Daichi Kamada, Aymen Barkok und Andersson Ordonez

Zehn Spieler der Frankfurter Eintracht versuchen derzeit auf Leihbasis bei anderen Clubs ihr Glück – mit wechselndem Erfolg. Richtig durchstarten konnte bisher eigentlich nur einer der Verliehenen.

Mit einer Kadergröße von 36 Spielern besitzt die Frankfurter Eintracht so viel Personal wie aktuell kein anderer Bundesligist. Zehn weitere Profis der Hessen sind zudem noch als Leihspieler unterwegs. Wir geben einen Überblick, wie sich jene Akteure bei ihren jeweiligen Clubs schlagen:

Daichi Kamada (VV St. Truiden)

Der Japaner ist der große Gewinner unter den Frankfurter Leihspielern. Beim belgischen Erstligisten VV Sint-Truiden dreht Kamada im offensiven Mittelfeld oder als hängende Spitze mächtig auf. Elf Tore stehen in 18 Ligaspielen zu Buche. Gerne würden die dortigen Clubbosse den 22-Jährigen über das Saisonende hinaus in der Kleinstadt in Flandern halten, die Chancen stehen ohne vereinbarte Kaufoption aber eher schlecht.

Bei der Eintracht besitzt Kamada, der 2017 aus Japan kam, noch einen Vertrag bis 2021. Die hessischen Verantwortlichen werden bei seiner Rückkehr im kommenden Sommer genau hinschauen, ob der schmächtige Dribbler nach seinem Lehrjahr in Belgien nunmehr das nötige Rüstzeug für die Bundesliga mitbringt. Wenn nicht, bleibt immer noch ein gewinnbringender Verkauf.

Nicolai Müller (Hannover 96)

Seit der Rückrunde spielt Müller bei Bundesliga-Konkurrent Hannover 96. Es gibt wirklich dankbarere Aufgaben, als den Hoffnungsträger beim taumelnden Tabellenletzten zu geben. Drei Spiele, drei Niederlagen und ein Trainerwechsel erlebte der 31-Jährige bisher bei den Niedersachsen. Müller stand dabei stets in der Startelf, zeigte aber schwache Leistungen.

Immerhin bekommt er die erhoffte Spielzeit bei Hannover, hat dort schon jetzt mehr Minuten absolviert als in der kompletten Eintracht-Vorrunde. Dabei war er zu Saisonbeginn noch als Königstransfer der Hessen gehandelt worden, kam mit großen Ambitionen vom HSV zurück zu seinem Jugendverein. Doch in Frankfurt fand der Rechtsaußen angesichts der Offensiv-Konkurrenz keinen Platz im Team. Im nächsten Sommer will er einen neuen Anlauf nehmen, sein Vertrag läuft bis 2020. Kann die Eintracht ihre Leistungsträger halten, wird es für Müller nicht einfacher.  

Danny Blum (UD Las Palmas)

Danny Blum auf der Ersatzbank

Die Eintracht-Verantwortlichen können nur hoffen, dass Las Palmas nach Saisonende von seiner Kaufoption Gebrauch machen wird. Die Wahrscheinlich ist aber nicht sonderlich hoch. Sowohl der derzeitige Tabellenzehnte der zweiten spanischen Liga als auch Blum hinken den eigenen Erwartungen deutlich hinterher.

Auf 13 Einsätze brachte es der 28-Jährige aktuell in dieser Spielzeit beim Primera-Division-Absteiger, fünf davon von Beginn an, nur einer über 90 Minuten. Zuletzt warfen Blum mal wieder Verletzungen zurück, in den Kader schaffte er es auch seit der Wiedergenesung nicht mehr. Bei der Eintracht ist der Linksaußen noch bis 2020 gebunden, seinen Durchbruch wird er dort aber nicht mehr erleben. Blum gehört trotz vielversprechender Anlagen zu der Kategorie „ewiges Talent“.

Aymen Barkok (Fortuna Düsseldorf)

Es reicht (noch) nicht so ganz für die Bundesliga beim 20-Jährigen. Auch bei Aufsteiger Düsseldorf kam der talentierte Mittelfeldmann bisher nicht in Tritt. Vier Kurzeinsätze in der Liga, ein Mal Startelf im Pokal - das war’s. Da hatten sich Düsseldorf, Barkok und auch die Eintracht deutlich mehr erhofft.

