Eintracht-Trainer Adi Hütter muss ab sofort auf Bas Dost verzichten. Kommt ein neuer Stürmer?

Bas Dost hat Eintracht Frankfurt an Weihnachten in Richtung FC Brügge verlassen. Wie kompensieren die Hessen diesen Wechsel?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Dost wechselt von Frankfurt nach Brügge

Bas Dost hat insgesamt 43 Pflichtspiele für Eintracht Frankfurt absolviert.
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15 Tore und fünf Vorlagen schaufelte Bas Dost in 43 Pflichtspielen auf sein persönliches Konto. Die Eintracht stimmte dennoch einem Abgang zum FC Brügge zu. Die Erwartungen an den Niederländer, der im Sommer 2019 vor allem als Ersatz für Sébastien Haller verpflichtet wurde und mit Ablöse und auf drei Jahre hochgerechnetem Gehalt rund 16 Millionen Euro gekostet hat, waren insgesamt größer.

Dost war beliebt - doch im Hütter-System nicht optimal aufgehoben

Und dennoch: Trainer Adi Hütter schätzte den 31-Jährigen, der auch im Team und Umfeld mit seiner offenen Art sehr gut ankam. Spätestens bei der 1:2-Niederlage in Wolfsburg zeigte sich aber, dass Dost den Frankfurtern dauerhaft nicht helfen kann. Für den Part als alleinige Spitze fehlt ihm das nötige Tempo und damit verbunden auch das geforderte Anlaufverhalten im Pressing.

Dabei steht Hütter gerade auf diese Art von Fußball. Der Coach sagte zwar im Magazin der Deutschen Fußball Liga: "Einen Stil alternativlos durchzuziehen bringt nichts." Doch sich immer weiter davon entfernen zu müssen sorgt ebenfalls nicht für Zufriedenheit. André Silva ist zwar ebenfalls nicht als Sprinter bekannt, doch mit seiner Technik, Beweglichkeit, Spielfreude, Kombinationsstärke und Torgefahr macht er die Defizite mehr als wett.

Neuer finanzieller Spielraum - für einen Dost-Nachfolger?

Der Blick auf den Kader zeigt aber, dass die Eintracht nach dem Dost-Abgang nachgelegen sollte. Vier Millionen Euro Ablöse und ein eingespartes Gehalt in Höhe von vier bis fünf Millionen Euro ermöglichen auch in Coronazeiten neuen Spielraum. Derzeit ist die vorderste Reihe auf Kante genäht: Silva ist fit, Ragnar Ache muss sich nach zweimonatiger Verletzungspause herankämpfen - und sonst?

Spekulationen um eine vorzeitige Rückkehr von Dejan Joveljic sollte der Klub schnell beenden, der talentierte Serbe tankt gerade beim Wolfsberger AC national und international viel Selbstvertrauen. Somit müsste Sportvorstand Fredi Bobic auf dem Transfermarkt aktiv werden, realistisch wäre ein Leih-Stürmer von einem größeren Klub.

Jovic-Gerüchte? Haken dran

Der Name Luka Jovic geisterte in diesem Zusammen seit dem Dost-Wechsel wieder durch die Presselandschaft. Ob die "Munkelei", wie der kicker das Gerücht charmant bezeichnete, über eine Rückkehr zur Realität wird? Dafür müssten zu viele Parameter passen. Um es aber auf einen Nenner zu bringen: So viel Geld haben die Hessen inmitten der Coronavirus-Pandemie sehr wahrscheinlich nicht zur Verfügung. Haken dran.

Dennoch gehört die Dost-Lücke geschlossen. Natürlich ist die finanzielle Lage in Zeiten der Coronakrise eine besonders angespannt. Doch ein Abrutschen in die ungemütliche Tabellenregion könnte auf Sicht deutlich schmerzhafter werden.

Notfalls können auch die Spielmacher aushelfen

Auf ein schnelles Durchstarten von Ache und ewige Silva-Fitness zu hoffen wäre gefährlich. Aymen Barkok, Daichi Kamada und Amin Younes sind Spielmacher, die notfalls aushelfen könnten, aber keine optimale Option darstellen.

Ob die eierlegende Wollmilchsau für den Sturm, die bestenfalls neben Torgefahr auch Tempo mitbringt, im Winter gefunden wird, ist freilich nicht garantiert. Aber für die Zielsetzung Europapokal und den System-Faktor Flexibilität wäre eine solche Alternative äußerst wertvoll.

So läuft die Mini-Vorbereitung

Dass Hütter bis zum Start der Mini-Vorbereitung (am 28. und 29.12. Laktattest, Trainingsbeginn am 30.12.) auf die Partie gegen Bayer Leverkusen am kommenden Samstag (15.30 Uhr) einen neuen Mann im Training begrüßen darf, ist höchst unwahrscheinlich. Da das Transferfenster am 2. Januar öffnet, dürfte ein Neuzugang erst am 15. Spieltag in Mainz (Samstag, 9.1.2021/15.30 Uhr) mitwirken.