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Eintracht Frankfurt steht vor richtungsweisenden Wochen. Wenn die Hessen noch einmal oben angreifen wollen, müssen sie ihrer Favoritenrolle in den nächsten Spielen gerecht werden.

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Von einem schlechten Omen kann man noch nicht unbedingt reden, aber aus Sicht von Eintracht Frankfurt sind Trainerwechsel beim 1. FSV Mainz 05 in den vergangenen Jahren nicht immer eine gute Sache gewesen. 2015 übernahm Martin Schmidt die abstiegsbedrohten Mainzer, in seiner ersten Partie schlug sein neues Team die Eintracht mit 3:1. 2019 versuchte sich Achim Beierlorzer als Feuerwehrmann beim FSV. Und schlug die Hessen prompt mit 2:1.

Dass nun dem neuen Mainzer Coach Bo Svensson ähnliches gelingt, gilt es aus Sicht der Frankfurter unbedingt zu vermeiden. Denn nach dem 2:0 gegen Augsburg zum Jahresende und dem überraschenden 2:1 gegen Leverkusen zum Jahresauftakt ist der Schlendrian aus dem Herbst 2020, als die Hessen ein unnötiges Unentschieden an das nächste reihten, fast wieder wettgemacht. Mit nun 20 Punkten liegt die Eintracht auf Tabellenrang acht – mit nur vier Punkten Rückstand auf den Fünften Union Berlin.

Jetzt wäre die Zeit, Punkte zu hamstern

Damit mischen die Hessen vielleicht mehr oben mit, als ihnen bewusst ist. Denn der Trend des Spielplans spielt zu Beginn des Jahres, Svensson hin oder her, erst einmal dem Team von Trainer Adi Hütter in die Karten. Nach dem Vorletzten aus Mainz (Samstag, 15.30 Uhr) empfangen die Hessen Tabellenschlusslicht Schalke (17. Januar), anschließend geht es zum punktgleichen SC Freiburg (20. Januar), zum Drittletzten aus Bielefeld (23. Januar), bevor eine Woche später die bislang völlig glanzlose Berliner Hertha nach Frankfurt reist. Das nennt man, bei allem Respekt, machbar.

Und richtungsweisend. Durch eine ordentliche Punktausbeute können sich nämlich interessante Perspektiven für die Hessen im letzten Saisondrittel ergeben, zumal mit Hoffenheim und Köln zu Beginn des Februars auch nicht unbedingt Schwergewichte warten. Jetzt wäre die Zeit, Punkte zu hamstern, die man anderswo vielleicht eher liegenlassen kann.

"Tief stehende Kontrahenten sind auch kein Problem mehr"

Das große Problem dabei: In der Hinrunde wurden sichere Siege gegen spielerisch schwächere Mannschaften durchaus verschenkt. Die Eintracht tut sich, mittlerweile fast schon traditionell, gegen mitspielende Clubs leichter als gegen tief stehende Abstiegskandidaten, auch wenn Verteidiger Martin Hinteregger zuletzt betonte: "Tief stehende Kontrahenten sind jetzt auch kein Problem mehr, weil wir spielerisch zugelegt haben."

Damit hat Hinteregger nicht Unrecht, besieht man sich etwa das Spiel gegen den FC Augsburg. Amin Younes und Aymen Barkok haben für sehr viel mehr spielerische Tiefe im Kader gesorgt. An anderer Stelle könnte der Kader aber bereits im Januar noch zum Problem werden.

Kapitän David Abraham verlässt die Eintracht nach dem Schalke-Spiel gen Heimat, ob er eins zu eins zu ersetzen ist, darf bezweifelt werden. Ebenso steht noch die Verpflichtung eines Backups für André Silva aus, aktuell der einzig verbliebene Stürmer von Format im Kader der Hessen. Ohne adäquaten Ersatz bräuchte man bei der Eintracht gar nicht erst vom Europacup träumen.

Glänzende Perspektive im Pokal

Und dann wäre da noch die Belastung. Durch das Nachholspiel im DFB-Pokal in Leverkusen haben die Hessen eine Englische Woche mehr als die Konkurrenz in der Liga. Andererseits bietet auch gerade dieses Spiel eine glänzende Perspektive: Bei einem Sieg ist der kommende Gegner schon ausgelost, es wäre der der letzte verbliebene Regionalligist Rot Weiß Essen. Um über den Pokal in den Europacup zu kommen, braucht man übrigens sehr viel weniger Siege. Und Mainz mit Trainer Svensson ist auch nicht mehr dabei.