Dem gebürtigen Frankfurter fehlt es weiter am nötigen Biss, da half auch das neue Umfeld nichts. Noch zehrt Barkok ein wenig von seinem einst kometenhaften Aufstieg mit Torpremiere beim Debüt und mehreren unbekümmerten Auftritten im Oberhaus. Doch davon ist nicht mehr viel übrig. Der Deutsch-Marokkaner sollte seine Leichtigkeit bald wiederfinden. Düsseldorf besitzt eine Kaufoption, die Eintracht im Fall der Fälle ein Rückkaufsrecht. Stand jetzt dürfte Barkok im Sommer ganz klausellos nach Frankfurt zurückkehren, sein Vertrag läuft noch bis 2021.

Marijan Cavar (NK Osijek)

Gewogen und für zu leicht befunden: Marijan Cavar kam im Januar 2018 aus seiner bosnischen Heimat nach Frankfurt, bis auf einen Kurzeinsatz – ausgerechnet beim Auswärtsspiel in München – blieb der 21-Jährige aber außen vor. Beim kroatischen Erstligisten NK Osijek nimmt der zentrale Mittelfeldspieler seit vergangenem Sommer einen neuen Anlauf.

Nach einem herbstlichen Hoch, als Cavar beim aktuellen Tabellenzweiten zwischenzeitlich zu den Stammkräften zählte, musste der Bosnier zuletzt wieder häufiger auf der Bank oder Tribüne Platz nehmen. Nicht ausgeschlossen, dass Osijek die vereinbarte Kaufoption für den Junioren-Nationalspieler ziehen wird. In Frankfurt, wo Cavar einen Vertrag bis 2021 hat, würde man das Talent angesichts der enormen Kadergröße gerne ziehen lassen.     

Max Besuschkow (Royale Union Saint Gilloise)

Max Besuschkow

In der zweiten belgischen Liga mischt Max Besuschkow munter mit. 20 Pflichtspiele hat der Mittelfeldspieler beim Tabellendritten Saint Galloise auf dem Konto und zählt damit zu den Stammkräften des Brüsseler Clubs. Wie viel Aussagekraft diese Zahlen haben, lässt sich in Anbetracht der Leistungsstärke des belgischen Unterhauses kaum belegen.

Vermutlich hätte die Eintracht den 21-Jährigen im Sommer schon gerne komplett abgegeben, die vereinbarte Kaufoption für Saint Galloise könnte nun zur neuen Saison gezogen werden. In Frankfurt ist Besuschkow trotz Vertrags bis 2021 unter anderem wegen seiner Schnelligkeitsdefizite keine ernsthafte Option mehr.  

Andersson Ordonez (LDU Quito)

Der Ecuadorianer zählt zu den wenigen klassischen Fehleinkäufen in der Ära von Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. Von Januar 2017 bis Februar 2018 spielte der Innenverteidiger bei den Hessen vor, blieb seine Bundesliga-Tauglichkeit aber mehr als schuldig. Ordonez ist von seinem kompletten Auftreten niemand für die europäischen Topligen.

Noch bis 30. Juni ist der 25-Jährige in seine Heimat zu LDU Quito ausgeliehen. Zwar ist eine Rückkehr nach Frankfurt eher ausgeschlossen, fraglich ist allerdings, ob der Hauptstadt-Club aus Ecuador tatsächlich die verankerte Kaufoption von geschätzten 500.000 US-Dollar ziehen wird. Ordonez laboriert seit Monaten an einer Fußverletzung und bestritt kein Spiel mehr. Den Hessen, die einst eine Millionen Euro zahlten, droht ein Minusgeschäft.

Felix Wiedwald (MSV Duisburg)

Eigentlich war der Torhüter zu Saisonbeginn als Nummer zwei hinter Frederik Rönnow verpflichtet worden. Doch dann kam alles anders: Die Eintracht holte auf den letzten Drücker noch Kevin Trapp als neuen Stammkeeper, Wiedwald büßte seinen Platz ein und fiel dann auch noch hinter die Nummer drei Jan Zimmermann zurück. Ein Wechsel im Winter war somit folgerichtig.

Bei Zweitligist Duisburg eroberte der 28-Jährige sofort den Platz zwischen den Pfosten und zeigte bisher durchaus ansprechende Leistungen. Wiewald scheint bei den Zebras gut aufgehoben, eine Kaufoption nach Saisonende besitzt der Club aber nicht. Eine Rückkehr zur Eintracht – sein Vertrag dort läuft noch bis 2021 – macht für Wiedwald allenfalls bei einer Perspektive auf die Nummer zwei in der Torwart-Hierarchie Sinn. Hier hängt vieles von der Zukunft des ebenfalls nur ausgeliehenen Kevin Trapp in Frankfurt ab.

Noel Knothe (FC Pipinsried), Deji Beyreuther (Chemnitzer FC)

Die beiden Nachwuchskräfte wurden im Winter in die Regionalliga verliehen. Der Spielbetrieb ist dort noch nicht wieder losgegangen.