Fans von Eintracht Frankfurt zeigen ihre schwarz-weißen Schals bei der Europacup-Partie gegen den FC Salzburg.

Eintracht Frankfurt setzt im Rhein-Main-Duell gegen den 1. FSV Mainz 05 auf postalische Motivations-Spritzen und die Kraft einer Fanaktion. Anfeuerungen am Stadion sollen hingegen verhindert werden.

Videobeitrag

Video

zum Video Eintracht-Spieler lesen Fan-Postkarten

Filip Kostic mit einer Postkarte der Eintracht-Fans
Ende des Videobeitrags

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Da die Corona-Pandemie auch auf den Endspurt im Rennen um die Champions League keine Rücksicht nimmt und die Stadien weiter leer bleiben müssen, fluteten die Fans von Eintracht Frankfurt in den vergangenen Tagen die Geschäftsstelle mit Motivations-Schreiben. Im Briefkasten der Arena steckten insgesamt über 10.000 Postkarten mit Glückwünschen und aufbauenden Worten, wie die Eintracht mitteilte. "Riesen-Kompliment an die Fans, das ist eine überragende Aktion", bedankte sich auch Trainer Adi Hütter.

Damit die postalischen Anfeuerungen, die die Fanaktion 51.500 initiierten, auch bei der Mannschaft ankommen, erhalten die Postkarten vor dem Rhein-Main-Duell am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den 1. FSV Mainz 05 einen Ehrenplatz. Der Weg von der Kabine auf den Rasen, der durch die Mixed Zone und den Spielertunnel führt, soll komplett mit den Einsendungen tapeziert werden. Die Fans, die im Normalfall wie eine Wand hinter der Eintracht stehen, werden so zur sprichwörtlichen Wand. Es soll nichts unversucht bleiben.

Der BVB sitzt der Eintracht im Nacken

Wie wichtig ein Zusammenrücken aller Beteiligten ist, verdeutlicht ein Blick auf die Tabelle: Sollte Verfolger Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr) gegen RB Leipzig mindestens einen Punkt holen, würde die Eintracht – zumindest über Nacht – auf Platz fünf abrutschen und damit erstmals seit dem 18. Spieltag nicht mehr zu den Top 4 gehören.

Der vor wenigen Wochen noch so realistische Traum von der Königsklasse droht im Endspurt zu platzen. Dass sich der Vorsprung auf den BVB, der vor Hütter Abschieds-Ankündigung noch sieben Punkte betragen hatte, endgültig in Luft auflöst, soll und muss verhindert werden. "Wir wollen die Saison so beenden, dass wir etwas Großartiges erreicht haben. Wir sind alle heiß", so Hütter.

Videobeitrag

Video

zum Video Pressekonferenz: Eintracht Frankfurt vor dem Spiel gegen Mainz

Eintracht-Trainer Adi Hütter
Ende des Videobeitrags

Fan-Ansammlung soll verhindert werden

Etwas zu heiß, zumindest für Corona-Bedingungen, waren bei den vergangenen Heimspielen der Eintracht einige Fans, die sich vor den Stadiontoren versammelten und von dort die Mannschaft lauthals anfeuerten. Die auch über die TV-Mikrofone deutlich vernehmbaren Sprechchöre sorgten in den tristen und leisen Geisterspiel-Zeiten zwar akustisch für eine willkommene Abwechslung. Da eine Ansammlung von knapp 200 Personen jedoch mit den allseits bekannten Abstands- und Kontaktregeln nicht zu vereinbaren war und ist, soll ein solches Treffen beim Heimspiel gegen Mainz verhindert werden.

"Wir sind im Austausch mit der Fanvertretung und werden eine Ansammlung in dieser Größenordnung am Sonntag nicht dulden", betonte ein Polizeisprecher gegenüber dem hr-sport. Ob und wie die Beamten gegen anreisende Fans vorgehen wollen, ist jedoch nicht bekannt. Von Platzverboten wurde bislang abgesehen. "Wir können und müssen davon abraten, sich hier in Stadionnähe in größeren Gruppen zu treffen. So bedauerlich das ist, aber die Verordnung gilt nun einmal für alle", appellierte deshalb auch Eintracht-Justiziar Philipp Reschke noch einmal an die Vernunft. Kurzum: Schreiben geht, schreien nicht.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 07.05.21, 19.30 Uhr