Frederik Rönnow neben Stammkeeper Kevin Trapp
Die Verpflichtung von Kevin Trapp (li.) war nicht gut für Frederik Rönnow. Bild © Imago

Frederik Rönnow wird am Donnerstag in Rom das Tor von Eintracht Frankfurt hüten und sich danach wieder auf die Bank setzen. Eine unangenehme Situation für den Dänen, der zumindest bei einer Statistik deutlich besser ist als Kevin Trapp.

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Frederik Rönnow

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rönnow: "Freue mich auf Rom-Spiel"

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Wenn es im Fußball um nichts mehr geht, neigen Trainer zu großen Gesten. In sportlich unbedeutenden Spielen dürfen in steter Regelmäßigkeit die Spieler aus der zweiten Reihe wahlweise Bundesliga- oder Europapokal-Luft schnuppern, der BVB wechselte im Saisonfinale 1996 sogar mal den 42 Jahre alten Torwarttrainer Toni Schumacher ein. Für ein paar Minuten den Job des Stammtorhüters übernehmen, und dann zurück in die gewohnten Muster. Ein Schicksal, das auch Eintracht-Schlussmann Frederik Rönnow allzu gut kennt.

Rönnow ist unzufrieden

Der 26-Jährige, der vor der Saison als Nachfolger von Lukas Hradecky geholt wurde, ist nach der Last-Minute-Verpflichtung von Kevin Trapp nur noch Gelegenheitskraft in Frankfurt. Im Supercup gegen die Bayern durfte sich Rönnow noch fünf Tore einschenken lassen, nach der Blamage im DFB-Pokal und einer durchaus ordentlichen Leistung beim Bundesliga-Auftakt in Freiburg wurde er offiziell wegen einer chronischen Knieverletzung ins zweite Glied versetzt. "Die ganze Situation hier war schon sehr hart für mich", kommentierte Rönnow am Dienstag.

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Die Auswärtspartie der Frankfurter Eintracht in Rom übertragen wir am Donnerstag ab 16 Uhr im Social Radio.

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Spielen darf der Däne seitdem nur noch, wenn Stammkraft Trapp verletzt, unpässlich oder überflüssig ist. So zum Beispiel am Donnerstag (18.55 Uhr) beim Goldene-Ananas-Spiel in Rom. Die Eintracht ist bereits als Gruppensieger für die K.o.-Phase der Europa League qualifiziert, Gegner Lazio hat als Zweitplatzierter das Ticket für die nächste Runde ebenfalls schon sicher. Bühne frei für Rönnow. "Ich habe gut trainiert und spiele hoffentlich in Rom. Darauf habe ich hingefiebert", sagte er pflichtbewusst.

Die Zahlen sprechen für Rönnow

Statt Training mit Coach Moppes Petz vor ein paar wenigen Kiebitzen darf Rönnow sein Können zur Abwechslung vor rund 8.500 mitgereisten Frankfurter Fans präsentieren. Ein willkommener Farbklecks im tristen Ersatzkeeper-Alltag. Mehr allerdings nicht.

Sobald es am Sonntag (18 Uhr) gegen Bayer Leverkusen ums Eingemachte geht, wird wieder Trapp zwischen den Pfosten stehen. "Es ist, wie es ist. Es ist hart", so Rönnow. "Aber der einzige Weg da raus, ist gut zu trainieren und das Positive mitzunehmen."

Positiv ist zum Beispiel ein Blick auf die Statistik. Denn die kann sich – auch und vor allem im Vergleich mit Trapp – wirklich sehen lassen. Nach den beiden fußballerischen Unfällen zu Beginn der Saison, in denen Rönnow insgesamt sieben Gegentore fressen musste, hielt er bei seinen drei weiteren Einsätzen jeweils die Null. Das schaffte Trapp in Summe zwar auch, er benötigte dafür allerdings ganze 17 Anläufe. Diese Zahlen sprechen also durchaus für Rönnow. Ausstrahlung, Erfahrung und Talent aber wohl klar für Trapp.

Wechsel ein Thema?

Da der deutsche Nationaltorhüter zuletzt zudem sogar andeutete, sich einen Verbleib übers Saisonende hinaus vorstellen zu können, sieht die Zukunft von Rönnow nicht allzu rosig aus. Die Chancen auf einen Stammplatz sind überschaubar, sein Vertrag läuft bis 2022. In diesem Fall nachvollziehbare Gedanken an einen Wechsel, so versichert Rönnow, hege er aber noch nicht. "Ich fokussiere mich auf das Hier und Jetzt und werde weiter arbeiten", sagte er. "Jetzt freue ich mich auf das Spiel in Rom."