Der Ausgleich beim Spiel Marseille - Frankfurt
Der erste Streich: Lucas Torró köpft zum zwischenzeitlichen Ausgleich für Frankfurt ein. Bild © Imago

Als Außenseiter angereist, nach Schlummer-Start in Rückstand geraten und dann noch einen Spieler mit Gelb-Rot verloren: Das Europacup-Geisterspiel der Frankfurter Eintracht in Marseille lief alles andere als glücklich. Dennoch jubelten die Hessen.

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Die Eintracht hat zum Auftakt der Europa League völlig überraschend drei Punkte aus Marseille entführt. Mann des Abends vor genau null zahlenden Zuschauern im Stade Vélodrome wurde am Donnerstag der eingewechselte Luka Jovic mit seinem Siegtreffer zum 2:1 (0:1) in der 89. Minute. Zuvor hatte Lucas Torró (52.) die frühe Führung von Olympique Marseille (Lucas Ocampos, 3.) per Kopf egalisiert.

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Das Stadion war wegen Verfehlungen der OM-Fans zur Geisterzone erklärt worden. Fans beider Lager durften nicht rein, zudem wurde für alle Frankfurter Anhänger ein höchst umstrittenes Aufenthaltsverbot im Stadtgebiet von Marseille ausgesprochen.

Klassischer Fehlstart

Betrachtet man den Spielverlauf, war der Sieg äußerst schmeichelhaft. Defensiv lückenhaft und mit Konzentrationsfehlern, im Spiel nach vorne meist ideenlos und unpräzise: So präsentierte sich Frankfurt in der ersten Hälfte. Nach dem Seitenwechsel kamen die Hessen dank einer Leistungssteigerung und mit dem nötigen Glück in Unterzahl doch noch zum Auftaktsieg. Der in der Bundesliga bereits gesperrte Jetro Willems hatte sich die Ampelkarte eingehandelt (59.).

Beim 0:1 durch den Argentinier Ocampos waren die Frankfurter gedanklich noch in der Kabine. Die an diesem Abend anfällige linke Abwehrseite ließ die Franzosen bis zur Grundlinie durchbrechen, und den Rückpass von Florian Thauvin verwandelte Ocampos direkt (3.). Praktisch im Gegenzug dann die Möglichkeit zum Ausgleich, doch Willems ließ die Großchance liegen (4.).

Nach Aussetzern in der Frankfurter Hintermannschaft hätten die Gastgeber das Ergebnis noch ausbauen können, zweimal war Kevin Trapp aber in höchster Not zur Stelle (29., 40.). Weil die Eintracht, die im 4-3-3-System mit Startelf-Rückkehrer Makoto Hasebe auflief, außer einer Haller-Chance (31.) nicht über Ansätze hinauskam, blieb es beim 0:1 zur Pause.

Achterbahn der Gefühle

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Nicolai Müller (kam für Mijat Gacinovic) sollte der lahmenden Offensive im zweiten Durchgang mehr spielerische Impulse verleihen, der überraschende Ausgleich fiel dann aber nach einem ruhenden Ball: Willems servierte einen Eckball an den kurzen Pfosten, wo Torró am höchsten stieg und einköpfte (52.).

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Lang währte die Freude über das Tor nicht: Willems verdiente sich seine zweite Verwarnung mit einem unnötigen Foul gegen Dimitri Payet an der Außenlinie und musste folgerichtig mit Gelb-Rot unter die Dusche (59.). In Unterzahl musste die Hütter-Elf ihre Angriffsbemühungen dann auch schon wieder auf Eis legen. Immer wieder mahnte der Trainer seine Spieler zur schweißtreibenden Defensivarbeit.

Jovic kommt, sieht und trifft zum Sieg

Marseille drückte nun vehement auf den erneuten Führungstreffer, ließ gegen zehn aufopferungsvoll kämpfende Frankfurter aber bei erdrückender Feldüberlegenheit die Genauigkeit im Abschluss vermissen. Zudem verwehrte der Schiedsrichter Olympique einen Strafstoß nach einem Foul von Simon Falette (83.).

Die Eintracht setzte selbst nur wenige Nadelstiche und war doch erfolgreich: Der in der 75. Minute eingewechselte Jovic wurde von Falette bedient und knallte das Leder aus rund zehn Metern unter die Latte (89.). Kurz darauf war der 2:1-Sieg für den Außenseiter perfekt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der Siegtreffer im Radio-Live-Kommentar

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Im zweiten Spiel der Gruppe setzte sich Lazio Rom im Heimspiel gegen Apollon Limassol aus Zypern mit 2:1 durch.

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Olympique Marseille - Eintracht Frankfurt 1:2 (1:0)

Marseille: Pele - Sarr, Rami (7. Gustavo), Caleta-Car, Kamara - Lopez, Strootman - Thauvin (84. Mitroglou), Payet, Ocampos (72. Radonjic), Germain                 

Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, N'dicka - da Costa, Torro, de Guzman (62. Falette), Willems - Gacinovic (46. Müller), Kostic, Haller (75. Jovic)       

Tore: 1:0 Ocampos (3.), 1:1 Torro (52.), 1:2 Jovic (89.)

Gelbe Karten: - / -
Gelb-Rot:  Willems (59.)

Schiedsrichter: Jug (Slowenien)

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