Aymen Barkok

Aymen Barkok hatte sich gerade in der Startelf von Eintracht Frankfurt festgespielt, nun fällt er nach Corona-Infektion vorerst aus. Das stellt Trainer Adi Hütter vor Probleme.

Es war die Szene, die ein bis dahin schwaches Spiel von Eintracht Frankfurt gegen den VfB Stuttgart in eine positive Richtung kippen ließ: Aymen Barkok kommt im Mittelfeld an den Ball, dreht sich geschickt um zwei Gegner, spielt einen Doppelpass, zieht in den Strafraum und lässt an der Grundlinie einen weiteren Gegner mit einer überraschenden Drehung ins Leere laufen. Pass, Schuss André Silva, Tor. Und plötzlich war das Spiel wieder offen.

Es sind genau diese Szenen, die sich Trainer Adi Hütter und auch die Fans der Eintracht von Barkok erhoffen. Mit seiner Kreativität und Technik, seinen Fähigkeiten im Eins gegen Eins und seinem Speed gibt Barkok dem Spiel der Hessen ein Element, das dem Team ansonsten zu oft abgeht.

Barkok der formstärkste Frankfurter

Zu Recht belohnte Hütter Barkok nach dessen engagierten Auftritten gegen Stuttgart und zuvor Bremen mit dem ersten Startelfeinsatz am vergangenen Wochenende gegen Leipzig. Prompt schoss der frisch gebackene marokkanische Nationalspieler das Tor des Tages für die Eintracht.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frankfurter Barkok positiv auf Corona getestet

Aymen Barkok gegen Werder Bremen
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Dumm nur: Vorerst hat es sich für Barkok ausgedribbelt, nach positivem Corona-Test befindet sich der 22-Jährige erst einmal in Quarantäne. Ein sehr viel schlechteres Timing kann man sich kaum vorstellen. Kaum ein Eintracht-Spieler war aktuell so gut in Form wie Barkok.

Kein einziger Rückpass

Das belegen auch die Zahlen. Wie die Bild berichtet, spielte Barkok von seinen 100 Pässen in seinen 239 Einsatzminuten nicht einen einzigen zurück. 60 der 100 Pässe waren sogar gefährliche Vertikal-Pässe. Barkok ist im Spiel der Hessen der Risikosucher. Mit 34,57 Kmh Höchstgeschwindigkeit gehört er zudem zum Schnellsten, was der Kader zu bieten hat.

Damit setzt Barkok ziemlich genau das in die Tat um, was Hütter wieder und wieder gefordert hat: Risikopässe nach Ballgewinn, um schnell in die gefährliche Zone zu kommen. Im Jahr der Büffelherde war das ein entscheidender Erfolgsfaktor, der in der vergangenen Saison aber oft verloren ging.

Wer kann ihn ersetzen?

Stellt sich die Frage, wie Hütter Barkoks Ausfall auffangen will. Zumal gegen eine Mannschaft wie Union Berlin, die versuchen wird, kompakt zu stehen. Gut möglich, dass Hütter wieder Almamy Touré eine Chance auf Rechtsaußen gibt, der seine Sache zu Beginn der Saison ordentlich machte, dann aber wieder in sein gewohntes Muster der Inkonstanz zurückfiel. Allein, ein echter Offensivmotor ist Touré auch nicht. Das gilt auch für Danny da Costa und Timothy Chandler, die mit Touré um die Rechtsaußenposition konkurrieren.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bruno Hübner über die Corona-Fälle bei Barkok und Younes

Bruno Hübner beim Bayern-Spiel
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Und auch für Erik Durm. Hütter überraschte mit Durm als Rechtsverteidiger in der Startelf gegen Leipzig, Durm überraschte seinerseits mit einer soliden Partie. Gibt es dafür eine zweite Chance? Auch Durm geht, wie Touré, da Costa und Chandler das ab, was Barkok mitbringt und gegen Union doppelt wichtig sein könnte: die Fähigkeit, gegen einen massiert stehenden Gegner spielerische Lösungen zu finden.

Was ist mit Younes?

Die bringt einzig Amin Younes noch mit, der eine deutlich offensivere Variante wäre. Nur ist dessen Einsatz von Beginn als Gegenpart zu Filip Kostic eher unwahrscheinlich, da Younes selbst gerade erst eine Corona-Infektion hinter sich hat. Die Pandemie, sie hat Hütters Spieltagsplanung das erste Mal voll im Griff.