Eintracht-Trainer Glasner und Sow

Eintracht Frankfurt kann inzwischen mit den Großen der Liga mithalten, die neue Qualität muss aber noch in Köpfen und Beinen ankommen. Das Gastspiel in Augsburg könnte zum Meilenstein werden.

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Eintracht Frankfurt: Auf Augenhöhe mit Borussia Dortmund

heimspiel vom 10.01.22 mit dem Text "Hände weg von Glasner"
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Die Trainingswoche von Eintracht Frankfurt begann am Mittwoch mit guten Nachrichten: Djibril Sow stand nach seinem unklaren Corona-Testergebnis und der Zwangspause gegen Borussia Dortmund wieder auf dem Trainingsplatz und mischte ohne Einschränkungen im Kreis seiner Teamkollegen mit. Der Schweizer, der sich zwischenzeitlich in häuslicher Isolation befunden hatte, wird wohl schon gegen den FC Augsburg am Sonntag (15.30 Uhr) in die Startelf zurückkehren und die Rolle des Dirigenten im Mittelfeld übernehmen. Genau dort hatte es gegen den BVB gehakt.

Nun ist es mitnichten so, dass die 2:3-Niederlage nach Zwei-Tore-Führung nur auf das Fehlen von Sow zurückzuführen ist. Eine ordnende Hand im Mittelfeld hätte dem Spiel der Eintracht aber gut zu Gesicht gestanden und die letztlich folgenschwere Passivität im zweiten Durchgang verhindern können. "Wir müssen uns vorwerfen, dass wir zu viel verwaltet haben. Wir haben die Lösungen nach vorne nicht mehr gesucht und sind dafür bestraft worden", hatte Trainer Oliver Glasner nach Abpfiff ehrlich zugegeben. Den richtigen Mix finden: Sows Spezialdisziplin und gleichzeitig die größte Schwäche der Hessen.

Eintracht lädt Dortmund ein

Gegen den BVB hatte es die Eintracht zunächst versäumt, eine der vorhandenen Möglichkeiten zum 3:0 zu nutzen und das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Nach rund 50 Minuten zog sich das Team dann immer weiter zurück und überließ den Gästen aus Dortmund komplett das Feld. Spätestens nach den kräftebedingten Auswechslungen von Sebastian Rode und Jepser Lindström (66. Spielminute) gab es quasi keine Entlastung mehr für die ohnehin stark geforderte Defensive. Der Anfang vom Ende. "Das war ein bisschen wie das Kaninchen vor der Schlange", fasste Glasner zusammen.

Die Eintracht lud den BVB förmlich zum Toreschießen ein, dieser bedankte sich und ging nach drei Treffern innerhalb der letzten 20 Minuten doch noch als Sieger vom Platz. "Man sieht, dass wir Schritt für Schritt nach vorne kommen. Das ist heute eine harte Lektion", so Glasner. Die Hessen waren und sind auf einem guten Weg, zu einem Spitzenteam fehlen ihnen aber noch der Mut und das Vertrauen in die eigene Stärke. Einfach weitermachen.

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Der Druck wird größer

Selbst im so erfolgreichen Endspurt der Hinrunde, in dem die Eintracht von Platz 16 bis auf Platz sechs stürmte, war die Mannschaft von Trainer Glasner nach Führungen hin und wieder zu nachlässig gewesen. Gegen Union Berlin (2:1) und Mainz 05 (1:0) ging das gut, in Hoffenheim (2:3) und jetzt gegen den BVB nicht. Fußballerisch, das bewies die erste Hälfte am Samstag, muss sich die Eintracht aktuell vor niemandem verstecken. Genau das muss aber auch in den Köpfen ankommen. Denn: Die Zeiten haben sich geändert.

Nachdem es vor dem Jahreswechsel oft darum ging, Rückstände aufzuholen oder Außenseiter-Chancen zu nutzen, hat die Eintracht inzwischen etwas zu verlieren. Die Ausgangslage im Rennen um Europa ist gut. Der Druck, plötzlich einer der Gejagten zu sein, aber gleichzeitig gewachsen. Die vielen Last-Minute-Tore sind ein Zeichen der Mentalität, jetzt ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu machen und Spiele konstant und seriös über 90 Minuten zu bestreiten. Die nächste Entwicklungsstufe.

Augsburg wird zur Standortbestimmung

Passend dazu trifft die Eintracht am Sonntag auf einen Gegner, der trotz Millionen-Investitionen in der Winterpause nicht nur tabellarisch hinten drin steht. Die Augsburger, die ebenfalls mit einer Niederlage ins Jahr 2022 gestartet sind, werden einen Teufel tun und selbst das Spiel machen. Heißt: Die Eintracht wird erstmals seit Wochen direkt die Initiative übernehmen und die Partie an sich reißen müssen. Das Gastspiel in der Fuggerstadt könnte genau aus diesem Grund zu einem Meilenstein werden.

"Wir müssen aus der Niederlage gegen Dortmund die richtigen Schlüsse ziehen", forderte deshalb auch Glasner. Sollte es der Eintracht gelingen, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden und die richtige Balance auf dem Rasen zu finden, ist in den kommenden Wochen und Monaten vieles möglich. Den Beweis, mit dieser neuen Rolle zurechtzukommen, muss sie aber noch liefern.

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Highlights: Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund

Eintracht gegen Dortmund
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