Luka Jovic bei seiner Vorstellung in Madrid
Luka Jovic bei seiner Vorstellung in Madrid Bild © Imago Images

Staatstragende Vertragsunterzeichnung, Präsentation vor den Fans und Kuss aufs Real-Wappen - der ehemalige Eintracht-Stürmer Luka Jovic wurde von seinem neuen Arbeitgeber mitunter skurril in Szene gesetzt.

Luka Jovic war bei seiner eigenen Präsentation erstmal nur Zuschauer. Als der von Eintracht Frankfurt nach Spanien gewechselte Stürmer am Mittwoch den Raum betrat, in dem er der versammelten Presse von Real Madrid vorgestellt werden sollte, musste er zunächst selbst in der ersten Reihe Platz nehmen und einem Video mit vielen seiner Tore im Eintracht-Trikot beiwohnen. Anschließend richtete sich Jovic in einer Ansprache an die versammelten Journalisten - genau 25 Sekunden lang.

Dafür waren seine Worte dem Anlass angemessen übertrieben: "Ich bin der glücklichste Junge der Welt", sagte er. "Ich bin sicher, dass ich die beste Option gewählt habe, und ich werde alles tun, um Real Madrid zu helfen, alles zu gewinnen." Real-Präsident Florentino Perez legte noch einen drauf: Jovic habe bereits als Kind im Trikot des Champions-League-Rekordsiegers geschlafen, gab er zu Protokoll.

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Hohe Politik oder nur Fußball?

Dass in Madrid alles eine Nummer größer ist, war direkt bei der Präsentation des neuen Stürmers zu sehen. Die spanische Sportzeitung Marca übertrug des Spektakel live im Internet, über 17.000 Zuschauer waren in der Spitze dabei.

Sie sahen, wie Jovic im blauen Anzug und mit staatstragender Haltung seinen Vertrag bei den Königlichen unterschrieb. Neben ihm, nicht weniger hölzern, Real-Präsident Perez. Beide sahen aus, als hätten sie gerade einen Friedensvertrag ausgehandelt und nicht etwa das Arbeitspapier eines Fußballers abgezeichnet.

Der Kuss auf das Wappen darf nicht fehlen

Zuletzt musste die Neueroberung natürlich noch den wartenden Fans im Bernabeu-Stadion präsentiert werden. Immerhin einige Blöcke waren gefüllt, als der "glücklichste Junge der Welt" Anzug gegen Trikot (noch ohne Rückennummer) eingetauscht hatte und äußerlich ungerührt das übliche Programm absolvierte: Ball hochhalten, posieren, Bälle ins Publikum schießen, Selfies vor den Fans - und ein Kuss auf das Wappen des neuen Clubs.

Ein Stich ins Herz für viele Eintracht-Fans, die sich aber immerhin damit trösten können, dass ihr Verein noch nie so viel Geld - 60 bis 70 Millionen Euro minus eines nicht näher definierten Anteils für Benfica Lissabon - für einen einzigen Spieler eingestrichen hat.