Benfica-Fahne in Lissabon
Benfica-Fahne in Lissabon Bild © Imago

3.200 Tickets haben die Eintracht-Fans für das Spiel gegen Benfica bekommen. Es werden aber wohl viel mehr Anhänger nach Lissabon reisen. Was erwartet sie dort? Wo treffen sie sich? Und was kann man sich sonst noch ansehen?

"Wer Lissabon nicht gesehen hat, hat noch nichts Schönes gesehen", heißt es unter den Einwohnern der portugiesischen Hauptstadt. Das klingt zwar etwas eitel, ist aber auch nicht falsch, weiß Lissabon-Experte und Buch-Autor Markus Horn. "Die ganze Stadt ist schön. Sie ist nicht viel größer als Frankfurt und hat den Charme, dass die Entfernungen nicht sehr groß sind." Wie viele andere hessische Fußballfans wird Horn ebenfalls die Reise nach Lissabon antreten. Nur dass der Offenbacher glühender Benfica-Anhänger ist.

Für die Eintracht-Fans, die zum Europa-League-Viertelfinale gegen Benfica anreisen, hat er dennoch ein paar gute Tipps übrig: "Treffpunkt wird wahrscheinlich der Praca do Comercio sein, der zum Fluss hin offene Handelsplatz. Ringsum sind die alten Ministerien und der Triumphbogen zur Stadt. In der Regel sammeln sich die ausländischen Fans dort", so Horn, der den Reiselustigen auch trotz der Kürze der Zeit einen lohnenswerten Trip in Aussicht stellt. "Wer für ein oder zwei Tage in Lissabon ist, wird sich viel in der Flussgegend aufhalten, weil es da viele Kneipen, Bars und Cafes gibt und man dort einen angenehmen Frühlingstag verbringen kann."

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Alles zum Spiel der Frankfurter Eintracht in Lissabon gibt es am Freitag um 18:25 Uhr in einer Sondersendung des hr-Heimspiel!

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"Es ist das normalste der Welt, dass da immer Fußball läuft"

Wer etwas mehr Zeit hat und in Lissabon auf fußballkulturellen Spuren wandeln möchte, dem empfiehlt Horn einen Abstecher ins Benfica-Museum. Auf 4.000 Quadratmetern wird dort die Geschichte des portugiesischen Rekordmeisters aufbereitet und in Beziehung zur Entwicklung der Stadt, des Landes und auch des Weltgeschehens gesetzt. "Das ist absolut toll inszeniert", so Horn.

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All jene Fans, die keine Tickets mehr bekommen haben, können übrigens auf eine Vielzahl von Kneipen zurückgreifen, in denen das Spiel übertragen wird. Klassische Sportsbars gibt es allerdings nicht, viel eher sei es "in Portugal weit verbreitet, dass man sich zum Abendessen im Restaurant trifft und dort Fußball guckt. Jedes Restaurant oder Cafe in Lissabon hat mindestens einen Fernseher. Es ist das Normalste der Welt, dass da immer Fußball läuft."

"Benfica hat keine gefürchtete Hooligan-Gruppe"

Probleme erwartet Horn übrigens nicht. "Benfica hat keine gefürchtete Hooligan-Gruppe", so Horn. "Es lauern keine marodierenden Horden auf Auswärtsfans. Es gibt auch nur zwei Ultra-Gruppierungen. Bei Benfica gibt es nicht das klassische System der Fanklubs, sondern bereits seit den 1920er-Jahren sogenannte Casas do Benfica, also vom Verein als 'Benfica-Heime' anerkannte Restaurants oder Bars, die als Anlaufstelle der Fans dienen." Probleme mit Gästefans oder gar Gewalt sind die Ausnahme. "Es gelten die Regeln, die man als Auswärtsfan in jeder Stadt der Welt befolgen sollte. Also den Ultras nicht mit der Fahne vor der Nase herumwedeln."

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Es sei eher so, dass sich die Portugiesen auf die Eintracht-Fans freuen. Die vielen Choreografien und die generelle Begeisterung der Hessen habe auch viele Benfica-Fans beeindruckt, eine mögliche Blocksperre hätten die meisten sehr schade gefunden. Dazu ist es ja glücklicherweise nicht gekommen. Ein weiterer Grund, Lissabon noch schöner zu finden.