Frankenbach, Krösche und Hellmann von Eintracht Frankfurt

Kaum ist die Saison vorbei, tritt Eintracht Frankfurt bei der Kaderplanung aufs Gaspedal. Einige Positionen sind bereits gut besetzt, weitere Zugänge stehen kurz bevor. Es gibt aber auch Härtefälle und Baustellen.

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Eintracht Frankfurt: Helden für immer!

Collage: Die jubelnden Gewinner von Eintracht Frankfurt nach Schlusspfeif vom Spiel in Sevilla. Neben ihnen ein strahlender Axel Hellmann. Text: Eintracht Frankfurt - Helden für immer! Logo: Heimspiel
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Nach der Saison ist vor der Saison: Kurz vor dem für alle Beteiligten hochverdienten Urlaub hat Eintracht Frankfurt zu Beginn der Woche schon einmal einige Weichen für die Zukunft gestellt und den Kader neu sortiert. Einige Spieler wurden verabschiedet, andere bekamen neue Verträge, wiederum andere sollen noch gehen oder kommen. Eine Bestandsaufnahme.

Torhüter

Auf der Position zwischen den Pfosten herrscht bereits Klarheit. Führungsspieler und Finalheld Kevin Trapp ist in der Form seines Lebens und geht als glasklare Nummer eins in die kommende Saison. Die einzige ungeklärte Frage: Wird Trapp auch bei der WM im Tor der DFB-Elf stehen, oder reicht es unter Bundestrainer Hansi Flick "nur" zur Nummer zwei? Die Meinung der Frankfurter Fans, das war beim Empfang am Römer deutlich zu hören, ist klar: "Neuer auf die Bank."

Genau dort wird bei der Eintracht in der nächsten Spielzeit entweder Diant Ramaj oder Jens Grahl sitzen. Der Vertrag mit Nachwuchskeeper Ramaj wurde am Dienstag bis 2027 verlängert, ihm gehört die Zukunft. Grahl, dessen Vertrag bis 2024 läuft, wird sich ruhig verhalten und zur Stelle sein, wenn er gebraucht wird.

Abwehr

Deutlich größere Veränderungen kündigen sich in der Abwehr an. Klar ist, dass Aushilfs-Abwehrchef Tuta, der seinen Vertrag kurz vor dem Europa-League-Finale bis 2026 verlängerte, auch in Zukunft im Frankfurter Trikot auflaufen wird und als Innenverteidiger gesetzt ist. An seiner Seite könnten dann Jerome Onguene, der aus Salzburg kommt, oder Hrvoje Smolcic, der aus Rijeka kommen soll, verteidigen. Der Transfer des 21 Jahre alten Kroaten wurde zwar noch nicht offiziell verkündet, der Wechsel ist aber wohl ebenso sicher wie die Verpflichtung von Rechtsverteidiger Aurelio Buta aus Antwerpen.

"Das ist schon möglich", kommentierte Sportvorstand Markus Krösche die beiden anstehenden Transfers, die der Eintracht mehr Qualität und mehr Flexibilität bringen werden. Auch die von Trainer Oliver Glasner bereits im vergangenen Jahr geplante Umstellung auf Viererkette wäre dann möglich. Linksverteidiger Christopher Lenz könnte in diesem Fall den Gegenpart zu Buta bilden. Aber auch Ridvan Yilmaz von Besiktas Istanbul ist ein heißer Kandidat für diesen Job.

Hrvoje Smolcic von HNK Rijeka

Unklar ist hingegen, wie es mit Martin Hinteregger und Evan N'Dicka weitergeht. Publikumsliebling Hinteregger unterstrich am Rande der Titel-Feierlichkeiten zwar, dass er gerne in Frankfurt bleiben würde. Sollte ein Angebot für den Österreicher kommen, stehen die Zeichen aber auf Abschied. "Manchmal kommen neue, junge Spieler. So ist das im Fußball", sagte Hinteregger dem hr-sport. N’Dicka, der noch einen Vertrag bis 2023 hat, steht derweil bei einigen Top-Clubs auf dem Zettel und könnte den Hessen Einnahmen von über 20 Millionen Euro bringen. Dass er im kommenden Jahr ablösefrei geht, soll unbedingt vermieden werden.

