Frust bei Andre Silva von Eintracht Frankfurt

Kaum ist die Saison vorbei, beginnen die Spekulationen um Transfers und Abgänge bei Eintracht Frankfurt. Vorstand Axel Hellmann will André Silva noch nicht abschreiben. Bis der Kader steht, ist aber Geduld gefragt.

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An Urlaub ist bei Markus Krösche in diesem Sommer wohl eher nicht zu denken. Auf dem Schreibtisch des neuen Sportvorstands von Eintracht Frankfurt, dessen Vertrag bei den Hessen offiziell erst am 1. Juni beginnt, stapeln sich schon jetzt die To-Do-Listen. Aufgabe eins: Ein Nachfolger von Ex-Trainer Adi Hütter muss her. Aufgabe zwei: Der Kader muss ausgemistet, umgekrempelt und womöglich wieder einmal ausgebessert werden.

Während die Suche nach einem neuen Trainer laut Finanzvorstand Oliver Frankenbach in den kommenden Tagen abgeschlossen sein soll, wird sich die Zusammensetzung des Spielerpersonals wohl wieder einmal bis zum Ende der Wechselperiode hinziehen. "Wir haben die EM und einen langen Sommer vor uns", bat Frankenbach schon jetzt um Geduld. Bis zur Deadline am 31. August kann viel passieren. Auch der Verlust mehrerer Leistungsträger?

Verkäufe sind nicht eingeplant

Klar ist: Ein Umbruch wie im Sommer 2019, als mit Sébastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic die komplette Büffelherde das Weite suchte und ein enormes Loch in den Kader riss, soll in diesem Sommer verhindert werden. Evan N‘Dicka, Martin Hinteregger, Filip Kostic und allen voran André Silva haben sich in den vergangenen Monaten zwar für größere Aufgaben und Vereine empfohlen. Rein finanziell ist der Abgang von Leistungsträgern aber nicht notwendig.

"Silva ist sicher einer der heißesten Stürmer im europäischen Markt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir keinen Spieler verkaufen müssen", unterstrich Hellmann die gute Verhandlungsposition der Eintracht. Die Zeiten, in der Transfererlöse wichtiger waren als der sportliche Erfolg, scheinen erst einmal vorbei. Trotz des 45-Millionen-Euro-Verlusts durch die Coronakrise ist die Eintracht gut aufgestellt und selbstbewusst genug, um einen Ausverkauf zu verhindern.

Bislang, so Frankenbach, sei noch nicht ein Angebot bei den Hessen eingegangen. Selbst die Berater verhielten sich derzeit ruhig. "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir Corona haben und einige Clubs kurz vor der Insolvenz standen."

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Wenn der Preis stimmt, wird die Eintracht weich

Sind Ablösesummen wie die kolportierten 40 Millionen Euro für Silva also ohnehin nicht zahlbar und die ganz großen Geschäfte in diesem Sommer gar nicht zu erwarten? Zumindest das darf angesichts der noch immer vorhandenen Kaufkraft im europäischen Spitzenfußball bezweifelt werden. Die Gefahr, dass die Eintracht gegen zahlungskräftigere Konkurrenten nachgeben und mindestens einen der Stars ziehen lassen muss, ist immer da. "Wenn tatsächlich Angebote mit einem gewissen Preisschild versehen werden, dann unterhalten wir uns darüber", so Frankenbach. Heißt: Sobald die Zahl auf der Überweisung stimmt, darf Silva gehen.

Mit einem schnellen Abgang ist dennoch nicht zu rechnen. Zum einen kann Silva die Europameisterschaft nutzen, um sich auf der ganz großen Bühne zu präsentieren. Zum anderen könnte die Eintracht das ohnehin üppige Preisschild bei guten Leistungen ihres Stürmers noch einmal nach oben anpassen. Mögliche Verhandlungen würde das sicher nicht verkürzen. "Beim Trainingsauftakt werden wir viele Spieler sehen. Auch die, die angeblich schon weg sind", fasste Hellmann die komplizierte Ausgangslage zusammen.

Dass es dann am Ende jedoch ganz schnell – und doch alles anders – kommen kann, zeigt erneut ein Blick zurück in den Sommer 2019. Damals, am 2. September, wechselte ein gewisser André Silva vom AC Mailand zur Eintracht. Die Saison war da schon ein paar Wochen alt.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Montag, 24.05.21, 23.15 Uhr