Die Eintracht-Spieler jubeln
Die Eintracht eilt von Sieg zu Sieg Bild © Imago

Nach dem Sieg über den VfB Stuttgart steht die Frankfurter Eintracht auf einem Champions-League-Platz. Der hr-sport hat vier gute Gründe gefunden, warum die Hessen auch am Ende der Saison unter den Top vier stehen werden.

Seit Wochen und Monaten verzückt die Eintracht ihre Fans. Weil die Frankfurter auch nach drei Monaten im Pflichtspieljahr 2019 ungeschlagen sind, ist auf einmal sogar die Qualifikation für die Champions League möglich. "Wir stehen auf dem vierten Platz, den wollen wir jetzt auch nicht mehr hergeben", formulierte BVB-Leihgabe Sebastian Rode eine erste, leise Kampfansage. "Wir haben Blut geleckt."

Die Rode-Aussage alleine reicht natürlich nicht, um den begehrten Rang zu verteidigen. Es gibt aber auch darüber hinaus einige Gründe, warum die Frankfurter sich berechtigte Hoffnungen auf das Erreichen der Königsklasse machen dürfen.

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1. Das Restprogramm der Eintracht

Nein, die verbliebenen sieben Gegner der Frankfurter können nicht alle als Fallobst bezeichnet werden. Als Hammer-Restprogramm kann man die kommenden Spiele aber auch nicht bezeichnen. Mit Schalke, Augsburg, Berlin und Mainz trifft die Eintracht noch auf vier Gegner aus der zweiten Tabellenhälfte – und gegen die hielten sich die Hessen in dieser Saison nahezu schadlos. Die (auf dem Papier) schweren Gegner heißen Wolfsburg, Leverkusen und Bayern München.

Legt man die Hinrunde der Eintracht zugrunde – was durchaus tragbar ist, weil die Frankfurter bisher schon mehr Punkte gesammelt haben als zum gleichen Zeitpunkt in der ersten Saisonhälfte – dann fahren die Hessen noch drei Siege und ein Remis ein. Macht zum Saisonende: 59 Punkte. Das hätte in der Vorsaison sogar für Platz drei gereicht. Das leise Versprechen von Trainer Adi Hütter, dass seine Mannschaften in der Rückrunde normalerweise nochmal eine Schippe drauflegen können, hat der eine oder andere Fan sicherlich auch noch im Ohr. Die 60-Punkte-Marke kann also zumindest theoretisch geknackt werden.

2. Die Gladbacher Schwäche

Selbst Skeptikern, die meinen, die Frankfurter Serie müsse ja irgendwann mal reißen, dürfte beim Blick auf die restlichen Spiele der direkten Konkurrenz ein wenig wärmer ums Herz werden. Die fünftplatzierten Gladbacher spielen zwar noch gegen die drei schlechtesten Teams der Liga (Hannover, Stuttgart, Nürnberg), sind dafür aber auch noch gegen einige Mannschaft gefordert, die ebenfalls um die internationalen Plätze kämpfen (etwa Bremen und Leipzig). Überzeugen konnten die Fohlen zuletzt überhaupt nicht mehr. Von den vergangenen acht Spielen konnte die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking lediglich ein einziges gewinnen. Die Folge: Am Dienstag gaben die Fohlen bekannt, sich nach der Saison von Hecking zu trennen.

Auf den Rängen sechs bis acht folgen Bremen, Leverkusen und Wolfsburg. Die haben aber allesamt schon sieben Punkte Rückstand auf die Eintracht. Wenn die Hütter-Elf im Saisonendspurt also nicht einen ähnlichen Einbruch wie Gladbach erlebt, sollte keines dieser Teams den Hessen noch gefährlich werden.

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Eintracht-Fans dürfen das Rückspiel gegen Inter nur im gekennzeichneten Gästebereich verfolgen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Jetzt glauben wir wirklich dran"

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3. Die Leipziger Stärke

Etwas anders gestaltet sich die Lage bei den drittplatzierten Leipzigern:  RB tritt außer bei den Partien gegen den SC Freiburg und den FSV Mainz nur noch gegen Teams aus den Top acht der Liga an – also gegen alle außer den BVB und die Eintracht. Im besten Fall nehmen sich die Konkurrenten also gegenseitig regelmäßig Punkte ab. Die Alternative klingt ebenfalls gar nicht so schlecht: Leipzig marschiert vorneweg und hält der Eintracht den Rücken frei.

4. Die neue Abwehrqualität

Dass die Eintracht das zweitbeste Rückrundenteam nach Bayern München ist, hängt vor allem mit der neugewonnen Abwehrstärke zusammen. In zehn Ligaspielen haben die Frankfurter lediglich sieben Gegentore kassiert. Nur Leipzig (drei Gegentore) steht 2019 hinten sicherer als die Hessen. In den vergangenen drei Partien konnte die Hintermannschaft um Keeper Kevin Trapp jeweils die "Null" halten. Rechnet man die Europa League mit ein, kassierten die Hessen sogar in den jüngsten fünf Spielen keinen Gegentreffer.

Die Hinti Army erledigt ihren Job so gnadenlos wie zuverlässig. Und wie heißt es doch so treffend: Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften – oder eben einen Champions-League-Platz.