Bleiben soll Almamy Touré, der seinen Wert vor allem in der Europa League unter Beweis stellte. Makoto Hasebe hängt noch ein Jahr als Backup dran, auch Timothy Chandler geht in eine weitere Saison. Erik Durm hat keine Perspektive, aktuell aber auch noch keinen anderen Verein. Danny da Costa wechselt nach Mainz.

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Mittelfeld

Spannend ist und bleibt die Zukunft von Filip Kostic. Der Serbe, der im vergangenen Sommer unbedingt zu Lazio Rom und auf die vermeintlich größere Fußball-Bühne wollte, könnte nun auch in Frankfurt Champions League spielen. Coach Glasner ist optimistisch, dass das Finale von Sevilla nicht Kostics letztes Spiel für die Eintracht war. Da auch Kostics Vertrag nur noch ein Jahr läuft, ist aber alles offen. Ein Wechselkandidat ist zudem Daichi Kamada. Auch der Japaner ist nur noch bis 2023 an die Hessen gebunden. Die Devise: verlängern oder Ablöse bringen.

Fest steht, dass Ansgar Knauff auch in der kommenden Saison über die rechte Seite wirbeln wird. Jesper Lindström ist ohnehin langfristig gebunden, auch Sebastian Rode, Kristijan Jakic oder Djibril Sow sind gesetzt. Bei Milan-Leihgabe Jens Petter Hauge, der nicht unbedingt überzeugt hat, greift eine Klausel. Die Eintracht wird den Norweger kaufen, im Raum steht eine Ablösesumme von über zehn Millionen Euro. Den Beweis, dass Hauge das wirklich wert ist, ist er bislang schuldig geblieben.

Als Neuzugang steht Faride Alidou vom Hamburger SV fest. Da der 20-Jährige aber bislang nie Bundesliga gespielt hat und auch beim HSV nicht immer gesetzt war, wird er Zeit brauchen. Die Zukunft von Ajdin Hrustic ist offen. Stefan Ilsanker (bislang kein neuer Club) und Aymen Barkok (Mainz) wurden bereits verabschiedet.

Im Mittelfeld kommt folglich noch die meiste Arbeit auf die Kaderplaner zu. Vom Verbleib von Kostic und Kamada hängt viel ab. Die Zusatzeinnahmen durch die Königsklasse, die sparsam investiert werden sollen, wären aber definitiv im Mittelfeld am besten angelegt.

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Die Saisonabschluss-PK mit Markus Krösche

Markus Krösche am Tisch vor einem Mikrofon sitzend.
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Sturm

Rafael Borré ist bereits nach einer Saison fest in den Frankfurter Geschichtsbüchern verankert, in der kommenden Spielzeit bekommt er als Belohnung die langersehnte Unterstützung in der Sturmspitze. Randal Kolo Muani kommt ablösefrei und mit allerlei Vorschusslorbeeren aus Nantes. Mit Sebastian Polter wird zudem in Kürze ein echter Stoßstürmer in Frankfurt erwartet. Klar ist außerdem, dass Nachwuchs-Hoffnung Ali Akman nach ordentlicher Saison in Nijmegen zur Eintracht zurückkehrt und einen neuen Anlauf startet. Ob das alles für die Champions League reicht, bleibt aber abzuwarten.

Spaßvogel und Stimmungskanone Goncalo Paciencia, der seine Stärken vor allem außerhalb des Platzes hat, und Ragnar Ache könnten die Eintracht verlassen. Getan hat das bereits Fehl-Investition Sam Lammers.

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