Bildkombination aus zwei Fotos: ein Foto mit drei Spielern im roten Trikot, ein Foto mit drei Spielern im schwarzen Trikot.

Eintracht Frankfurt ist ein Europapokal-Kandidat. Hätte das jemand im Oktober gesagt, er wäre ausgelacht worden. Sagt das jemand zum Jahresende, ist er Realist. Hinter den Hessen liegt eine Hinrunde mit dem Höhenflug zum Ende.

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So richtig kann es keiner benennen. Was war denn nun der eine, wichtige Moment? Der Moment, der das Schiff Eintracht Frankfurt endlich auf Kurs brachte, die Hessen vom Abstiegs-Kandidaten zum Europapokal-Anwärter machte. War es der Last-Minute-Treffer gegen Fürth? Die Europa-League-Reise nach Athen samt Strand-Ausflug? Der hart erkämpfte Auswärtssieg in Freiburg? Oder doch vielleicht von allem etwas?

In Gänze wird dieses Rätsel wohl niemand lösen können. Es ist ja auch bei näherer Betrachtung zweitrangig. Das Wichtigste aus hessischer Sicht ist nur: Es ist passiert. Diese Eintracht Ende Dezember ist ein Spitzenteam. Die Eintracht Ende Oktober war noch - bei freundlicher Betrachtung - eine Großbaustelle - ein, um im Bild von eben zu bleiben, wankendes Schiff.

Siege, Siege, Siege

So lässt sich die Hinrunde der Frankfurter auch lesen wie eine exponentielle Kurve. Erst langsam gestiegen und immer (zu nah) an der unteren Achse, aber dann, als sich das Gefüge Eintracht Frankfurt endlich gefunden hatte, komplett nach oben geschnellt. Sieg in Fürth, Sieg in Freiburg, Sieg gegen Union, Sieg gegen Leverkusen, Sieg in Gladbach, Sieg gegen Mainz. Siege, Siege, Siege.

Wie das nun möglich war? Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche, zwischenzeitlich aufgrund der Sommertransfers selbst in der Kritik, probierte es Samstag am ARD-Mikrofon mit einer Erklärung: "Die Arbeit, die der Trainer in den Wochen zuvor schon gemacht hat, hat nun Früchte getragen." Oder um es anders auszudrücken: Beharrlichkeit kann sich manchmal auszahlen. Das hat zumindest die Eintracht in dieser Hinrunde bewiesen.

"Uns war klar, dass das Zeit braucht"

"Uns war klar", führte Krösche weiter aus, "dass das Zeit braucht, bis sich die Automatismen einspielen und die Jungs die Ideen von Oliver Glasner mitnehmen. Sie haben das dann ausgezeichnet gemacht." All das, was der Österreicher bei Amtsantritt umsetzen wollte, geht nun auf. Die Eintracht hat im Angriff die richtigen Abläufe einstudiert, hat eine erste Elf gefunden. Sie weiß, wie sie umschalten muss bei Ballgewinn und steht nun - siehe Mainz - auch in der Defensive ordentlich.

Es ist ein Wandel, den viele nicht wirklich für möglich gehalten haben, so ehrlich muss man sein. Zu fahrig, zu inspirationslos waren die Auftritte der Hessen noch vor wenigen Wochen. Manche glaubten nicht mehr an die Wende zum Guten. Die Spieler von Oliver Glasner aber schon.

Spieler immer überzeugt von der Idee

"Meine Spieler waren immer offen für den Input", berichtete Glasner über die nicht ganz leichten Wochen. "Ich weiß, dass man als Trainer Siege braucht, damit die Spieler dir auch weiterhin zuhören und an deine Ideen glauben. Und meine Spieler waren fantastisch. Als Trainer bist du nichts, wenn du deine Spieler nicht auf deiner Seite hast." Und vielleicht liegt darin neben der Beharrlichkeit der zweite Grund für den Eintracht-Höhenflug: der Glaube.

Ab einem gewissen Punkt müssen die Protagonisten überzeugt sein von der Idee, sonst hilft der beste theoretische Ansatz nichts. Und blickt man besonders auf das Spiel gegen Leverkusen, scheint diese Idee nun vollumfänglich zu greifen.

Neue Lebensqualität bei der Eintracht

Zum Glück, wie man es aus Eintracht-Sicht auch sagen kann. Denn nicht nur Vorstand Markus Krösche weiß: "Wenn du erfolgreich bist, ist das Lebensqualität." Und Lebensqualität, die ist aus fußballerischer Sicht in Hessen absolut vorhanden. Dem Hinrunden-Höhenflug sei Dank.