste Pokal-Mannschaft. Aber wir haben in K.o.-Duellen mittlerweile etwas Erfahrung gesammelt und wollen mit unserer Heimstärke weiterkommen."

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zum Video DFB-Pokal: Eintracht-PK mit Cheftrainer Adi Hütter

Adi Hütter auf der Eintracht-Pressekonferenz
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Florian Kohfeldt: "Wir können das zweite Mal nacheinander ins Halbfinale einziehen und haben in diesem Wettbewerb ein klares Ziel. Die Hauptmotivation ziehen wir daraus, dass (mit der Spielverlegung, Anm. d. Red.) eine schlechte Entscheidung gegen uns getroffen wurde, die uns einen Wettbewerbsnachteil in beiden Wettbewerben beschert hat. Wir wollen es allen zeigen, das ist eine große Motivation."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Die heißeste Nummer im Eintracht-Trikot ist neben Dauerbrenner Filip Kostic aktuell sicher André Silva. Der Portugiese wird mehr und mehr zur erhofften Verstärkung. In der Vorrunde noch allzu verspielt und wenig mannschaftsdienlich, haut sich die Milan-Leihgabe im neuen Jahr mächtig rein. Er rackert mit und ohne Ball und geht als teils einzige Sturmspitze auch die Wege, die wehtun. Der Lohn: zwei Tore und eine Vorlage in den letzten vier Liga-Spielen, dazu der Doppelpack am vergangenen Donnerstag in Salzburg. Silva ist on fire, jetzt soll er auch im Pokal zünden.  

Ein wirklich heißes Füßchen haben die Bremer derzeit nicht in ihren Reihen – mit ein Grund für die prekäre Lage im Tabellenkeller. Auf Milot Rashica gilt es aber natürlich immer zu achten, der pfeilschnelle Linksaußen dürfte es in der Eintracht-Defensive mit Almamy Touré und David Abraham zu tun bekommen. In der Bundesliga-Rückrunde ist der 23-Jährige noch torlos – ausgerechnet im Pokal netzte er aber einmal ein.

Die Statistik des Spiels

Bei diesem Spiel kann man mit Fug und Recht von einem Traditionsduell sprechen: Stolze 106 Mal standen sich beide Teams in Pflichtspielen gegenüber, die Bilanz ist mit 43 Werder-Siegen, 40 Eintracht-Erfolgen und 23 Unentschieden ziemlich ausgeglichen. Die beiden letzten Ligaspiele endeten entsprechend 2:2.

Anders sieht die Statistik im DFB-Pokal aus. Hier konnten die Bremer nur eine von fünf Partien gegen die Hessen gewinnen: Im Mai 1991 sicherte sich Werder durch ein 6:3 den Finaleinzug. Es war zugleich das letzte Mal, dass ein Pokalspiel nach einem Unentschieden im ersten Anlauf (2:2 n.V. in Frankfurt) mittels Wiederholungsspiel entschieden wurde. Seit der Saison 1991/1992 folgte auf eine Verlängerung direkt ein Elfmeterschießen. Die Ultima Ratio vom Punkt hat es zwischen Frankfurt und Bremen übrigens noch nie gegeben. Prognose? Sag niemals nie.

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